Corona-Virus (Covid-19) und Impfung

Vielleicht wird jetzt endlich gemerkt dass Globalisierung nicht das Nonplusultra ist und Produktionen werden wieder ins eigene Land geholt :dontknow:
Das eine schliesst das Andere nicht aus!
Wir können globalisieren und dennoch auch im eigenen Land produzieren.
Allerdings wird die Coronakrise möglicherweise die Globalisierung für die nächsten 20 Jahre wieder ziemlich zurückfahren.
 
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Ich halte Schweden ganz fest die Daumen.
Die Menschen scheinen dort offensichtlich ein höheres Veranwortungsbewusstsein zu haben, als andere. Oder zumindest traut die Regierung ihnen dieses zu. Denn sie brauchen keine Bevormundung, Strafenandrohung, ...

Nein, die Regelungen hier - ich wohne in Schweden - zwingen einen unverantwortlich zu handeln.

Die Kindergärten haben offen. Das ist insofern schön, dass wir auch unsere Tochter, die sehr gerne in den Kindergarten geht, dahin bringen können. Meine Lebensgefährtin arbeitet Vollzeit in einem sog. "systemrelevanten Beruf", und ich bin derzeit arbeitsuchend. Und nun kommt das Schwierige: Die Kindergärten sind angewiesen - zu Recht in der aktuellen Situation - auf JEDES kleinste mögliche Krankheitssymptom zu achten und dann sofort die Eltern zu benachrichtigen, dass sie das Kind abholen mögen. Konkret hieß das, dass unsere Tochter letzte Woche zu hause bleiben musste, weil ihre Nase etwas lief. Das ist ok. Gleichzeitig ist es so, dass ich auch als Arbeitssuchender diverse Dinge zu erledigen habe, für die ich das Haus verlassen muss. Das tue ich aber nur ungern, falls der Kindergarten wieder anruft. Das widerum ist aber keine gültig Ausrede, die Dinge nicht fristgerecht zu erledigen.

Sprich: Ich muss quasi meine Tochter in den Kindergarten geben, weil ja nur die Empfehlung ergangen ist, wenn es möglich ist, die Kinder zuhause zu lassen - und in unserer Situation ist es gerade nicht immer möglich. Ich muss das Haus verlassen, Bus fahren o.ä. Und ich muss evtl. ggf. den Kindergarten eine halbe bis eine Stunde warten lassen, falls wieder die Nase meiner Tochter läuft, oder sie hustet oder sonstwelche möglicherweise auch schwerere Krankheitszeichen zeigt, was für den Kindergarten in der aktuellen Situation eine Katastrophe wäre.

In dieser Situation wäre mir persönlich der Lockdown lieber. Ich könnte mich die ganze Zeit um meine Tochter kümmern, während meine Lebensgefährtin weiter vollzeit arbeiten kann. Und ich wäre nicht ständig hin und hergerissen zwischen: "Ich muss noch ... erledigen" und: "evtl. muss ich meine Tochter früher abholen".

Und das sind nur meine Luxus-Probleme. In der Region, wo wir wohnen, ist die Lage noch relativ entspannt. Es gibt ein paar Corona-Patienten auf der Intensiv-Station, und die weniger schweren Fälle sind freiwillig zuhause in Quarantäne. Allerdings sieht die Lage in Stockholm schon anders aus. Es wird erwartet, dass kommende Woche die medizinischen Kapazitäten gesprengt sein werden. Und, wie ich in einem Beitrag gestern auch schon schrieb: In sehr vielen Altersheimen landesweit gibt es mit Covid19 infizierte Einwohner. Also genau ein großer Anteil der Menschen, die man mit einem Lockdown besonders schützen wollen würde.

In Anbetracht dessen denke ich, dass es auch für Schweden besser gewesen wäre, den Lockdown zu verhängen.

Wir werden sehen, wie es weiter geht. Ich lasse mich da gerne positiv überraschen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das eine schliesst das Andere nicht aus!
Wir können globalisieren und dennoch auch im eigenen Land produzieren.
Allerdings wird die Coronakrise möglicherweise die Globalisierung für die nächsten 20 Jahre wieder ziemlich zurückfahren.

Globalisierung ist der größte Fehler aus meiner Sicht, weil die Entscheidungen zentralisiert ausfallen, völlig am Bedarf der einzelnen Gruppen vorbei, vor allem aber mangelt es ihnen an Sinnhaftigkeit (sehe Thema Landwirtschaft zum Beispiel, unter anderem natürlich). Die Großmächte haben das Wort, und somit die rein gewinnorientierte Wirtschaft.
 
Ich muss quasi meine Tochter in den Kindergarten geben, weil ja nur die Empfehlung ergangen ist, wenn es möglich ist, die Kinder zuhause zu lassen - und in unserer Situation ist es gerade nicht immer möglich.
Aber das ist doch großartig!? Habe ich Dich richtig verstanden, Du kannst wählen, ob Du Deine Tochter in den Kindergarten bringst, oder zu Hause behälst? Denn diese Wahl haben wir hier nicht.

In dieser Situation wäre mir der Lockdown lieber. Ich könnte mich die ganze Zeit um meine Tochter kümmern, während meine Lebensgefährtin in einem "systemrelevanten" Beruf weiter vollzeit arbeiten kann. Und ich wäre nicht ständig hin und hergerissen zwischen: "Ich muss noch ... erledigen" und: "evtl. muss ich meine Tochter früher abholen".
?? Möchtest Du, dass die Regierung für Dich die Entscheidung trifft und die Verantwortung übernimmt. :sneaky:

Joey, Du bist doch Wissenschaftler. Daher kennst Du und hast es bestimmt auch schon selbst gespürt und erfahren: Je mehr man weiß, desto mehr weiß man, dass man nichts weiß.
So geht es mir gerade. Ich habe soooo viele Fragen, auf die ich, egal wo ich suche, ob in Fachbüchern, Internet, ... keine Antwort finde.
Solange ich keine Antworten auf meine Fragen habe, ist jede Hypothese für mich falsch.
Welche Fragen hast Du an all die Wissenschaftler, auf die Du noch nirgendwo eine Antwort gefunden hast?
Welche Lösung ziehst Du in Betracht, falls die zweite Welle kommt?
 
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Nein, die Regelungen hier - ich wohne in Schweden - zwingen einen unverantwortlich zu handeln.

Die Kindergärten haben offen. Das ist insofern schön, dass wir auch unsere Tochter, die sehr gerne in den Kindergarten geht, dahin bringen können. Meine Lebensgefährtin arbeitet Vollzeit in einem sog. "systemrelevanten Beruf", und ich bin derzeit arbeitsuchend. Und nun kommt das Schwierige: Die Kindergärten sind angewiesen - zu Recht in der aktuellen Situation - auf JEDES kleinste mögliche Krankheitssymptom zu achten und dann sofort die Eltern zu benachrichtigen, dass sie das Kind abholen mögen. Konkret hieß das, dass unsere Tochter letzte Woche zu hause bleiben musste, weil ihre Nase etwas lief. Das ist ok. Gleichzeitig ist es so, dass ich auch als Arbeitssuchender diverse Dinge zu erledigen habe, für die ich das Haus verlassen muss. Das tue ich aber nur ungern, falls der Kindergarten wieder anruft. Das widerum ist aber keine gültig Ausrede, die Dinge nicht fristgerecht zu erledigen.

Sprich: Ich muss quasi meine Tochter in den Kindergarten geben, weil ja nur die Empfehlung ergangen ist, wenn es möglich ist, die Kinder zuhause zu lassen - und in unserer Situation ist es gerade nicht immer möglich. Ich muss das Haus verlassen, Bus fahren o.ä. Und ich muss evtl. ggf. den Kindergarten eine halbe bis eine Stunde warten lassen, falls wieder die Nase meiner Tochter läuft, oder sie hustet oder sonstwelche möglicherweise auch schwerere Krankheitszeichen zeigt, was für den Kindergarten in der aktuellen Situation eine Katastrophe wäre.

In dieser Situation wäre mir persönlich der Lockdown lieber. Ich könnte mich die ganze Zeit um meine Tochter kümmern, während meine Lebensgefährtin weiter vollzeit arbeiten kann. Und ich wäre nicht ständig hin und hergerissen zwischen: "Ich muss noch ... erledigen" und: "evtl. muss ich meine Tochter früher abholen".

Und das sind nur meine Luxus-Probleme. In der Region, wo wir wohnen, ist die Lage noch relativ entspannt. Es gibt ein paar Corona-Patienten auf der Intensiv-Station, und die weniger schweren Fälle sind freiwillig zuhause in Quarantäne. Allerdings sieht die Lage in Stockholm schon anders aus. Es wird erwartet, dass kommende Woche die medizinischen Kapazitäten gesprengt sein werden. Und, wie ich in einem Beitrag gestern auch schon schrieb: In sehr vielen Altersheimen landesweit gibt es mit Covid19 infizierte Einwohner. Also genau ein großer Anteil der Menschen, die man mit einem Lockdown besonders schützen wollen würde.

In Anbetracht dessen denke ich, dass es auch für Schweden besser gewesen wäre, den Lockdown zu verhängen.

Wir werden sehen, wie es weiter geht. Ich lasse mich da gerne positiv überraschen.


Versteh ich grad nicht: Muss deine Tochter in den Kindergarten gehen - ist das in Schweden Pflicht? Wieso kann sie nicht zuhause bleiben?

Bin gespannt wie es in Schweden weitergeht und es wär toll, wenn du uns weiter berichten würdest.
 
Annahme (vereinfacht dargestellt): Ich bin schwer herzkrank und meine Nachbarin hat das gleiche Alter, die gleiche Größe und das gleiche Gewicht wie ich, ist aber kerngesund. Beide erkranken wir gleichzeitig so schwer an Corona, dass wir beatmet werden müssen.

Bei meiner Nachbarin wird die Krankheit Corona behandelt.
Bei mir wird die Krankheit Corona behandelt und mein Herz wird unterstützt, damit mein Körper sowohl die Erkrankung als auch die Coronatherapie trotz schwerer Herzerkrankung übersteht.

Meine Nachbarin überlebt und wird wieder gesund.
Ich überlebe nicht.

Dann ist meine Todesursache nicht meine Herzerkrankung!!!!!!!!!!!!!!! Ohne Coronaerkrankung wäre ich nicht zu diesem Zeitpunkt gestorben!!!!!!!!!!! Die Herzerkrankung hat nur dazu beigetragen, dass mein Körper der Coronaerkrankung nichts entgegensetzen kann.

In meinem Beispiel gibt es zwei Todesfälle durch Corona und nicht einer durch Corona und einer durch Herzerkrankung.

Dieses dämliche Zusammenphantasieren und Verdrehen der Tatsachen, um es sich selbst passend zu machen, geht mir sowas von auf den Senkel.

Ja, hier hast Du einen wichtigen Umstand gut erklärt: Sowas wie die eine Todesursache gibt es manchmal schlicht nicht. Und die Bevölkerung besteht nicht nur aus jungen und gesunden Menschen, sondern ist eine Zusammenstellung verschiedener Altersgruppen und Menschen unterschiedlicher gesundheitlicher Stabilität. Und die bezifferung der Lethalität muss auch das berücksichtigen. Die Lethalität einer Erkrankung nur bezogen auf junge und gesunde Menschen ohne Vorerkrankungen o.ä. - die natürlich geringer ausfallen wird als über den Bevölkerungsquerschnitt, oder gar nur in einem Altenheim gemessen - mag zwar interessant sein, ist aber für soziologische Entscheidungen weniger relevant.

Ein Mensch, der positiv auf Covid19 getestet wurde, und auf dem nach-hauseweg in die Quarantäne einen Autounfall erleidet, an dessen Folgen er stirbt. Tja, ich stimme zu, dass das kein Corona-Toter ist. Er ist ziemlich offensichtlich an den Folgen des Autounfalls gestorben.

Wie sieht es aber mit anderen Umständen aus? Wie sieht es bei folgendem möglichen Fall aus: Ein 90-jähriger Mensch infiziert sich mit Covid19, bekommt daraufhin durch diese Infektion die entsprechende schwere virale Lungenentzündung, an der er letztenlich stirbt. Ist er aufgrund seines Alters oder aufgrund der Infektion gestorben? Ich würde hier ganz klar für letzteres stimmen, obwohl er möglicherweise auch ohne Infektion nur wenige Jahre - möglicherweise auc hnur wenige Monate - später ohnehin an Altersschwäche verschieden wäre.

Oder ein anderer Risiko-Faktor COPD. Diese Erkrankung schränkt die Lungenfunktion mitunter stark ein, so dass die Betroffenen auch eine Lungenentzündung nicht so gut wegstecken. Woran stirbt nun ein COPS-Betroffener, der eine durch Covid19 hervorgerufene Lungenentzündung bekommt? Ist der Tod der COPD oder dem Virus anzulasten? Die Antwort ist einfach: Beides. Dass er COPD hatte, was den Tod bei einer Lungenentzündung stark begünstigt, macht diesen Todesfall nicht weniger anlässlich der Covid19-Infektion. Und da im Bevölkerungsdurchschnitt einige Menschen an COPD leiden, wäre es blödsinnig, diese aus der Sterbestatistik von Covid19 ausschließen zu wollen bzw. bei all denen zu sagen: "Nicht an Covid19 gestorben".

Ganz zynisch könnte man die Covid19-Sterbestatistik auch dahingehend schönfärben, indem man einfach alle Erkrankten auf der Intensivstation erschießt. Die wären dann alle an der Kugel in ihrem Kopf gestorben, und die Schwurbler würden jubeln: "Wir haben es doch gesagt: Ist ganz harmlos, es gibt keine Todesopfer aufgrund von Covid19."

Nehmen wir mal ein anderes Beispiel: Depressionen. Depressionen werden gerne als tödliche Krankheit bezeichnet, weil Betroffene dazu neigen, Suizid zu begehen. Wenn nun ein Betroffener sich selbst erhänkt und so tod vorgefunden wird: Was war die Todesursache? War es die Krankheit der Depression oder war es der Strick um seinen Hals? Wer hier in einem naiven entweder-oder-Denken nur letzteres favourisiert, wird Depression als "harmlose Erkrankung" hinstellen, die das nunmal nicht ist. Tatsache ist: Der Tod wurde durch den Strick um den Hals herbeigeführt, UND die Depressionen sind die Ursache dafür, dass dieser Umstand eintrat. D.h. sowohl der Strick als auch die Depression sind die Todesursache. Der betroffene ist hier tatsächlich auch AN Depressionen gestorben und nicht nur mit.

Ich wiederhole gerne nochmal mein Statement von neulich: Der Einwand, dass "mit Covid19 gestorben" nicht automatisch gleichzusetzen ist mit "an Covid19 gestorben", ist durchaus berechtigt und interessant. Die logische Schlussfolgerung daraus ist aber NICHT, dass "mit Covid19 und einer anderen Vorerkrankung o.ä. gestorben" automatisch "NICHT an Covid19 gesorben" zu bedeuten hat. Die logische Schlussfolgerung daraus ist auch NICHT, dass nur der Verlauf der Erkrankung bei jungen und gesunden Menschen relevant wäre, während eben alle anderen - ältere Menschen und/oder mit Vorerkrankungen - gefälligst aus der Covid19-Statistik rauszuhalten wären.
 
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Ich halte Schweden ganz fest die Daumen.
Die Menschen scheinen dort offensichtlich ein höheres Veranwortungsbewusstsein zu haben, als andere. Oder zumindest traut die Regierung ihnen dieses zu. Denn sie brauchen keine Bevormundung, Strafenandrohung, ...

Heute las ich, dass der Mehrheit der Wissenschaftler ganz klar ist, dass im Herbst/Winter die zweite Virus-Welle kommen wird. Bis dahin wird es keinen Impfstoff geben. Deshalb wagt Schweden diesen Weg.

Wie bereiten wir uns für die 2. Welle vor?
Jahrelang hat die Regierung im Gesundheits- und Sozialwesen gespart und gespart. Glaubt sie, dass sie über den Sommer es schafft, Personal und Material wieder aufzustocken, um ihre Sparmaßnahmen zu 'kaschieren'?
Und was wird dann im Winter sein? Reicht Maskentragen oder folgt die nächste Isolation?
Man wird in wenigen Tagen maximal Wochen wissen wohin Schwedens weg gesteuert hat.

Die gemeldeten Fälle da sind auch deshalb wenige weil sie kaum testen.Etwas über 30.000 Tests gab es dort insgesamt.

Es kommt am ende darauf an wie Kh mit Fällen klar kommen die Todesrate in Schweden ist zum Beispiel nicht gering .

Aber ich wünsche ihnen auch das beste .
 
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