Cannabis Konsum legalisieren ?

Natürlich geht ab und zu ne Tüte. Für mich ist es nix, aber wenn einer ab und an mal einen dampft, warum nicht? Ich bin auch nicht grundsätzlich gegen eine Legalisierung, aber nicht unreglementiert. Volljährigkeit wäre eine Vorraussetzung z.B. für mich, ebenso wie nicht die Abgabe in unbegrenzten Mengen. Auch Qualitätskontrollen halte ich für nötig. Einfach Hurra, hau raus das Zeug, ist für mich keine Option ( nun werden viele Befürworter mir in dem Punkt aber auch zustimmen).

Ich würde gerne wissen, was du mit Dauerkonsum meinst. Immer mal hier und da oder täglich? Ich denke, da gilt es zu differenzieren. Jeden Tag ne Pulle Wein ist sicherlich schlimmer als alle zwei Wochen ne Tüte. Jeden Tag ne Tüte ist aber sicherlich nicht besser als in zwei Wochen ne Pulle Wein.

Dauerkonsum ist halt Dauerkonsum.
Mein tägliches Quäntchen oder zwei oder drei.
Und da wird in der Regel (meiner Meinung nach) Alkohol Schlimmeres anrichten, als Cannabis.

Dass beides als Dauerkonsum nicht sinnvoll ist, da gibts ja nix zu diskutieren.

Und dennoch wieso soll Cannabis strengsten Auflagen unterliegen und Alk ist in jeglicher Weise und Potenz und Menge frei verfügbar? Auch da ist ja Volljährigkeit eine Voraussetzung. Halten sich die jungen Leuts dran? Is ja aber wurscht grad. Es geht mir ums Prinzip. Die jungen Leuts kommen auch an ihr Rauch-Zeugs wenn sie es wollen. Und damit halt auch gleich noch an viel mehr...

Eben das eine ist nicht besser oder schlechter im Dauerkonsum (wobei ich auch das ein wenig anders sehe, siehe Todesfälle ;) )

Das eine (eigentlich harmlosere) ist aber kriminell eingestuft und das andere (ganz und gar nicht so harmlose) frei verfügbar.

Der Sinn dessen entzieht sich mir, ganz einfach.
 
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Tabargan meinte: Süchtig... ist man, wenn man etwas übertreibt... die Folgen müssen nicht zwingend negativ sein, kommt auf die Sucht an... Vielleicht gibts ja sogar gesunde Suchten?
Nein, das ist sternjas Auslegung, nicht meine.

Meine Auslegung ist: Sucht hat immer negative Auswirkungen. Sucht ohne negative Auswirkungen ist schlicht Leidenschaft.

Beispiel: Jemand sagt "Ich spiele leidenschaftlich gerne Tennis". Da spielt er schon regelmäßig, und hätte massive Probleme damit aufzuhören, weil Tennisspielen wichtiger Teil seines Lebens ist. Aber er ist nicht "sportsüchtig".
Gegenbeispiel: Dass jemand "sportsüchtig" ist, wird man regelmäßig erst dann annehmen, wenn er so viel Sport treibt, dass er sich damit unnötig in ernsthafte körperliche Gefahr bringt, völlig losgelöst von einer rationalen Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses. Also wenn er durch das dauernde Sporteln z.B. extrem abmagert, nicht mehr genug Schlaf findet und extrem depressiv ist, wenn er nicht Sport treiben kann.

Ja doch das Straf-Recht sagt es.
Wo sagt das Strafrecht "du bist süchtig, wenn du ab und zu Gras rauchst"?
Das Suchtpotential eines Stoffes ist nur ein Faktor von vielen bei der Überlegung, ob man etwas illegal macht oder nicht.


sternja schrieb:
Ich habe gesagt, wenn man meint ohne etwas nicht mehr leben zu können.
Und für mich ist nach wie vor beides dasselbe.
1. Sucht ist, wenn man nicht ohne Probleme mit was aufhören kann.
2. Sucht ist, wenn man ohne was nicht mehr Leben kann.
3. Sucht ist, wenn man was übertreibt.

Ich kann dir für alle drei ein Beispiel geben:
1. Ich könnte nicht ohne weiteres mit Sport aufhören. Ich hätte massive Probleme damit. Aber ich bin doch wohl nicht sportsüchtig, weil ich jede Woche mehrmals trainieren gehe?
2. Wenn ich jetzt krank werde und täglich Medikamente benötige, damit ich z.B. keinen Schlaganfall bekomme o.ä., bin ich dann medikamentensüchtig?
3. Manchmal entdecke ich ein altes Computerspiel aus meiner Jugendzeit wieder, installiere es und werd dann so reingezogen dass ich es 20 Stunden am Stück durchspiele, dabei nix esse und nix schlafe. Ich übertreibe es also völlig. Nach den 20 Stunden leg ichs dann aber beiseite und fass es wahrscheinlich für viele Jahre nicht mehr an. Bin ich spielsüchtig?

Ich weiß ja nicht, wies anderen Leuten geht, aber obwohl jedes der drei Beispiele auf die entsprechende Definition von sternja passt, würde ich bei keinem der 3 Beispiele von einer echten "Sucht" sprechen.


Warum "ich hätte Probleme aufzuhören" und "ich kann nicht ohne Leben" nicht das gleiche sind, haben dir eh Hagall und fantastfisch schon erklärt, ich glaub dazu brauch ich mich nicht extra äußern.
 
Tabargan meinte: Süchtig... ist man, wenn man etwas übertreibt... die Folgen müssen nicht zwingend negativ sein, kommt auf die Sucht an... Vielleicht gibts ja sogar gesunde Suchten?

Das habe ich im Bekanntenkreis anders erlebt:

Ein junger Mann konnte nicht mehr lernen weil er jeden Abend breitgehascht war. Muß die Schulklasse wiederholen, obwohl er dort vorher sehr gut war. Dealte an der Schule um seinen Eigenbedarf decken zu können. Verdreckte Wohnung, ungepflegte Erscheinung, mochte oder konnte nur noch wenig sprechen.
Schaffte mit Hilfe von Angehörigen und Psychologen den Absprung und wechselte die Schule.

Ein nettes Lokal, gut besucht: Der neue Kellner wirkte arrogant, es mußte alles sehr schnell gehen, war gereizt weil die Gäste nicht schnell genug geantwortet haben. Sein Chef war netter, entspannter...
Beim nächsten Besuch ein halbes Jahr später: Der Kellner zog sich zwischendurch für ein paar Minuten zurück, kicherte mit dem Juniorchef und kam entspannt wieder. Hatte geraucht...
Beim nächsten Besuch noch ein Jahr später servierte der Juniorchef. Der wirkte nun arrogant, unentspannt, alles ging ihm nicht schnell genug und er roch nach falsch geraucht. Habe das nun weniger gut besuchte Lokal gewechselt weil das Essen nicht so toll war und man sich als Gast unwillkommen fühlte.

Ein Mittvierziger mit 30 jähriger Kifferkarriere brüstete sich schnell und hektisch redend damit, daß sein Arzt nun besonders aufmerksam und sogar bevorzugt mit ihm umgehe, der sei nämlich nun selbst süchtig, hehe.
Jegliche seiner Meinung widersprechende Ansicht wurde im Gespräch sofort laut zurückgewiesen. An sich selbst hatte er nichts auszusetzen, war halt sehr faltig und sehr mager ohne jegliche Fettreserven und mußte nach eigenen Angaben sehr auf ordentliche Ernährung achten (viel Lammfleisch und Salat, kein Schwein), weil Kiffer sonst laut seiner Aussage sehr früh sterben.

Mag sein, daß es Genußkonsumenten gibt. Habe allerdings nur die oben genannten Negativbeispiele von Menschen, die sich in Anwesenheit von Nichtkonsumenten sichtlich unwohl gefühlt haben.

Und wenn die alle betrunken gewesen wären, wärs besser gewesen? :D
Nur so ne Frage...

Zumal ich mit gesunder Sucht auch sicher nicht Cannabis ansprach. :D

Aber das haben wir ja schon geklärt, eine vertretbare Sucht nennt sich nämlich Leidenschaft. ;)
 
Beispiel: Jemand sagt "Ich spiele leidenschaftlich gerne Tennis". Da spielt er schon regelmäßig, und hätte massive Probleme damit aufzuhören, weil Tennisspielen wichtiger Teil seines Lebens ist. Aber er ist nicht "sportsüchtig".
Gegenbeispiel: Dass jemand "sportsüchtig" ist, wird man regelmäßig erst dann annehmen, wenn er so viel Sport treibt, dass er sich damit unnötig in ernsthafte körperliche Gefahr bringt, völlig losgelöst von einer rationalen Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses. Also wenn er durch das dauernde Sporteln z.B. extrem abmagert, nicht mehr genug Schlaf findet und extrem depressiv ist, wenn er nicht Sport treiben kann.

Und jemand der sich leidenschaftlich gerne mehr Muskeln antrainiert als nötig, nur um supertoll auszusehen (was zum Glück Geschmacks-Sache ist) ist natürlich auch nur einer Leidenschaft verfallen und auf gar keinen Fall nach irgendetwas süchtig. ;)

Sucht ist ein Begriff, der sehr dehnbar ist.
Für meine Begrifflichkeit ist jemand der 4 mal die Woche ins Fitness-Center gehen muss, nach Sport süchtig.
Ich werte das aber weder positiv noch negativ.
Muss ja jeder selber wissen. ;)
 
Und jemand der sich leidenschaftlich gerne mehr Muskeln antrainiert als nötig, nur um supertoll auszusehen (was zum Glück Geschmacks-Sache ist) ist natürlich auch nur einer Leidenschaft verfallen und auf gar keinen Fall nach irgendetwas süchtig. ;)
Das kommt darauf an. Ich mach das ja im Prinzip so, wie du es beschreibst. Aber nach was soll ich süchtig sein? Danach, gut (bzw. besser) auszusehen? Oder danach, ins Fitnessstudio zu gehen? Ich bin ja relativ glücklich damit.

Es gibt aber durchaus Fälle, wo so etwas zur Sucht ausarten kann, siehe Adonis-Komplex. Das zeichnet sich dann durch starke psychische Probleme aus und führt dazu, dass sich Leute Steroide oder Synthol spritzen, wie blöd ins Solarium gehen und trainieren bis ihnen die Sehnen reißen. Das würde für mich unter Sucht fallen. (Krankheitsbild) Es ist ne Art Spiegelbild zur Magersucht.

Für mich hat meine Beschäftigung mit Sport aber dazu geführt, dass ich mich gesünder und lebafter fühle und vor allem, dass ich mehr auf meine Ernährung achte und gesünder esse. Deswegen ...
Sucht ist ein Begriff, der sehr dehnbar ist.
Für meine Begrifflichkeit ist jemand der 4 mal die Woche ins Fitness-Center gehen muss, nach Sport süchtig.
Ich werte das aber weder positiv noch negativ.
Muss ja jeder selber wissen. ;)
... würde ich behaupten, dass man "Sucht" nicht daran festmachen kann, ob man 2 mal oder 5 mal die Woche ins Fitnessstudio geht. Und wie schon gesagt: eine "positive" Sucht ist keine Sucht, denn Krankheit ist nie positiv. Eine positive Sucht ist eine Leidenschaft.
 
Der Alkoholiker ist oft auch viele, viele Jahre glücklich mit seinem Alkoholkonsum und findet sein Verhalten vollkommen ok und meint alles im Griff zu haben.

Für mich ist der subjektive emotionale Zustand des Betroffenen in Bezug auf ein Suchtmittel nicht entscheidend.

Wesentlich ist für mich das Unglücklichsein und der Druck etwas zu wollen, wenn man damit tatsächlich langfristig aufhört. Manche Menschen bekommen schon ein Problem, wenn sie nur daran denken, mit einer Tätigkeit oder dem Konsum von etwas dauerhaft aufhören zu sollen.

Das sind für mich schon deutliche Anzeichen von Abhängigkeit im Sinne von Sucht.

Die Folgen von Suchterkrankungen sind dann jene, die gesundheitlicher Natur sind. Aber weit vorher kann ein Mensch schon süchtig sein. Auch wenn es ihm noch gut damit geht.

LG
Any
 
... würde ich behaupten, dass man "Sucht" nicht daran festmachen kann, ob man 2 mal oder 5 mal die Woche ins Fitnessstudio geht. Und wie schon gesagt: eine "positive" Sucht ist keine Sucht, denn Krankheit ist nie positiv. Eine positive Sucht ist eine Leidenschaft.

Auch ein Alkoholiker sagt: "Ich trinke halt nunmal leidenschaftlich gerne Alkohol, so what." ;)
 
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