SpiritChaser
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DIE WELT, 2. November 2007, Seite 19
Hedgefonds-Milliardär warnt vor Crash in den USA
Wer künftig an den Finanzmärkten Geld verdienen will, sollte Amerika meiden, und stattdessen in China investieren. Diesen Ratschlag erteilte ... ein eingefleischter Kapitalist seinem renditehungrigen Publikum:
Jim Rogers, Mitgründer des legendären Quantum-Hedgefonds, ist überzeugt, dass die Vereinigten Staaten wegen des gigantischen Schuldenberges in den kommenden Jahren eine schwere Zeit durchmachen werden. ... Nach Ansicht des 65 Jahre alten Investmentgurus habe sich der US-Dollar längst in eine schwer beschädigte Leitwährung verwandelt. "Amerika schuldet der Welt 13 Billionen Dollar. Alle 15 Monate kommt eine weitere Billion dazu." Er könne sich deshalb überhaupt nicht vorstellen, warum irgendjemand sein Geld in eine Währung investieren wolle, die so sehr in ihrem Wert gemindert worden sei. Den Schuldigen lieferte Rogers gleich mit: US-Notenbankchef Ben Bernanke. Der begehe "schreckliche Fehler", wenn er glaube, auf die jüngste Krise bei ungesicherten Hypotheken mit dem "Anwerfen der Notenpresse" reagieren zu müssen, schimpfte der langjährige Wegbegleiter von George Soros. Die Federal Reserve hatte die Leitzinsen zuletzt in zwei Stufen um 0,75 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent gesenkt und damit an den Börsen Kursfeuerwerke ausgelöst. Es sei ein Desaster, ansehen zu müssen, wie Bernanke versuche, seine "Freunde von der Wall Street" wegen eines Kursverlustes von sechs Prozent mit Zinssenkungen "herauszuhauen," so Rogers: "Was will er machen, wenn der Markt eines Tages um 36 Prozent einbricht, wenn die Finanzmärkte eine richtige Krise erleben." ... Seiner Ansicht nach droht den Wall-Street-Banken wegen der geplatzten Blase mit ungesicherten Immobilienkrediten ein Blutbad. Kursverluste von 70 Prozent seien drin. Die jüngsten Quartalszahlen hätten gezeigt, wie schlecht es um die Bankbilanzen tatsächlich bestellt sei.
Tatsächlich wisse niemand, was da noch auf die Anleger zukomme.
Rogers, der dank seines Milliardenvermögens bereits mit 38 Jahren in Frührente gehen konnte, geht davon aus, dass es noch Jahre dauern werde, bis die Kursblasen auf den Aktien- und Immobilienmärkten verschwunden seien. ...
grüsse
spirit
