Wenn der Brief, den er ziemlich sicher aus solidarischen und diplomatischen Gründen unterschrieben hat, das einzige Indiz für seine wissenschaftliche Unglaubwürdigkeit sein soll und man deswegen jetzt so ein Drama machen muss, dann hat man ehrlich gesagt verdammt wenig gegen diesen Mann in der Hand.
Von einem Wissenschaftler, vor allem einen Wissenschaftler seines Kalibers, sollte man wissenschaftliche Integrität erwarten können.
Wer lieber seine Hand für chinesische Kollegen ins Feuer hält (und wir reden hier von China!) handelt wissenschaftlich nicht integer.
Wer eine Theorie als Verschwörungstheorie diffamiert, obwohl er kurz vorher noch Gründe dafür hörte, dass diese Theorie durchaus plausibel ist, handelt wissenschaftlich nicht integer.
Wer dann später behauptet, er habe dieser Theorie immer offen gegenübergestanden, die aber vormals noch als Fake News und Verschwörungstheorie bezeichnet wurde, ist beweisbar unaufrichtig.
Vielleicht sind ja meine Ansprüche zu hoch, aber irgendwie glaube ich dass wissenschaftliche Integrität wichtig ist. Ich glaube, dass es sehr schädlich ist, wenn plausible wissenschaftliche Hypothesen als Verschwörungstheorien in die ganz unterste Schublade vergraben werden sollen. Ich glaube, dass es der Glaubwürdigkeit der Wissenschaft sehr schadet, wenn dann noch herauskommt, dass genau jene Experimente die Drosten jetzt als gefährlich bezeichnet von dem Mann, der den Brief initiierte den er unterschrieb, unterstützt und finanziert wurden. Nichts davon ist irgendwie hilfreich und m.A.n. weit mehr als irgendein kleiner menschlicher Fehler der den Menschen Drosten umso sympathischer macht.
Sympathisch kann ich ihn immer noch finden. An seiner Kompetenz habe ich auch keine Zweifel. Aber seine Glaubwürdigkeit betreffend... die hat jetzt schwere Kratzer und ich bin nicht der einzige der das so sieht.