Warum will Frau ein Kind von einem Mann der nach der Arbeit zB immer die Füsse auf den Tisch legt, es keine gute Gespräche gibt, oder auch Mann abends in Kneipen geht.?Sie alleine bisher alles gemacht hat, (oder machen muss) und da schon unzufrieden ist.
So wild muss es zu Beginn einer Beziehung ja nicht sein.
Realistischer finde ich:
Mann ist verliebt und gibt sich Mühe. Die Frau auch. Sie bekocht ihn, wofür er sie ganz doll lobt. Wofür Menschen gelobt werden, wiederholen sie und, ach, das bisschen Haushalt, soo viel mehr Arbeit macht ein einzelner Mann auch wieder nicht. Und schließlich hat er ihr doch neulich vor zwei Monaten das Regal an die Wand gebracht und den Geschirrspüler räumt er auch ab und an mit aus. Passt schon. Immerhin macht ihr Mann mehr als andere Männer im Haushalt. Frau hört sich ja um.
Jetzt passt es, beide gehen arbeiten und es schleicht sich ein, dass sie immer etwas mehr tut als er. Schließlich will sie es ja schön haben, was er nicht unbedingt braucht, aber durchaus genießt. Sie weiß auch immer, wo sein Schlüssel liegt, er lernt, wenn er sich ein bissi deppert anstellt, bekommt er ihre volle Unterstützung.
Jetzt sind die zwei Verliebten bereits drei Jahre zusammen und es muss weitergehen. Kinder. Ja. Gute Idee. Während der Schwangerschaft kauft er ihr auch spät in der Nacht die gewünschten Gummibärchen. Sie fühlt sich geliebt. Er trägt die Kisten mit den Getränken und fühlt sich ganz Mann. Beiden geht es damit ganz gut. Sie übernimmt inzwischen gut 80% der Haushaltsarbeiten. Irgendwie hat es sich so entwickelt und für sie fühlt es sich nicht schlimm an.
Nach der Geburt des ersten Kindes wird es dann spannend. Sie hat die 80% Hausarbeit, die sich verdoppelt hat, plus 100% Kind. Denn er weiß ja als Mann nicht, wie das geht. Und sie ist im Streß, Mutterschaft zu lernen. Und überhaupt klebt das kleine Energiebündel eh immer an ihrer Brust oder liegt in ihrem Arm. Eine Hand ist noch frei, oder die Stunde Mittagsschlaf nach dem Füttern, um die Wäsche zu waschen, die plötzlich so viel mehr geworden ist.
Ach, überhaupt. Er verliert. An Zeit, in der sie ihn liebkost und beschmust hat. Das bekommt jetzt das Kind. Sie ist gestresst, nie ausgeschlafen und riecht nach Babypuder und Penatencreme. Wenig sexy. So hat er es sich nicht vorgestellt und die Frage nach dem nächsten Urlaub stellt sich gar nicht erst. Seine Bedürfnisse stehen hinten an, doof das. Na, vorher hat es sich für ihn wenigstens gelohnt etwas zu helfen. Es gab Bussis, dankbare Blicke und guten Sex. Jetzt soll er mehr tun für weniger. Nö. Nciht mit ihm. Irgendwie hat er sich das mit dem Vatersein anders vorgestellt. Aber nun gut, das ist eben die Babyphase. Das geht vorbei. Denkt er.
Vier Jahre später, das zweite Kind ist dazugekommen. Seine Frau sieht imer noch nicht besser aus, eher im Gegenteil, aber an die Ringe unter ihren Augen hat er sich schon gewöhnt. Aus seiner bezaubernden jungen und dynamischen Frau ist eine funktionierende Familienmanagerin geworden, unzufrieden dazu, denn sie nörgelt mit ihm: "Fass doch bitte mal mit an.". Er quakt zurück: "Jetzt nicht, und überhaupt, was willst Du mich rumkommandieren? DU wolltest doch ein zweites Kind. Sei doch froh, dass Du nicht arbeiten gehen musst, ich trage die ganze Last. Ich geh schon für uns arbeiten und zahle die Miete und meine Ruhe habe ich Zuhause auch nicht mehr. Und wenn ich Sex will, ach, Du benimmst dich, als wäre ich ein notwendiges Übel."
'Ja,', denkt sie, ', das ist so, weil ich alles alleine machen muss.'
'Ach,', denkt er sich, 'die junge neue Kollegin ist eigentlich ganz nett. Und als Überstunden kann ich es auch gut verkaufen.'
Zwei Jahre später, sie hat sich nicht abgefunden mit ihrem Schicksal und sie geht auf Jobsuche. Sie hatte mal vor gar nicht so langer Zeit studiert und einen guten Abschluss in Germanistik. Sie hatte den Traum an einer großen Bühne Pressearbeit zu machen. Hm, aber halbtags will sie niemand und am Wochenende geht es nicht. Also sucht sie sich erst einmal einen Nebenjob. Sie geht putzen, denn das kann sie inzwischen auch ganz gut.
Er macht Karriere, viele Überstunden und ist immer seltener Zuhause, und wenn, macht er sich so gut es geht unsichtbar. Damit niemand zu ihm sagt: "Bring mal den Müll raus."
Ein weiteres Jahr später fliegt seine Affäre auf. Und die Bombe platzt.
Sie will die Scheidung.