Wer fremdenfeindlich ist, muß noch nicht rechtsradikal sein. Aber Fremdenfeindlichkeit ist eine "Einstiegsdroge", so der Psychologe
Oliver Decker:
-------------
Fremdenfeindlichkeit ist natürlich das zentrale Element, sozusagen die Einstiegsdroge. Dann gibt es die Befürwortung einer rechtsautoritären Diktatur, den Wunsch nach einem Führer. Weitere Merkmale sind der Chauvinismus – also ein ausgeprägter Nationalismus, dem das Schicksal anderer Länder egal ist –, der Sozialdarwinismus – die Idee, dass es wertes und unwertes Leben gibt –, und schließlich die Verharmlosung des Nationalsozialismus. Jemanden, der auf allen Dimensionen zustimmt, bezeichnen wir als einen manifesten Rechtsextremen mit geschlossenem Weltbild.
Und wie viele gibt es davon?
Wir müssen von Wellen bei einem hohen Niveau sprechen, das bei acht bis zehn Prozent liegt – und das sind nicht die Schläger. Jeder dritte Deutsche ist zudem ausländerfeindlich, und immerhin fünf Prozent befürworten eine Diktatur. Das sind recht klare Befunde.
-----------------
Zum spannenden Interview:
http://www.fluter.de/de/109/heft/10266/
Die Aussage ist auch ein bisschen links angehaucht. Allerdings sollte es ein Psychologe doch ein bisschen besser wissen ....
Fremdenfeindlichkeit ist letztendlich ein ganz normales Gruppenverhalten, in dem sich Gruppen untereinander abgrenzen. Gerade bei der Migration kommt dazu, dass hier eine Gruppe ist, die sich etwas hart erarbeitet hat, und die sich natürlich sowohl gegen ungerechtfertigte Nutznieser als auch gegen Zerstörer dieses hart erarbeiteten Wohlstandes abgrenzen möchte.
Letztendlich das klassische Muster der abgegrenzten Gruppe, die Sicherheit bietet.
Nationalismus an sich ist ja auch nichts schlechtes (nicht zu verwechseln mit den Auswirkungen der nationalsozialistischen Regierung unter Hitler). Nationalismus bedeutet ja nur, dass sich jemand für die Sicherheit, Integrität, Kultur und den Frieden in seinem Land einsetzt ... grundsätzlich mal ein ja nicht unberechtigter Wunsch.
Nationalismus hat überhaupt nichts mit anderen Kulturen zu tun, sondern ist rein auf die eigene Kultur bezogen. Das grenzt andere parallele Kulturen weder aus noch inkludiert es sie.
Der extreme Sozialdarwinismus war möglicherweise ein Kennzeichen des NS-Regimes, und ist heute noch ein Element mancher extremer Gruppierungen. Aber ... er bietet den als minderwertiger betrachteten Kulturen auch Vorteile, wie sie z.B. die Koloniserung für viele Völker (mit allen Vor- und Nachteilen) gebracht hat.
Jemand der als gleichwertig angesehen wird, muss dies einerseits immer wieder unter Beweis stellen (Gruppendynamik), andererseit ist er auch eigenverantwortlich und muss mit seinen Problemen zurecht kommen.
Der 2. zitierte Absatz ist letztendlich reine links-Rhetorik. Denn keine der Zahlen sagt irgendetwas über rechtes Gedankengut aus, denn auch genügend Linke würden eine Diktatur nach ihrem Muster (Grüne) vorziehen.