Eltern - und andere Lebensgefahren

Liebe Eva! :)

Ich bin fähig, die meisten Emotionen zu spüren, die es so gibt - hab jahrzehntelang in mich reingespürt und Verdrängtes ans Licht geholt.
Und so seltsam es klingt, wenn ich z.B. die unterdrückte Aggression einer Freundin von mir wahrnehme, kann ich dabei innerlich immer ruhiger bleiben, es haut mich nicht aus der Mitte.
Was ist mitfühlen, wenn nicht das Mitfühlen von Emotionen und Gefühlen? :confused:
Wenn ich nix mehr fühle, bin ich tot!


Liebe Grüße

believe :)

Hallo believe,

das sehe ich genau so :)

Lieber Gruß,
Eva
 
Werbung:
Hallo Suena,

das ist Nachdenkestoff.
Man muß dann nur rausfinden, was die positive Entsprechung des Negativen ist, was der andere auslebt : also eigene Kraft anstatt machomäßiges Verhalten von außen.
Ich war übrigens genauso, ich habe die , die mich wirklich mochten und mich akzeptierten, wie ich bin, stehenlassen und hab mich in die verliebt, die ständig an mir rummäkelten, die mich klein sehen wollten und schwach. Du liebe Zeit, warum macht man sowas nur! :rolleyes:

Liebe Alana!

Warum man das so macht....ehrlichgesagt, ich weiß das nicht genau. Ich kenne einige Erklärungsansätze dafür, ob sie zutreffen, muss jeder für sich selbst entscheiden, glaube ich.

Ich glaube Dahlke hatte mal in einem seiner Bücher geschrieben, dass man das, was man in sich selbst ablehnt, im Außen erscheint.

Ich mag diese blöden Spiegelgesetze nicht *grins* - darum hab ich das anders für mich formuliert, da macht es wesentlich mehr Sinn:

Das, was ich mir selbst nicht zugestehe, stört mich am anderen.

Ein paar Beispiele, bitte nicht genau nehmen, ich überzeichne sie bewusst:

Wenn jemand einen unpünktlichen Partner hat und das MASSIV stört, dann kann es sein, dass derjenige sich selbst niemals gestatten würde, mal die Zeit etwas lockerer zu sehen, sondern durch Ereignisse, Erziehung etc. daran glaubt, immer pünktlich sein zu müssen.

Würde er es schaffen, das ein wenig entspannter zu sehen und sich SELBST gestatten, mal hie und da zu spät zu kommen, hätte er das Problem beim Partner gar nicht, weil er es nicht sehen würde. Er springt auf seinen eigenen Zwang an.

Wenn jemand ein Problem damit hat, dass der Nachbar "in seinem Alter" mit Lederhose und Flinserl (Ohrring) herumrennt, weil "er mit seiner Vergänglichkeit nicht zurechtkäme", dann kann es leicht sein, dass man selbst eigentlich ganz gerne so herumlaufen würde, sich das jedoch aus gesellschaftlichen Zwängen heraus nicht traut.

Wenn ein Partner etwas extrem lebt, was einem stört, dann kann es sein, dass man selbst gerade diesen Wesenszug bei sich selbst unterdrückt, durch Normen, durch Erziehung, durch den Kopf.

Ein Partner von mir war der typische Angeber. Das war zu einer Zeit, als ich selber als Duckmäuschen unter dem Teppich kroch. In meiner ständigen Angst, vielleicht hochzustapeln, erzählte ich lieber nix von mir als Gefahr zu laufen, überschätzt zu werden. Es störte mich gewaltig, doch in Wahrheit hatte ICH das Problem.
Als ich, nach Jahren, mal selbst soweit war, zu Leistungen von mir zu stehen, legte sich schlagartig SEINE Angeberei. Ist wie eine Waagschale - was der eine unterdrückt, drückt die Waagschale beim anderen nach oben.

Ich glaube, dass vieles von dem, was wir uns selbst nicht zugestehen wollen als Handlung, beim Partner verstärkt in Erscheinung tritt, als Ausgleich. Bzw. dass wir genau diese Handlungen beim Partner kritisieren, WEIL wir sie bei uns unterdrücken.

Ich denke, das wäre ein Ansatz, der überlegenswert wäre. Aber nicht in die Richtung, dass man 1:1 so denkt, denn wenn z.B. der Partner gewalttätig wäre, wäre es meiner Meinung nach nicht so, dass man selbst gerne schlagen würde, sondern dass es da um das Thema geht, das DAHINTER liegt - Durchsetzung (in dem Fall mit schlechten Mitteln).

Könnte eine Möglichkeit sein, vielleicht fällt Euch auch eine Erklärung ein, würde mich auch dafür interessieren, was es an Möglichkeiten gibt.

Liebe Grüße
Suena
 
Was mir grad so dazu kommt: das war mir noch gar nicht bewußt... selbst in den schönen Augenblicken - das war allen meinen Seltsamkeiten gemeinsam, von der Mutter an - war es immer "zu nah dran", auf die eine odere andere Art immer zu distanzlos. Dem geh ich jetzt nach-denken.

Liebe Kinny!

Bei diesem Satz bin ich grade hängengeblieben, weil er mir unklar ist. Könntest Du das (wenn Du magst) ein wenig genauer beschreiben, vielleicht mit einem Beispiel?

Liebe Grüße
Suena, die den Austausch hier auch sehr schätzt:)
 
hui, wo ich grad Geh- und Stehübungen lese: könntet Ihr nicht mal Pause machen, bis Muttern wieder auf dem Damm ist? Ich verpasse ja Alles! :)

Danke für die vielen schönen Pakete !!! Es scheint ja zu wirken, also weiter so...

Gut's Nächtle,
Trixi Maus


Trixi, Dir und Deiner Ma weiterhin alles, alles Gute! :umarmen:

Liebe Grüße
Suena
 
Ja, ich denke ich hätte in dem ein oder anderen Fall anders handeln können...
Alles andere würde ja bedeuten daß ich nicht selber verantwortlich bin für meine getroffenen Entscheidungen...

Hallo Luckysun,

ich finde, genau da wird es interessant!

Ist es nicht grade ein Schwerpunkt von Kinny's Eingangsfrage, wie es kommen kann, dass man rote Ampeln entweder nicht sieht, oder mit ihnen umgeht, als stünden sie auf Grün?

Aus meiner Sicht läuft die Befreiung zum liebenden Menschen, der sich lieben lassen kann, darauf hinaus, sich zunächst in der Verbogenheit zu erkennen.
Und sich diese weder vorzuwerfen, noch sich der Verantwortung dafür, dass es anders werden muss, zu entziehen.

Sich selbst genau so verbogen wie man ist, ganz anzunehmen und liebevoll für sich sorgen zu lernen - damit man ab jetzt immer besser mit sich und mit Anderen umgehen kann. (Und sich für eine ganz andere Art von Menschen zu interessieren, als bisher!)

Dazu ist es, weiterhin aus meiner Sicht, erforderlich, zu dem Kind zurück zu gehen, das man war und zu erkennen, dass es völlig unschuldig war, von Grund auf gut und liebend.
Erkennen, was es lernen musste, um in einem schwierigen Elternhaus wenigstens ansatzweise zu bekommen, was es - was jedes Menschenkind - braucht und sich bestmöglich vor den in erschreckend vielen Familien lauernden Gefahren zu schützen.

Genau diese Überlebensprogramme machen danach im Erwachsenenleben, wo wir Verantwortung hätten, die Probleme.
Denn das innere Kellerkind ist sich sehr sicher, dass nur so überlebt werden kann und alles Neue oder Andere sehr gefährlich ist.

Und wer setzt sich in Stressituationen durch? Dein kluger Kopf, oder deine innere Not?

Vielleicht wird der Umgang mit dem, was man selbst verbockt hat, was man inzwischen bereut, besser klar wenn man eine Reihenfolge hineinbringt in die Veränderung.

Und das fängt für mich damit an, dass ich erst mal subjektiv werde. Und bei der Frage, was wovon kam, anerzogene Tabus, Eltern kritisch zu sehen, über Bord werfe.
Nicht, um sie für meine heutigen Entscheidungen verantwortlich zu machen, denn diese Verantwortung habe ich mit dem Eintritt ins Erwachsenenleben ganz alleine.
Aber ich möchte verstehen dürfen, dass ich gelernt habe, mich so zu verhalten weil ich dann erkenne, dass ich es verlernen kann.

Zurück also zu deinem Rückblick auf Entscheidungen, die du gegen deine Erkenntnisse getroffen hast, bzw. den beiden Beispielen:
Warst du in dem Augenblick wirklich fähig, dich deinen Einsichten gemäß zu verhalten?

Hattest du nicht vielleicht gelernt, die wenigen angenehmen Momente mitzunehmen weil langfristig und überwiegend kaum Gutes zu erwarten sei?

Und das sehr persönliche Thema, wie gehe ich, wenn ich gelernt habe, andere zu beschwichtigen, ihnen zu geben was sie wollen, damit ich für den Moment eine Illusion von Frieden oder Liebe habe, in sexueller Hinsicht mit mir um - bis hin zu dem, was mich scharf macht...
Also ich hatte da so meine Prägungen...

Viele Grüße,
Eva
 
Werbung:
Zurück
Oben