Hallo Elfman,
das Bild vom „egolosen Beobachter“ ist tatsächlich hilfreich, um den Kern dessen zu erfassen, worüber wir hier sprechen. Es geht nicht um ein bewusstes Ich, das alles registriert, sondern um die notwendige Voraussetzung, die es überhaupt ermöglicht, dass Veränderung wahrgenommen werden kann.
Alles, was wir als Erscheinungen erleben – Masken, Kulissen, selbst Schrödingers Katze – zeigt sich nur innerhalb dieses Rahmens. Ohne ein unveränderliches Fundament gäbe es keine Möglichkeit, Veränderung oder Potenzialität überhaupt zu erkennen. Der Beobachter ist daher nicht ein individuelles Wesen, sondern eher die latente Bedingung, aus der jedes Vorhandensein und jede Abwesenheit von Ereignissen hervorgeht.
Das bedeutet auch: Die Realität dessen, was wir wahrnehmen, hängt nicht davon ab, dass ein „Ich“ hinschaut. Sie zeigt sich immer als Relationen von Veränderungen. Aber die Erfahrbarkeit selbst setzt etwas voraus, das unveränderlich bleibt, sonst könnten keine Relationen bestehen. Dieses Unveränderliche ist weder Zeit noch Raum noch Objekt – es ist die Voraussetzung für alles, was in der Welt der Erscheinungen als „existierend“ erscheint.
In diesem Sinn ist jede Beobachtung, jeder mögliche Zustand, jede „Katzensuperposition“ nur eine Bewegung innerhalb der Erscheinungen. Der „egolose Beobachter“ ist nicht eine zusätzliche Entität, sondern die notwendige Bedingung, die es erlaubt, dass das Vorhandene überhaupt wahrgenommen werden kann. Alles andere – Masken, Kulissen, Zustände – reflektiert sich nur in ihm, ohne dass er selbst ein Teil der Veränderung wird.