Das Thodizee-Problem

Zuviel Gutsein schafft Abhängigkeit
Zuviel Wissen erlebt Ablehnung
Zuviel Macht schnürt das Leben ab.

@nezach,
was verstehst du mit zuviel gutsein ? Du schreibst zwar, das es dann eine abhängigkeit schafft, wann wird deiner meinung nach ein gut abhängig ? Und von was abhängig ?
wann ist es zuviel wissen ? Und was ist diese ablehnung ?
wann ist es zuviel macht ? Was verstehst du unter schnürt das leben ab ?

LGMFrankie
 
Werbung:
"wenn gott die barmherzigkeit ist, wie kann er dann das leid auf der welt erdulden?"

die populärsten antworten aus der religionsgeschichte:

1. gott selbst ist nicht nur gut, sondern auch böse.
da die welt gut und böse ist, muss auch gott in sich gut
UND böse sein. sonst wäre es nicht zu erklären, wie das böse
in die welt kommt, da es, wäre gott NUR gut, ohne ursprung ist.
diese bereits früh auftretende gnostische ansicht ist heute noch
sehr populär in den neueren geistlichen bewegungen ("new age")
und tritt dort meist als pantheismus (oder genauer: panentheismus)
auf: gott und welt werden holistisch als einheit gedacht bzw. gott
als "energie in der welt" umgedeutet. die neuzeitliche kritik hat
an diesem gottesbegriff kein gutes haar gelassen, weil nicht klar
wird, warum ein "gott" sein muss, wenn dieser ohnehin mit welt
identisch ist.

2. gott ist für das gute zuständig, der teufel für das böse
ebenfalls gnostischen ursprungs, streng dualistisch, wobei es
sich bei dieser konzeption bei genauem hinsehen eigentlich um
eunen polytheismus (es gibt zwei götter!) handelt. in fundamental-
istischen strömungen aller religionen (besonders aber monotheistischer)
ist dies ein oft gebräuchliches denkmodell.

3. gott ist der "ganz andere" - er verfügt in seiner allmacht
ein denkmodell, dass sich u.a. im islam finden lässt: gott ist der
absolut transzendente, der über allen dingen steht und über alle
dinge herrscht. und obwohl gott hier durchaus als einer gesehen
wird, der das gute für den menschen will, behält er es sich doch vor,
vergehen zu betrafen. er zeichnet sich also für das gute und böse
verantwortlich, wobei das böse nicht von ihm seinen ursprung hat,
sondern aus dem handeln des menschen gedeutet wird. die einzige
form für den menschen, dem zu begegenen, besteht in der
unterordnung, im gehorsam dem willen gottes gegenüber.

4. gott ist der "ganz nahe " - auch und gerade im leid
die grundbewegung des religiösen: "mensch geht --> richtung gott"
wird im judentum und später in radikalerer weise noch im christentum
umgedeutet in: "gott geht --> richtung mensch". in christus kommt
dem menschen gott selber entgegen, ohne dabei etwas von seiner
transzendenz zu verlieren. das christentum "erklärt" das leid nicht,
sondern verspricht das unbedingte "mit-sein" gottes in der geschichte
(in der sprache der bibel: "bis zum tod am kreuz hat gott die welt geliebt").
gott geht mit in das leid, ohne mit diesem identisch zu sein, im
gegenteil: er erlöst es erst dadurch, dass er "die liebe ist" ist.


liebe grüsse,

pilger


_________________________________________________________________________________


www.spiritualitaet.org

forum für christliche spiritualität | themenhefte | personen | bibliothek | diskussion
 
hi, da fällt mir die 5. Variante ein, dass Gott des gesamte Universum ist und wir mitten in ihm drinstehen. So a la universaler Gott.

:liebe1:
 
hi, da fällt mir die 5. Variante ein, dass Gott des gesamte Universum ist und wir mitten in ihm drinstehen. So a la universaler Gott.

:liebe1:

siehe punkt 1 - genau das kommt nämlich dabei raus, wenn du das
zu ende denkst und fühlst. ich glaube, etwas polemisch gesagt, wenn
gott alles ist, dann ist er am ende gar nix mehr. und aus dem "universalen
gott" wird eine schale idee. ich glaub, man sollte gott gott sein lassen,
und das heisst: anders. so wie augustinus sagt: gott ist höher als unser
höchstes und innerster als unser innerstes. das lässt sich aber nicht
pantheistisch deuten, sondern nur als relation (=begegnung).
 
...die richtige mischung..

..das ist ein problem :)

Sitanka, wäre es nicht gut, wenn dieses problem erst gar nicht vorhanden wäre ?

LGMFrankie

ich denke das kommt darauf an, wie man damit umgeht. wenn ich ständig das eine oder das andere verleugne dann wird es vielleicht zum problem.

wenn ich aber damit lebe und sage gut so ist es, jeder mensch ist mal so und mal so (wobei ich mit böse ja nicht gleich gewalt assoziieren muss), dann wäre dieses problem kein problem und somit auch nicht vorhanden. dann ist es was es ist, die zwei seiten von uns menschen.
 
ich denke das kommt darauf an, wie man damit umgeht. wenn ich ständig das eine oder das andere verleugne dann wird es vielleicht zum problem.

wenn ich aber damit lebe und sage gut so ist es, jeder mensch ist mal so und mal so (wobei ich mit böse ja nicht gleich gewalt assoziieren muss), dann wäre dieses problem kein problem und somit auch nicht vorhanden. dann ist es was es ist, die zwei seiten von uns menschen.

Ja, jeder mensch hat auch diese "zweite" seite. Nur, ich denke, hinnehmen oder akzeptieren, sollte man sie nicht. Akzeptiert man sie mit "so ist es eben", kann dadurch keine reine gedankenwelt mehr entstehn.

LGMFrankie
 
Ja, jeder mensch hat auch diese "zweite" seite. Nur, ich denke, hinnehmen oder akzeptieren, sollte man sie nicht. Akzeptiert man sie mit "so ist es eben", kann dadurch keine reine gedankenwelt mehr entstehn.

LGMFrankie

da meinte ich auch nicht in der form, aber es ist trotzdem so. ich meine ab und zu habe ich einfach grund ein wenig wütend zu sein und das muss man auch ausleben, wobei ich damit nicht meine, dass ich jemanden erschlage oder so, aber ab und zu muss man einfach dampf ablassen und vielleicht herumbrüllen und diese schatttenseite gehört eben genauso zu meinem leben wie die sonnenseite.

man sollte sie nicht verleugnen, sondern sie auf diese weise akzeptieren.
aber natürlich habe ich sie nicht auf diese weise gemeint, wie es eben auch menschen gibt, bei denen die böse seite vielleicht überwiegt, ganz klar, man sieht ja was dann dabei rauskommt.

aber es ist etwas natürliches, dass wir diese beiden seiten in uns haben und das ist auch gut so, man muss nur wie immer den goldenen mittelweg leben und dafür sorgen, dass es in der waage bleibt.
 
Werbung:
da meinte ich auch nicht in der form, aber es ist trotzdem so. ich meine ab und zu habe ich einfach grund ein wenig wütend zu sein und das muss man auch ausleben, wobei ich damit nicht meine, dass ich jemanden erschlage oder so, aber ab und zu muss man einfach dampf ablassen und vielleicht herumbrüllen und diese schatttenseite gehört eben genauso zu meinem leben wie die sonnenseite.

man sollte sie nicht verleugnen, sondern sie auf diese weise akzeptieren.
aber natürlich habe ich sie nicht auf diese weise gemeint, wie es eben auch menschen gibt, bei denen die böse seite vielleicht überwiegt, ganz klar, man sieht ja was dann dabei rauskommt.

aber es ist etwas natürliches, dass wir diese beiden seiten in uns haben und das ist auch gut so, man muss nur wie immer den goldenen mittelweg leben und dafür sorgen, dass es in der waage bleibt.

schön geagt. aber auch schwierig zu leben.
sind wir doch nicht zweigeteilt.

das problem ist, dass wir einen gott, eltern, geselschaft, die von uns verlangen, dass wir nur GUT sind, dennoch weiss jeder von uns, dass wir dies nicht sein können.

jeder von uns ist so in seinem umfeld geprägt, dass er gut sein MUSS, was auch für die dominierenden in der gesellschaft oder elternteil sehr bequem ist.
dennoch weiss jeder von uns dass er es nicht sein kann. auch das kleinste kind.

wir müssen einfach gut sein, denn eine höhere gewalt verlangt dies von uns und setzt dies auch um, mit strafe.
seien dies nun die eltern, die kirche oder auch die die von glaubenssätzen geprägten gesellschaft.
natürlich nicht alle, aber es war über jahrhunderte so.

die dominierenden und herrschenden haben den schwächeren auferlegt was gut zu sein hat, wehe sie haben sich dagegen gewehrt.
hier werden kindern oder auch erwachsenen menschen, die glaubensätze eingeprügelt.
besonnene menschen, ich meine dies wörtlich, im sinne von von sonne, verhalten sich da anders.

somit ist diese zweiteilung der menschlichen seele wiederum sehr verheerend für die betroffenen und bequem natürlich nur für die herrschenden.

menschen die in einem permanenten konflikt stehen sind besser manipulierbar und beherrschbar.

nun es gibt immer noch menschliche gemeinschaften, die dieses system nie praktiziert haben, ihr schicksal war und ist, ausgerottet zu werden, natürlich immer im sinne der herrschenden.

somit denke ich mal, ist dies sicher nicht gottwollt ist, sondern ein perfides instrument ist, menschen, oder ganze etnische gemeischaften zu dominieren und zu berherrschen.
ein trauriges schauspiel, heute auf dieser bühne.

maledetto il grande sagte dazu

die leidenden sind dem himmelsreich nahe
darum unternehmen die herrschenden alles
damit sie es auch erreichen.
 
Zurück
Oben