Eltern - und andere Lebensgefahren

So also, der Tag verschwindet in die Nacht, und Kinny hat Zeit für sich selber und unsere Fragen hier.

Zu nah dran - auch im Guten. - Das ist mir in den letzten Tagen erst in die Augen gesprungen. Wenn meine Mutter zum Beispiel jemandem - unter anderem auch mir :D - etwas Gutes tun wollte, und das hat sie ja getan - dann war es immer, wirklich immer, des Guten zuviel. Und ich hab diese Verahltensweise übernommen, seh ich jetzt. Da gabs einmal eine Situation, wo jemand (frisch geflüchtet aus dem damaligen Ostblock, in unserer Umgebung) ein bißchen Starthilfe für eine Wohnung brauchte. Gebeten wurde um ein bissl Kindergewand und ein paar Handtücher und so... angekarrt hat meine Mutter mit mir im Schlepptau praktisch eine komplette Wohnungseinrichtung - und hat das dann über Monate fortgesetzt - ununterbrochen ist sie bei denen mit irgendeiner Wohltat auf der Matte gestanden.

Und hat sich anschließend gewundert, warum die denn nicht ununterbrochen hochbeglückt waren (ich mein vielleicht wollten sich die die Wohnung NICHT nach dem Stilempfinden meiner Mutter einrichten :D) - und war bitterbös über die Undankbarkeit (grins, die hatten ja schon lang um gar nix mehr gebeten).

Und in meinen Partnerschaften - auch in den schönen Momenten war es immer wieder so, daß entweder ich für den anderen gedacht hab (ohne zu fragen, was wünscht du dir denn) - oder umgekehrt der andere mich mit was zwangsbeglückt hat. Und die Liebeserklärungen immer einen Tick zu schmalzich...

Und selbst in den wirklich schönen Momenten der *Freundschaft* hat die Distanz gefehlt... bis in die allerhintersten Winkel der Seele hinter jemandem nach sein, ist einfach zu viel. Auch der allerbeste Freund muß nicht über alles Bescheid wissen sollen ;) - und auch hier: die Wortwahl, in der mitgeteilt wurde, wie sehr man sich gegenseitig schätzt und mag und guttut (grins das Wort ist für einige Zeit out bei mir) - war immer einen Tick zu übertrieben... beiderseits. Wenn ich das heute les, denk ich mir oh du lieber Himmel Courts-Mahler läßt grüßen... zum betreffenden Zeitpunkt war ich aber hochbeglückt weil ichs mit echter Zuneigung verwechselt habe... verstehst du, was ich mein? :)

Also - aus heutiger Sicht war ich in jeder Richtung einfach ohne jedes gesunde Augenmaß für Distanz unterwegs.
 
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Haha* kinny, Liebes, ich war auch so eine "Gute" wie deine Mutter.
Musste grad herzlich lachen, als ich mich in ihr wieder erkannte.

Was nun NICHT heissen kann, darf und soll, dass du Ähnlichkeiten mit irgend wem hast. Nein!

Das heisst schlicht und ergreifend einfach NUR, dass ich mich darin wiedererkenne.

Hach* was bin ich froh, dies abgelegt zu haben. Danke fürs Erinnern!

Sayalla wünscht allen einen guten Morgen, einfach so... denn das kann se jezz... :)
 
Liebe Urajup!

:danke::kiss4:

Liebe Kinny!

Auweia. Ich hab Dein Posting mal auf mich wirken lassen, im ersten Moment spürte ich nur Ratlosigkeit. Weil ich überlegte, wie sich das anfühlen musste - und ich bemerkte, dass ich da nicht mit kann.

Ich weiß noch, wie ich reagierte, wenn mir jemand "zuviel" Gefühl entgegenbrachte - ab einem gewissen Punkt mit Widerstand und Ekel. Vielleicht ist das Selbstschutz oder das Gefühl, dass das, was da rüberkommt, nicht echt ist. Sondern um des Gefühls willen getan wird, die Eigendynamik gelebt wird, aber nicht vom Selbst kommt.

Denn wenn ich so zurückschaue: so wie sich ein Partner zu mir verhält, verhält er sich zu allen Menschen. Ich denke da z.B. an eine Freundin, die total verliebt war in einen Mann, weil er sie bereits vom ersten Blick an vergötterte - ihr Problem in der daraufhin folgenden Partnerschaft war genau dieses: Er vergötterte sofort ALLE Frauen, denen er begegnete. Was er bei ihr tat, tat er überall.

Und wenn mir ein gefühltes Zuviel entgegenkommt, werde ich misstrauisch und blocke ab.

Darum fällt es mir total schwer, mich da reinzufühlen, zumindest was Partnerschaften anbelangt *zugeb*

Ich kann mir aber vorstellen, dass dieses totale Reinwerfen in ein Gefühl (wie z.B. beim Beispiel Deiner Mutter der bedürftigen Familie gegenüber) einen Zweck erfüllt, sonst hätte sie es nicht getan.

Was ich jetzt überlege, ist Spekulation, also bitte nicht für bare Münze nehmen:

Vielleicht war das eine Kompensation von irgendetwas - z.B. einem Trauma, mal NICHT geholfen zu haben und etwas Schlimmes entstand daraus, oder eine Übernahme von einem im Familienfeld schwebenden Schuldgefühl.

Vielleicht hat sie sich für irgendetwas/irgendjemanden schuldig gefühlt, egal ob das nun "ihres" war oder nicht. Und eine Erlösung verspürt, einen Kick, wenn sie das ausgleichen konnte.

Ich kann mich auch in ein Gefühl reinhauen, und zwar was das Muttertier betrifft - ich bin z.B. eine unvorstellbare Oberglucke bei meinen Kindern - meine größte Angst war/ist immer, meine Kinder unversorgt zu sehen.

Bei uns gabs in der Ahnengeschichte so eine Situation, meine Großmutter und ein Jahr später mein Großvater starben, als meine Ma und ihre Brüder noch ganz klein waren. Sie waren Waisenkinder und lebten in einem fremden Land, mutterseelenallein, herumgeschubst und ohne Hilfe von den in Deutschland lebenden Verwandten, die die Kids nach Amerika zur Adoption freigeben wollten, OBWOHL die finanziellen Möglichkeiten, sie zu versorgen, mehr als gegeben waren, denn sie waren steinreich - und mit dem Erbe, das eigentlich meiner Mutter und meinen Onkeln zugestanden wäre, noch wesentlich reicher.

Und wenn ich an diese Geschichte denke, krieg ich heute noch einen Kloß im Hals - das Gefühl, als Mutter sterben zu müssen und die Kinder hilflos alleine zu lassen, ist für mich entsetzlich. Ich versuchte das zu kompensieren, indem ich überall Vorkehrungen getroffen habe, finanziell, Wohnmöglichkeit, Sorgerecht etc. - alles schriftlich und doppelt abgesichert....DA hab ich ein Problem, auch wenn ich von der Logik her weiß, dass es nicht "meine" Geschichte ist, ich loslassen und zurückgeben sollte, was nicht meines ist.

Und vielleicht gabs in Eurer Familie auch so einen Punkt, wo Ihr etwas übernommen habt, und wo jede Handlung, die das kompensieren könnte, ihren Reiz ausübt.

Aber ich denke, da könnte Melodie sicher mehr und besseres dazu sagen, da hab ich zuwenig Durchblick.

Liebe Grüße
Suena
 
Haha* kinny, Liebes, ich war auch so eine "Gute" wie deine Mutter.
Musste grad herzlich lachen, als ich mich in ihr wieder erkannte.

Was nun NICHT heissen kann, darf und soll, dass du Ähnlichkeiten mit irgend wem hast. Nein!

*schmunzel* *grins* *losgagger*- ist aber tatsächlich so - ich HAB das tatsächlich auch so gemacht wie sie. Mich auf allen Ebenen vor lauter Helfenwollen förmlich überschlagen - bis zur Unerträglichkeit :)

Und zwar bis zuletzt. Bis Mitte Juni.

(War da eigentlich was? Ich mein, irgendeine besondere Sternenkonstellation - oder eine Engel-Invasion - oder Auferstehung der Heiligen drei Königinnen :D oder so? - Oder hats schlicht nur mir endlich gereicht von dem ganzen Unsinn? :D)
 
Ich weiß noch, wie ich reagierte, wenn mir jemand "zuviel" Gefühl entgegenbrachte - ab einem gewissen Punkt mit Widerstand und Ekel. Vielleicht ist das Selbstschutz oder das Gefühl, dass das, was da rüberkommt, nicht echt ist. Sondern um des Gefühls willen getan wird, die Eigendynamik gelebt wird, aber nicht vom Selbst kommt.



Und vielleicht gabs in Eurer Familie auch so einen Punkt, wo Ihr etwas übernommen habt, und wo jede Handlung, die das kompensieren könnte, ihren Reiz ausübt.

Aber ich denke, da könnte Melodie sicher mehr und besseres dazu sagen, da hab ich zuwenig Durchblick.

Die Eigendynamik des Gefühls leben - jö du DAS erklärt den Vorgang herrlich. Da rappelts bei mir im Oberstübchen - so eine bildhafte Erklärung für den Vorgang , danke du!

Ohja und da gabs ganz sicher mehrere Punkte. Also die Frage jetzt an Melodie weiterreiche...
 
Bei mir war am 25.07.2009 Schluss, endgültig. Angefangen hat es im Jahr davor (im Mai- mit Hilfe damals... einer Geistheilung), seitdem habe ich geübt. Und nun bin ich *drin*, in mir... und gehe da auch nicht mehr raus. Fühlt sich nämlich gut an. :banane::banane:

Schon, ja... bei mir beginnt sichs langsam gut anzufühlen, ganz vorsichtig.

Ja, Mitte Juli war ich dann soweit, daß ich einverstanden war mit dem Schlußpunkt unter diesen ganzen Murks - und die Therapie begonnen habe.

Übrigens, die Frage, "was hat mich denn so an den Kerls fasziniert" hat ungeahnte Auswirkungen in mir gehabt, jetzt in den letzten Stunden. Also - für mich war sie tatsächlich gut und wichtig, und sobald ichs irgendwie in sinnvolle Worte fassen kann, kriegt ihrs hier von mir geliefert.

Vorerst nur mal: bei mir ist ein Vorhang vor etwas weggegangen damit, wo ich bis jetzt nicht hingekommen bin. Heißt wohl ich war bereit dafür...
 
Hallo ihr Lieben...

Wollte mich nur mal kurz melden...
bin zur Zeit viel beschäftigt...
(immer dieses lästige RL...:D)
komme aber sicher bald wieder
und habe dann erstmal sicher viel zu lesen...


@Trixi...
Ich denke zwischendurch an deine Ma....
Alles Liebe von hier...
 
Zu nah dran - auch im Guten. - Das ist mir in den letzten Tagen erst in die Augen gesprungen. Wenn meine Mutter zum Beispiel jemandem - unter anderem auch mir :D - etwas Gutes tun wollte, und das hat sie ja getan - dann war es immer, wirklich immer, des Guten zuviel. Und ich hab diese Verahltensweise übernommen, seh ich jetzt.

Wie, du kennst meine Frau Mama, Kinny? :D

Und in meinen Partnerschaften - auch in den schönen Momenten war es immer wieder so, daß entweder ich für den anderen gedacht hab (ohne zu fragen, was wünscht du dir denn) - oder umgekehrt der andere mich mit was zwangsbeglückt hat.

Und selbst in den wirklich schönen Momenten der *Freundschaft* hat die Distanz gefehlt... bis in die allerhintersten Winkel der Seele hinter jemandem nach sein, ist einfach zu viel. Auch der allerbeste Freund muß nicht über alles Bescheid wissen sollen ;)

Also - aus heutiger Sicht war ich in jeder Richtung einfach ohne jedes gesunde Augenmaß für Distanz unterwegs.

Tja, weshalb nur kommt mir das sooooo bekannt vor? :rolleyes: Weil mangelnde Distanz in meiner Familie einen hohen Stellenwert hatte. Jeglicher Rückzug, jedes noch kleine "Geheimnis" war etwas fürchterbar Schlimmes. Das alles hatte ich mit der Muttermilch eingesaugt, so sehr verinnerlicht, dass es mir überhaupt nicht bewusst wurde. Dabei bin ich eher eine "Distanzlerin" - aber das war ja etwas Böses.

Na ja, und das zuviel des Guten, das habe ich natürlich auch übernommen. Versuchte, Gedanken zu lesen oder Wünsche zu erraten, weil ich das mit Liebe und Zuneigung verwechselte. Es hat eine ganze Weile gebraucht, zu durchschauen, dass in mir "Helferin" gut versteckt ein hungriges Kind brüllte - und alles, was ich anderen Gutes tat, das wünschte ich mir eigentlich im Gegenzug für dieses bedürftige Kind. Wenn ich meinen Mann streichelte, dann so, wie ich gestreichelt werden wollte. Wenn ich etwas verschenkte, dann in der leisen, uneingestandenen und unausgesprochenen Hoffnung, ebenso beschenkt zu werden. Und in der Hoffnung, dass man mir meine Bedürfnisse und Wünsche von der Stirn abliest. Wer das nicht konnte, der liebte eben nicht "richtig". In dieser Auffassung wurde ich leider auch noch von Muttern und Schwiegermuttern bestärkt. Bloß keine Klarheiten, lieber Rätselraten ohne Ende und dann beleidigt sein, wenn jemand die "Signale" nicht eindeutig entschlüsselte.

Meine Güte, wie grauenhaft anstrengend. Kein Wunder, dass ich sehr feine Antennen ausbildete - ich musste ja "hellsehen" und "hellfühlen" können, um eiligst im Fall des Falles herbeizuspringen. Was Ausmaße annahm, die mich dann irgendwann doch erschreckten, weil ich gar nicht mehr zur Ruhe kam. So richtig "gaga".

Mir selbst zu erlauben, dass Distanz sein darf, das war eine wirkliche Befreiung. Da habe ich mir endlich mal selbst etwas Gutes getan sowie den Rat meiner Therapeutin beherzigt, mit mir selbst herumzutüddern.

Liebe Grüße
Rita

PS. Hierzu:
(War da eigentlich was? Ich mein, irgendeine besondere Sternenkonstellation - ...Oder hats schlicht nur mir endlich gereicht von dem ganzen Unsinn?

Beides. Da deine Geburtsdaten in deinem Profil stehen, habe ich "gespickt". Selten eine so bildschöne astrologische Auslösung gesehen. Trotzdem denke ich, entscheidend ist, dass man einfach den Kanal bis oben hin voll hat, Sterne her oder hin.
 
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Hallo ihr Lieben...

Wollte mich nur mal kurz melden...
bin zur Zeit viel beschäftigt...
(immer dieses lästige RL...:D)
komme aber sicher bald wieder
und habe dann erstmal sicher viel zu lesen...
dito. :zauberer1


@Trixi...
Ich denke zwischendurch an deine Ma....
Alles Liebe von hier...
Prima, danke. Heute würde ich mich trauen zu vermelden, daß es ihr wieder gut geht. Wenn den Ärzten nichts Neues einfällt, dann bringe ich sie morgen Nachmittag nach Hause. Wie es ausschaut, haben wir Glück gehabt, wenigstens sagen das die Ärzte. Ich empfinde es ebenso, aber vor allem, weil wir jetzt wissen, wie es kam.

Das erzähle ich aber heute nicht mehr, sondern schalte ab und sage Auf Wiedersehen. Wenn's Ruhiger ist im Leben, dann habe ich viel zu lesen.... vielleicht am Wochenende.

lg,
Trixi Maus
 
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