Conchita Wurst - eine Kunstfigur die für Toleranz eintritt

  • Ersteller Ersteller SPIRIT1964
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Darum geht es nicht.

Ein Beispiel: als mein Sohn in die Grundschule ging, hatte er eine Klassenkameradin, die ADHS hatte und den Unterricht dadurch laufend störte. Die Lehrerin klärte die Kinder nicht auf, dass das Mädchen das nicht aus Böswilligkeit machte, sondern einfach nicht anders konnte und dadurch war sie eine Aussenseiterin in der Klasse. Sie wurde richtig schlimm von allen behandelt. Ich erfuhr es bei einem Elternsprechtag von der Lehrerin selber, die mir aber sagte, sie dürfe das der Klasse nicht mitteilen ( den Grund weiß ich jetzt nicht mehr genau, vielleicht wollten es die Eltern des Mädchens nicht ) und ich habe das dann meinem Sohn erklärt, der danach mit dem Verhalten des Mädchens anders umgehen konnte und ihr dann auch helfen wollte und sich am Ende der vierten Klasse sehr freute, dass sie es sogar auf die Realschule statt auf die Hauptschule geschafft hatte. Wenn die ganze Klasse informiert gewesen wäre, wäre sie bestimmt von den Klassenkameraden anders behandelt worden.

SO schauts aus !!! :thumbup:
 
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Ok, Ping... es sind nur Ergänzungen und Überlegungen... die ich anführe. Ich stehe halt nicht dabei und halte die Lampe, während Conchita ist was er/sie tatsächlich/oder auch nur inszeniert ist oder nicht ist.... insofern ist mir DAS relative gleichgültig. Also mir... wer den Personenkult zur besonderen Unterzeichnung seines Statements braucht... von mir aus... (meine ich nicht abwertend...)

Klar, man kann auch irgendwo ein Plakat aufhängen mit der Aufschrift: Mehr Akzeptanz!
Wieviel das dann bringt, ist halt die Frage.
 
Toleranz hat nichts mit "gut finden" zu tun. Man muss ihn nicht "gut finden". Wenn man sagt, ich finde das Lied nicht so prall und optisch ist es für mich nix und ich kann mit sowas überhaupt nix anfangen - so what?

Aber das, was man teilweise lesen darf über ihn (stellvertretend für jeden, der sich wagt, sein "anders-sein" auch wirklich zu zeigen und nicht nur im stillen Kämmerlein vor sich hinzuträumen), dass man Österreich in Zukunft als Urlaubsland meide, dass die Hölle sich auftun wird, dass so einer gehäutet gehört, das man gar nicht aufhören kann zu Kotzen wegen so einem Stück Sch...

Es hat ja niemand was gegen Homos, nö. Nur zeigen sollen sie es nicht. Können ja zuhause für sich schwul sein, aber in der Öffentlichkeit Händchen halten muss doch echt nicht sein. Und na ja, man hat auch nix gegen Transen. Mary haben wir ja alle gerne geguckt. Und die Dingsda, die Lilo (W)anders, die hat diese Sexsendung ja auch gut gemacht, denn von Sex verstehen die Homos ja was, tun ja nix anderes. Und Olivia war im Dschungel ja auch ganz witzig.

Aber nun noch ein Bart dazu? Wie soll man denn dann überhaupt noch einordnen? Frau Mary hat ja wenigstens die weibliche Sexbombe gegeben, da wusste man wenigstens, worum es ging....

Nein, es ist kein Problem, zu sagen - es ist nicht meine Tasse Tee. Ich brauch das nicht.


Es ist aber etwas anderes zu sagen, es ist bedrohlich, es ist grundsätzlich falsch, es ist ekelerregend, es ist pathologisch, es gehört ausgerottet. Das ist ein ganz anderes Paar Schuhe. Und DAS ist leider trotzdem noch Usus.

Es werden immer noch Homosexuelle verprügelt, verfolgt, getötet, ausgegrenzt und beschimpft. Das ist Alltag auf der Welt. Wo bleiben denn da die Lichterketten? Und so böse das auch klingt: dafür gibt es außerhalb der Schwulen Welt kaum ein Bewusstsein. Provokant gesagt: einen Schwarzen darf man nicht ausgrenzen - den Homo meistens schon.

Und NEIN, ich spreche mich nicht für eine Diskriminierung anderer Hautfarben aus. Sondern ich will aufmerksam machen, wie gerne mit zweierlei Maß gemessen wird.
:thumbup: jep, so ist es !!

Auch bei uns in Österreich wurde die BESTRAFUNG von Homosexuellen erst im Jahre 1971 ( !! ) aufgehoben !! Waahnsinn und wir sind im 21. Jahrhundert ??? :rolleyes:
 
In welcher Wirklichkeit denn? In der, bei der Schwule, Juden, Romas und Schwarze oder... auch Transvestiten z.B vergast wurden? :rolleyes::confused: *polemisch

Was ist denn * *DIE* Wirklichkeit... * über die du hier so frei spekulierst?

Meine ich ernst, die Frage... :)

Denkst du, es war vor ihm anders? Ist es jetzt anders?
Die Wirklichkeit ist deine Relation zu Deiner geschaffenen Welt, die du dir individuell erbaut hast durch äußere und innere Einflüsse.
 
Klar, man kann auch irgendwo ein Plakat aufhängen mit der Aufschrift: Mehr Akzeptanz!
Wieviel das dann bringt, ist halt die Frage.

Man kann auch alle Plakate und alle Inszenierung weglassen und sein, wer man halt gerade ist (nicht nur sein möchte) und dadurch mindestens genau so brauchbare Inhalte setzen. Kurz gesagt, man kann es auch einfach leben. Ohne Tamtam und Pipapo. Und das wird auch vielfach getan.

Und bitte... was ich sage nicht wieder auf eine Conchita runter brechen... denn, ob und wie es sich nun konkret mit ihr/ihm verhält, darüber möchte ich... und ich behaupte auch letztlich eine Gesellschaft gar nicht mutmassen. :)
 
Denkst du, es war vor ihm anders? Ist es jetzt anders?
Die Wirklichkeit ist deine Relation zu Deiner geschaffenen Welt, die du dir individuell erbaut hast durch äußere und innere Einflüsse.

Ist was jetzt anders? Und was war vor ihm (Adolf Hitler?) nicht anders?

Und zur Wirklichkeit... für mich selbst ist generell Wirklichkeit ein Synonym für Wahrheit.... sie ist a) wie umgekehrt... und b.) schert sie sich einen sprichwörtlichen Dreck um das was du und ich in ihr lesen, es sei denn, wir lesen sie, oder in sie schreiben, es sei denn, wir schreiben sie. Nur eine weitere Naturgewalt halt nun. :)
 
Das erste Mal, wo ich einem TV live und außerhalb einer Show begegnete, war vor eineinhalb Jahren. Martina hieß er (*Name von der Redaktion geändert) und strahlte mich aus erhabenen 1,90m Höhe an. Blaue Augen, fast perfektes MakeUp, ein Lachen auf den Lippen: "Kommt, ich zeige euch alles.", sprach's und führte uns durch den Club.

Ein Teil in mir wollte lachen, denn Martina war irgendwie schon witzig, ungewöhnlich und doch zugleich zutiefst faszinierend in ihrer Wirkung auf mich als Frau. Oder als Mann? Es war Beide präsent und das auf eine Weise, die mich tief berührte, auch erotisch ansprach, denn der Mann hinter der Maske war nicht weniger atttraktiv als die Frau, die er aus sich gemacht hatte.

Ich habe die kommende Zeit sehr darüber nachdenken müssen, was genau es war, das mich irritierte und was dieser Mann in mir ansprach. Denn es war auch das Weibliche in mir, das berührt wurde, zudem das rein Menschliche in der Begegnung und zeitgleich noch der Mann.

So mag ich mir denken, dass Menschen, die weniger offen sind, die schnell Angst bekommen, ihre eigene sexuelle Identität zu verlieren, sich abwenden wollen, verändern wollen, den Gegenüber, bloß nicht bei sich selbst. Es geht bei dieser Art der Phobie wohl weniger darum, jemanden weghaben zu wollen, als die innere Irritation zu verstehen, die im Moment der Begegnung mit einem solchen Wesen. Nur wie so oft erscheint den Menschen die Lösung im außen viel einfacher zu sein - selbstredend ungerechter.

Männer können wahnsinnig schöne lange Beine haben, brauchen oft keine künstlichen Wimpern und ihre Taille ist trotz der fehlenden Rundungen auf eine ureigene Art charmant und anziehend. Männer können eine zum Verrücktwerden zarte Haut haben, ganz besonders im Kontrast zu den Bartstoppeln, die anzeigen, wessen Körpers Kind tatsächlich in einer weiblichen Verpackung steckt.

Da verbindet sich Ästhetik mit Männlichkeit, ich persönlich finde, dass Männer, die sich gerne pflegen, überhaupt sehr viel anziehender sind als grobe Kerle. Und TVs, die pflegen sich sehr, auch in der Verpackung als Mann, legen viel Wert darauf lecker auszusehen, egal ob sie homo- oder heterosexuell oder auch bi sind.

So sind diese Wesen sicherlich für manch einen sich vollständig als heterosexuell empfindenden Mann eine Bedrohung, ja selbst für manch eine Frau, die sich ihrer eigenen Identität nicht so ganz sicher sein mag...

Sie wecken in mir die elegante Dame, die ansonsten eher verkümmert ihr Leben führt, die ich vernachlässige, weil mir diese Art Frausein im Alltag unwichtig ist. So verändet sich meine Haltung im direkten Kontakt, meine Stimme, mein Auftreten, meine Wortwahl und das ganz von alleine.

Das sind so meine Gedanken und Erfahrungen zu den Conchitas dieser Welt. Ich mag sie, sie dürfen, nein müssen, Teil dieser Welt sein und gehören dazu. :)

LG
Any

Kuhler Beitrag :thumbup::)
 
Man kann auch alle Plakate und alle Inszenierung weglassen und sein, wer man halt gerade ist (nicht nur sein möchte) und dadurch mindestens genau so brauchbare Inhalte setzen. Kurz gesagt, man kann es auch einfach leben. Ohne Tamtam und Pipapo. Und das wird auch vielfach getan.

Und bitte... was ich sage nicht wieder auf eine Conchita runter brechen... denn, ob und wie es sich nun konkret mit ihr/ihm verhält, darüber möchte ich... und ich behaupte auch letztlich eine Gesellschaft gar nicht mutmassen. :)

Na ja, viele erleben es halt so, dass sie eben nicht leben können, wie sie wollen, ohne Stress zu kriegen.
Man muss die Leute dran gewöhnen, und das geht nicht unbedingt, wenn man sich im Kämmerlein verkrochen die Lippen anmalt. Und dauernd verbal einen auf die Fresse zu kriegen (oder tatsächlich), ist nicht jedermanns Sache.
 
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Na ja, viele erleben es halt so, dass sie eben nicht leben können, wie sie wollen, ohne Stress zu kriegen.
Man muss die Leute dran gewöhnen, und das geht nicht unbedingt, wenn man sich im Kämmerlein verkrochen die Lippen anmalt. Und dauernd verbal einen auf die Fresse zu kriegen (oder tatsächlich), ist nicht jedermanns Sache.

Warum muss man?
Unter Toleranz verstehe ich, Andersdenkende zu akzeptieren......auch wenn dieses Denken sich von meiner oder deiner Denkweise unterscheidet.

Dieser Thread ist mal wieder ein sehr gutes Beispiel dafür, welche Einbahnstraße Toleranz nach wie vor ist.:)
 
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