@marionetta
herzlich willkommen hier im Forum, du bist ja ziemlich neu hier!
wer hat noch ein Problem mit dem "Abgrenzen"? Wer kennt das, wenn man sich zu viel zu Herzen nimmt, nach Hause kommt und noch lange darüber nachdenkt.
Es nervt und ich möchte das sehr gerne abstellen.
deinen user-Name sehe ich auch irgendwie in Verbindung zu dem Problem, dass du hier anschneidest. Eine Marionette ist eine von anderen bewegte Figur und genau das ist auch das was du hier ansprichst. Nämlich, dass du das Gefühl hast, dass (Auswirkungen von Dingen/Prozessen/Situationen) - Gefühle/Gedanken von außen in dich eindringen und Besitz von dir ergreifen, oder zumindest eine stärkere Wirkung in dir haben, als du selber möchtest, du hast sie nicht "im Griff". Allerdings sind diese äußeren Prozesse/Situationen/Menschen nur die Auslöser - das was du an Gefühlen in dir wahrnimmst, entsteht in dir. Trotzdem hat das, was da IN dir entsteht, natürlich mit der Umgebung mit den äußerlichen Prozessen/Situationen/Menschen zu tun.
Die wesentliche Frage ist: Wie kann es passieren, dass dieses Äußere solche Wirkungen IN dir entfaltet oder besser zum entfalten bringt?
Erst mal kann ich dir gratulieren, dass dies in dir passiert, denn ich halte dies für eine Fähigkeit. Es hat zu tun mit Empathie, du nimmst Schwingungen und Stimmungen aus deiner Umgebung auf, du kannst sie wahrnehmen. Und das ist nicht selbstverständlich. Eigentlich haben alle Menschen das Potential dazu, aber viele Menschen haben diese Fähigkeit in sich unterdrückt, anstatt sie kennenzulernen und sich mit ihr ausführlich zu beschäftigen.
Auch dein Ansatz der "Abgrenzung" kann schlussendlich dazu führen, dass du verdrängst. Und zwar, wenn diese "Abgrenzung" zum Ziel hat, etwas aus deinem Leben auszuschließen, indem du mit "dem da draußen" (was dich bedrängt) nichts mehr zu tun haben willst.
Hier komme ich jetzt zu den beiden hier im threat geäußerten gegenteiligen Theorien, dass man sich doch erst mal um sich selbst kümmern soll und zum anderen das genaue Gegenteil, dass du dich erst mal um die Mitmenschen, das Außen kümmern sollst. Ich behaupte, beides ist richtig. Und ich hoffe, dass dich das jetzt nicht verwirrt, lass es erst mal so stehen.
Was ist "Abgrenzung"?
Es bedeutet dass zwischen dir und deiner Umgebung (und bestimmten Prozessen/Situationen/Menschen) eine Grenze gezogen werden soll. Dies bedeutet widerum, dass du dich momentan eher "grenzenlos" fühlst, also verbunden mit allem, du kannst dich selber nicht definieren, da du von außen mit definiert wirst (siehe dein nickname!). Das widerum bedeutet, du hast eine innere Verbindung, was wir schon mal ansprachen, die Empathie. Jetzt geht es darum, dass du diese Fähigkeit der Empathie nutzen kannst, ohne dass diese Empathie dich bewegt, dich gefühlsmässig hin und her schleudert. Also du kannst zur Akteurin werden, du bist nicht mehr Marionette, sondern du wirst die Spielerin, die sich selbst bewegt. Und da kommen wir wieder auf die beiden sich scheinbar widersprechenden Anweisungen, sich um sich oder aber um die anderen zu kümmern. Es ist erstens wichtig, dass du dich selber kennenlernst. Also alle Fähigkeiten in dir erkennst und auch lernst damit umzugehen (was Flowerstorm vorschlägt). Auf der anderen Seite solltest du die Empathie, also das gefühlsmäßige Wahrnehmen deiner Umgebung weder verdrängen noch kleinmachen, sondern ergründen - und das geht am besten, wenn du dich in Situationen begibst in denen du mit anderen Menschen interagierst und sie dadurch besser kennenlernst (was Benjamin anregt).
Hierbei solltest du dich aber auf das verlassen, was du erlebst und es einteilen (und damit voneinander abgrenzen) in das, was du direkt vom Gegenüber erfährst, dem was du dazu fühlst und den ganzen Vermutungen, die du daran knüpfst.
LGInti