Joey
Sehr aktives Mitglied
Aber das ist doch großartig!? Habe ich Dich richtig verstanden, Du kannst wählen, ob Du Deine Tochter in den Kindergarten bringst, oder zu Hause behälst? Denn diese Wahl haben wir hier nicht.
Ja, wir können bedingt wählen. Damit die Kindergärten gut ihre Dienstpläne erstellen können, bitten sie, dass man möglichst eine Woche im Vorraus plant. Spontaneres Fernbleiben wird trotzdem in Rechnung gestellt (wobei Kindergärten hier sehr kostengünstig für die Eltern sind... also insofern kein großes Drama). Spontaneres Hinbringen geht gar nicht.
?? Möchtest Du, dass die Regierung für Dich die Entscheidung trifft und die Verantwortung übernimmt.![]()
Ich möchte Regelungen, die eine klare Linie ermöglichen. Denn mit diesen aktuellen Empfehlungen komme ich teilweise in die Zwickmühle, dass ich sie entweder brechen muss oder diverse Dinge nicht fristgerecht erledigen kann.
Joey, Du bist doch Wissenschaftler. Daher kennst Du und hast es bestimmt auch schon selbst gespürt und erfahren: Je mehr man weiß, desto mehr weiß man, dass man nichts weiß.
Absolut. Und gerade, weil wir über Covid19 noch nicht alles wissen, ist Vorsicht angeraten.
So geht es mir gerade. Ich habe soooo viele Fragen, auf die ich, egal wo ich suche, ob in Fachbüchern, Internet, ... keine Antwort finde.
Solange ich keine Antworten auf meine Fragen habe, ist jede Hypothese für mich falsch.
Und das ist ein ebenso naiver Ansatz. Es ist ja nicht so, dass wir gar nichts wissen. Und basierend auf dem (wenigen) Wissen, was wir schon haben, können wir im Rahmen der Unsicherheiten u.ä. verschiedene Szenarien durchdenken/durchrechnen. Das bedeutet nicht, dass es auf jeden Fall so und nur genau exakt so kommen muss, aber damit kann man schonmal z.B. Größenordnungen eingrenzen. Wenn z.B. alle möglichen Szenarien - auch die optimistischen bzgl. dem Anteil schwerer Verläufe - zeigen, dass mit einem R0 von 2,2 die medizinischen Kapazitäten sehr schnell überlastet sein werden, dann kann man schonmal sagen, dass die Anzahl der Fälle, die eine intensivmedizinische Betreuung brauchen, nicht auf magische Weise unter den Kapazitäten zum stehen kommen, wenn wir nicht versuchen, die Ausweitung zu bremsen. Mag sein, dass wir nicht genau sagen können, wann die Überlastung eintreten wird.
Welche Fragen hast Du an all die Wissenschaftler, auf die Du noch nirgendwo eine Antwort gefunden hast?
Da gibt es viele, auf die es auch noch keine wirklich klara Antwort geben kann.
Welche Lösung ziehst Du in Betracht, falls die zweite Welle kommt?
Ich hoffe auf einen Schnelltest, der auch flächendeckend oder zumindest großanteilig eingesetzt werden kann. Zumindest in meiner naiven Vorstellung - ich bin kein Epidemiologe, d.h. hier auch nur Laie - könnte das schonmal ermöglichen, Eindämmungsmaßnahmen wesentlich gezielter einzusetzen.
Ich hoffe natürlich auch auf eine schnelle Impfung - die wird es aber vor nächstem Jahr wahrscheinlich nicht geben.
Ansonsten wäre möglicherweise der Ansatz interessant, die Maßnahmen immer weider zu lockern und anzuziehen, der Fallzahl folgend. Das würde auch einen entsprechend zyklischen Verlauf der Fallzahlen bedeuten, der jedoch relativ flach gehalten werden könnte. Das ist ein Ansatz, der mir persönlich zwar nicht wirklich schmeckt, weil man damit eben geradezu gezielt herbeiführt, dass die Zahl der Infizierten und damit auch möglichen Todesopfer immer wieder zeitweise ansteigt. Allerdings, da ein längerer Lockdown wahrscheinlich nicht machbar ist, ist das möglicherweise das kleinere Übel.