Es sind ja nicht wenige, auch durchaus Politiker, die diese Idee auf den Tisch legen. Aber wie gesagt: Ich habe noch nie irgendeinen echten Plan gehört oder gelesen, wie Risikogruppen geschützt werden sollten. Aber selbst wenn wir annehmen, dass wäre möglich, gäbe es immer noch das Problem - für Deutschland gerechnet:
60% wären fast genau 50 Millionen Menschen - also unter 60 und ohne bekannte Vorerkrankungen. Die Rate derer die auch in dieser Gruppe medizinische Behandlung bräuchte ist natürlich viel geringer als unter den Risikogruppen, sie wird aber kaum unter 1% liegen. Und 1% von 1 Million ist 10.000. Würden sich jetzt in relativ kurzer Zeit z.B. 10 Millionen Menschen infizieren, wären das also schon 100.000 Menschen. Auch das würde die Kapazitäten der Krankenhäuser überfordern und dann ginge die Sterblichkeit nach oben.
Und denk mal nur an jene Gruppen die vielleicht medizinisch nicht zu den Risikogruppen gehören, wegen ihrer Jobs aber einem extrem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt wären, z.B. medizinisches Personal. Abgesehen davon, dass die dann auch wieder Kontakt zu den Risikogruppen haben, kann man m.A.n. nicht einfach und bevor man mehr weiß, einfach sagen: Okay.. die kriegen es vermutlich fast alle. Hoffentlich gehts gut. Es ist einfach nicht klar wie schlimm das dann doch für viele werden kann. Sterblichkeit ist bei den schweren Verläufen ja nur das extremste Szenario. Folgeschäden gibt es aber durchaus auch.
Insofern sind die praktischen Probleme betreffend Risikogruppen m.A.n. nicht lösbar. Aber auch alle anderen betreffend würden vermutlich reichen um das System zu überlasten und es wäre im Grunde eine Art großes Experiment mit ungewissem Ausgang.