Hallo AnnieWas meinst du genau mit "was in mir abläuft"? Ich war schon innerlich traurig und das hab ich auch gemerkt. Ist ja nicht so, dass ich mich selber und meine Gefühle nicht mehr spüren kann. Nur sind die dann wohl quasi Handlungsgrundlage und -auslöser für den Widder, oder so...
Ich meine damit alles, was innerlich abläuft: jeden Gedanken und jedes Gefühl. Denn sie sind Handlungsgrundlage und -auslöser, genau. Du sagtest zuerst, du würdest dich darüber ärgern, weil Leute hier blödeln- das stimmte aber gar nicht. Dein wirklicher Handlungsgrund war ein ganz anderer. Wenn dir der bewusst gewesen wäre, dann hättest du ganz anders gehandelt. Er war dir aber nicht bewusst. Warum nicht? Weil du dein wahres Gefühl gar nicht gefühlt hast. Natürlich war es da, aber du hast es überlagert mit Wut. Gerade du, die sonst selbst gerne blödelt, saugst andere an, die das tun!
Genau, das dachte ich. Damals war ich 18- und ich bin jahrelang in der festen Überzeugung rumgelaufen, die hätten mich ausgelacht. Da wir in einer Clique waren, hab' ich gute Miene zum vermeintlich bösen Spiel gemacht und hab' mir nix anmerken lassen. Geschnallt, dass das alles Einbildung von mir war, hab' ich erst Jahre später, als ich meinen Saturn in 12 verstanden habe. Es gab ja hunderte von solchen Situationen in meinem Leben.Annie schrieb:Ja ich erinner mich, hattest du schon mal geschrieben. Wie hast du denn erfahren, dass die nicht über dich gelästert hatten? Ich aus meiner Sicht hätt jetzt spontan gedacht, dass die wohl nicht negativ über dich geredet haben, sondern im Gegenteil, sonst hätte der eine ja nicht gelächelt. Du dachtest wohl der lacht dich nicht an, sondern aus, oder?
Ja, die panische Angst vor Kritik- das ist Krebs pur.Annie schrieb:So ne Situation wie du hier hatte ich so noch nie. Nur hab ich mich eh schon immer beim kleinsten Gegenwind kritisiert und nicht geachtet gefühlt.
Was wäre denn, wenn jemand tatsächlich über mich lästert? Würd ichs dann nicht mitkriegen, sondern immer nur dann aufhorchen, wenn ich eigentlich gar keinen Grund dazu hätte? Nee echt, diese Mechanismen, ich raffs noch nicht ganz. Also im Kopf schon, aber mir fehlt das Unterscheidungsvermögen irgendwie. Was ist real und was nicht..... und wie kann man das eine vom anderen unterscheiden..... *grübel*
Der Mechanismus (ich sag' ja lieber: Gottes Gesetz) ist ganz einfach, Annie:
Du bist Gott. Alles geht von dir aus.
Solange du das nicht weisst, ist es so: Du erntest, was du säst.
Ohne Ausnahme. Du bist verantwortlich für alles, was ist in deinem Leben.
Warum? Weil die Ursache in dir liegt. Für alles.
Bleiben wir mal bei dem Beispiel hier:
Wenn du keine Angst gehabt hättest, auf meine Frage nach einem Beispiel zu antworten, dann hättest du es einfach hingeschrieben. Dann wären die, die da rumgeblödelt haben, gar nicht aufgetaucht. Deine Wut hat sie herbeigezogen, verstehst du? Du hast dich nicht getraut, zu schreiben. Du hast dich über dich selbst geärgert, also bist du wütend geworden. Auf dich selbst. Weil du so'n Schisser bist- das hasst du an dir selbst. Die Wut muss aber irgendwo hin, sie schreit nach einem Ventil- schon isses da. Der gesamte Ablauf der Situation entspringt deinem Inneren.
Es gibt da gar nix zu unterscheiden, weil alles bei dir liegt. Alles. Dieses Suchen, wer ist jetzt an was schuld, ist Blödsinn. Natürlich haben die da ihre Faxen gemacht- das ändert aber nix an der Tatsache, dass du es warst, die sich daran gerieben hat. Diese Reibung, die liegt bei dir. Sie entspringt deiner Gemütsverfassung. Und nur da kann sie geändert werden, nicht dadurch, dass du die Leute ansaugst.
Das Lästeropfer ist dann eins, wenn er selbst ein Lästertäter ist. Nur, wer sowas selbst tut, befürchtet, dass andere das auch tun- was dann natürlich auch so ist. Wer selbst nicht lästert, dem kommt sowas nicht in den Sinn- sollte also über den jemand lästern, merkt er's nicht. Er nimmt es nicht wahr, also existiert es in seiner Welt auch nicht. Ist er selbst ein Lästerkönig, wird er überall sehen, wie über ihn getratscht wird, ob vermeintlich oder tatsächlich- seine Welt ist voll davon.Annie schrieb:Ich habs ja schon bei anderen erlebt. Ich war mal mit ner Bekannten in der Mensa essen, da kam einer dazu den sie kennt und hat sich mit dem normal unterhalten, ich hab eh nix verstanden weils ne andere Sprache war, und hab weitergegessen. Als er weg war, hat sie mich gefragt was ich von ihm halte, und meinte er ist doch irgendwie voll komisch der Typ. Ich fand den ganz normal, also gar nicht seltsam oder was sie sich eingebildet hatte.
Ein andermal hat sie vornrum zu nem andern Typ total nett getan und liebreizend, und als er weg war, hat sie sich bei mir über den ausgekotzt, was er doch fürn A****loch sei usw.
Also solche Situationen scheints echt zu geben. Da möcht ich mal wissen, ob die Typen also die Lästeropfer was davon checken, und ob die dann auch spinnen wenn sie denken es wird schlecht über sie geredet. *gg*
Zwischen "verstehen wollen" und "interpretieren" liegt ein gewaltiger Unterschied, Annie. Wer verstehen will, tut das aus Liebe. Wer interpretiert, tut das aus Angst. Der letzte Absatz ist eine Interpretation. Da spricht die Angst vor dem Schmerz der Wahrheit aus dir. Weiter unten biste ja selbst drauf gekommen.Annie schrieb:Stimmt auch, ich will wissen, was du dir dabei denkst. Und wie ich das für mich einordnen soll.
Hmm, wo siehst du denn den Unterschied zwischen den beiden Worten "interpretieren" und "meinen"? So genau hab ich das gar nicht getrennt.
Mir gehts darum zu verstehen, was ich deinen Worten entnehmen soll.
Manchmal denk ich, weil ich mich an dich wende, denkst du du hast nen Freibrief mir alles reinzudrücken was du willst. Und wenn ich das dann nicht so toll find, sagste dass ich doch diejenige bin die immer wieder kommt.
Absolutheitsanspruch? Nein. Weil ich nicht die absolute Wahrheit bin- das ist der 7er. Der Teil der Wahrheit, den ich bereits verwirklicht habe, der bin ich absolut, ja. Das schwingt nicht nur mit- das bin ich. Das ist ja der Grund, warum du immer wieder ankommst, lach. Das ist so: wer die Wahrheit sucht, fühlt sich angezogen, wer sie flieht, fühlt sich abgestossen oder findet keine Resonanz.Annie schrieb:So und hier stört mich zB dieses "was ich weiss". Es ist doch im Endeffekt nur deine Meinung, die du kundtun kannst, oder nicht? Also was du für dich erkannt hast. Das kannst du natürlich unters Volk bringen und andere daran teilhaben lassen, keine Frage. Aber iiiiiirgendwie schwingt da auch immer gleich so ein Absolutheitsanspruch mit. Der ist für mich real wahrnehmbar. Was meinste dazu?
Das ist ne gute Frage. Es kommt dabei auf meine Aufrichtigkeit an, was mir das sagt. Meist weiss ich vorher, wie die Antwort ausfällt, ob freundlich oder pampig ist egal. Für mich ist wichtig zu sehen, was meine Rolle im Geschehen ist. Welche Wechselwirkung sich entfaltet zwischen mir und dem Aussen. Ich sehe, welche Wirkung ich auf das Aussen habe und wie sich durch die Rückwirkung des Aussen auf mich mein Verständnis vertieft.Annie schrieb:Ja, jemand stellt ne Frage. Du antwortest, und dann reagiert der Fragende pampig. Und da du ja meinst, wie man in den Wald hineinruft, so schallts auch wieder heraus, frag ich mich an der Stelle, ob und was die pampige Antwort dir zu sagen hat.![]()
Ich würd dann glaub ich noch mal fragen, was ihn denn jetzt so auf die Palme bringt.
Um bei dem Beispiel hier zu bleiben aus meiner Sicht, in meiner Welt: ich hatte dich gebeten, ein Beispiel zu schreiben, wohlwissend, dass das Beispiel selbst nix bringt. Aber die Aufforderung dazu sehr wohl. Wie sich diese Wirkung entfalten würde im Aussen? Keine Ahnung. Dann kam sie- auf Widder-Art. Eine praktische Demonstration. Viel besser als ein Beispiel aus deiner Geschichte. Ich schaue dem zu und freue mich. Dass du mich pampig nach dem Zauberwort fragst, ist Teil der Demonstration, da entsteht für mich keine Resonanz- ich verstehe doch völlig, was vor sich geht.
Wenn etwas in Resonanz geht, dann der Inhalt, nicht die Form. Blacky's post bestand aus 5 von denen -->
Haaaa, so genau weisste das ja eben nicht. Du schwankst hin und her- die Wahrheit zieht dich an, ihr Schmerz stösst dich ab. Das ist normal für einen, der mit einem Fuss in der Luft hängt, ihn aber gerne auf den Weg setzen möchte. Setzt er ihn auf den Weg oder zieht er ihn zurück?Annie schrieb:Klaro merk ich das. Manchmal stell ich mir dabei innerlich die Frage, ob ich eigentlich noch ganz sauber bin, wenn ich doch genau weiss, was wohl wieder kommen wird.![]()
Ach je, ich war auch mal ein Nägelbeisser. Ist aber schon lange her, ich weiss es gar nicht mehr so genau. Es hat irgendwann einfach von selbst aufgehört, ich weiss nicht, wieso- gemacht hab' ich nix. Zumindest nicht bewusst. Aber du hast Recht, es hat was mit unterdrückter Aggression zu tun. Bloss- ich bin nicht darauf trainiert worden, sie zu unterdrücken- ich selbst hatte mir das angewöhnt. Bei dir klingt das so, als sei dein Vater daran schuld. Nein- ist er nicht. Du wolltest deinem Papa gefallen, deshalb hast du selbst dich drauf trainiert. Wir trainieren hier, die Gründe offenzulegen, wie Wut überhaupt entsteht. Dann kann man die Sache nämlich gleich bei der Wurzel packen und Wut erst gar nicht entstehen lassen.Annie schrieb:Na das ist doch schon mal was.![]()
Ganz früher hab ich von meinem Widder allerdings noch nicht viel gemerkt, ausser dass ich ihn und seine Aggressionen gegen mich selber gerichtet hab (übers Nägelkauen, tu ich auch heute noch, oft bis es blutet). Da wusste ich noch gar nicht was mein Widder AC noch alles kann, oder besser darf. Bis dahin bin ich darauf trainiert worden, meine Wutgefühle zu verdrängen. Naja, nun bin ich langsam dabei, sie dosiert freizugeben, in Form von was du nennst "Gehör verschaffen", also Meinungsäußerung sozusagen. Manchmal klappts nicht immer, da fall ich noch ins alte Muster zurück, oder ich schlag den falschen Ton an.
Ja- ich weiss. Das ist Absicht, Annie. Ein Krebs will aus Schutzgründen immer auf den Arm, bei mir gibt's keinen persönlichen Schutz. Die Wahrheit macht jeden Schutz überflüssig.Annie schrieb:Sollste ja auch nicht, nur dein Ton missfällt mir manchmal. Aber ich weiss schon - es liegt an meiner Angst, den Tatsachen (?) ins Gesicht zu blicken.
Schönes Bild. Das passt in den thread von Lilith mit der sprachlichen Ausdrucksform. Merkur in Krebs spricht bildhaft.Annie schrieb:Nö, seh ich auch so. Allerdings tut ja wohl die Wahrheit eh schon genug weh.
Ich stell mir das so vor, als ob die Wahrheit ein Ozean ist, und wir beide stehen oben an der Klippe. Du könntest mir nun vom Klippenrand aus nen Arschtritt geben und ich stürze schreiend in den Ozean, oder du führst mich langsam zum Rand, erklärst mir dass da unten ein riesiger Ozean ist, der zwar kalt und tief ist, aber es da unten so viel zu sehen gibt, und bringst mich dazu selber reinzuspringen. Momentan empfinde ich deine Methode noch als die Arschtrittmethode.
Vielleicht wirst du dir aber denken, egal wie, Hauptsache ich komm unten an.![]()
*schmunzel* Das hättest du wohl gerne, dass ich dir nen Arschtritt gebe und du fliegst. Annie! Glaubst du nicht, dass ich das schon längst getan hätte, wenn ich das könnte? Nicht nur bei dir- bei jedem? Ich kann es nicht! Und wenn du noch so darum bettelst. Um bei deinem Bild zu bleiben: du stehst da, am Rand der Klippe, steckst mir dein Hinterteil entgegen und sagst, ich solle endlich zutreten, aber kräftig, lach.
Ja, mit Sonne und Venus in 4 dein Thema. Der erste Schritt ist, sich erstmal einzugestehen, was man wirklich denkt. Dann traut man sich, es auszusprechen- das sind aber meist erst mal Beschuldigungen. Das ist falsch- und trotzdem richtig. Weil man auf dem Weg zur Ehrlichkeit erst mal schauen muss, wie die Dinge sind. Und sie sind eben so- der ist Schuld. Dann kommt der nächste Schritt: ich bin aber auch "schuld". Weil ich mitgemacht habe bei dem bösen Spiel. Ich hab' mich manipulieren lassen. Wie konnte ich das zulassen? Warum hab' ich das getan? Mit den Antworten auf diese Fragen kommt dann langsam Licht in die Sache.Annie schrieb:Von Sigrid Steinbrecher "Die Vaterfalle. Die Macht der Väter über die Gefühle der Töchter". Ich hab das vor 3 Tagen angefangen und bin schon fast durch, der absolute Hammer, da drückt jemand genau das aus was ich schon immer wusste aber nicht in Worte fassen konnte (oder eher mich nicht getraut hab).


Und weil das ja nicht geht, werd ich oft ungeduldig.