Mir scheint, wir haben zu den Begriffen Hierarchie und Oberhaupt ein wenig andere Codierungen.
Hierarchie ist zunächst, wertneutral eine funktionelle, ordnende, gliedernde Struktur, die einen möglichst reibungslosen Ablauf von Prozessen ermöglicht.
So gesehen ist auch der Mensch, jedes Lebewesen ein hierarchische, keine demokratische Ordnung.
Es gibt im Film "Der Smaragdwald" eine Szene, in der ein Indianerhäuptling von einem Weißen gefragt wird, warum er seinen Leuten etwas Bestimmtes nicht befiehlt. Seine Antwort: "Wenn ich meinen Männern was befehlen würde, das sie nicht tun wollen, wäre ich nicht lange Häuptling."
So weit, so gut. Das funktioniert in kleinen Einheiten. In großen Massendemokratien ist es alleine aufgrund der Informationsverzerrungen und -verluste kaum möglich, so zu agieren. Jede Entscheidung würde, so überhaupt eine zustande käme, viel zu lange dauern. Und das ist auch der Grund für Hierarchie: Effektivität, Schnelligkeit.
Jeder hat vermutlich einmal eine (Gefahren-)Situation erlebt, in der eine Aktion, Reaktion so rasch erfolgen musste, dass sie sozusagen am Verstand vorbei stattfand. Wer agierte da? Man selbst? Die eigene Führung? Das zentrale Nervensystem? Jedenfalls jemand, ein Aspekt, der das konnte. Dafür der Richtige, Kompetente war.
Probleme mit Hierachie entstehen aus Inkompetenz. Oder Zusatzinteressen, die miteinfließen.
Und auch bei Hierarchien gibt es durchaus unterschiedliche Modelle. Eine chaostheoretische Hierarchie, die auf größtmöglicher Autonomie der kleinen Einheiten beruht, wird anders agieren, als eine rein zentralistisch gesteuerte.
Dieses Ideal, so schön es auch ist, setzt(e) sich leider sehr selten, und, wenn, dann kaum für lange, durch. Zumindest in der politischen oder wirtschaftlichen Landschaft.
Wer diese Reife erlangt, für den wäre Macht zumeist eher eine unwillkommene Bürde, als ein persönliches Ziel. Davon abgesehen, dass so jemand die Systeme, Aparrate der Macht wohl kaum länger unbeschadet
überstehen würde. Den diese haben als mehr oder weniger eigenständige Systeme durchaus auch so etwas wie Selsbterhaltungsmechanismen.