Auch ein Alkoholiker sagt: "Ich trinke halt nunmal leidenschaftlich gerne Alkohol, so what."
Der Unterschied ist, dass ein Alkoholiker mit seinem Verhalten sich und anderen Schaden zufügt, zumindest mehr Schaden als Nutzen.
Wenn ich trainieren gehe, leiden darunter weder meine Freunde (im Gegenteil, die kommen öfters mit zum Trainieren), noch meine Freundin/Frau (im Gegenteil, die freut sich am Ergebnis), noch ich selbst (ich tu meinem Körper ja was gutes).
Anders wäre es, wenn ich einen ausgewachsenen Adonis-Kompex hätte - dann hätte ich bald keine Zeit mehr für Freunde bzw. Freundin, ich würde mich immer weiter von ihnen entfremden und am Ende würde ich mir auch selbst schaden (psychisch wie physisch) - auch, wenn ich mir vielleicht einrede, ich tue das richtige und die anderen verstehens nicht.
Diesen Unterschied zwischen einer "gesunden Leidenschaft" und einer "destruktiven Sucht" kann man auch beim Alkohol nachvollziehen.
Wenn ich mich ab und zu mit Freunden betrinke, bin ich dann alkoholsüchtig?
Meinem Körper tu ich damit sicher nix gutes, aber wohl auch keinen massiven Schaden. Aber es kann meine Beziehung zu meinen Freunden oder meiner Freundin verbessern, es kann mich glücklich machen und es kann dazu führen, dass ich neue Leute kennenlerne. Insgesamt hängt es von der Ausprägung, der Häufigkeit ab, ob die negativen die positiven Aspekte überwiegen, grundsätzlich würde ich aber keine Sucht annehmen, tut man in der Regel auch nicht.
ABER: Ein Alkoholiker trinkt ja nicht ab und zu mit Freunden was. Er trinkt dauernd, und zwar in einem Ausmaß, in dem er seinem Körper dauerhaft schadet. Er wird regelmäßig auch seinen Kontakt zum "normalen" Leben verlieren, weil Freunde oder Freundin von ihm entfremden (wenn die nicht selbst im selben Boot sitzen). Vielleicht fügt er seinen nächsten auch im Suff Schaden zu, indem er aggressiv wird. Insgesamt kann man sagen, dass hier die negativen Aspekte die positiven überwiegen. Hier nimmt man eine Sucht an.
Übrigens: Man kann danach auch leidenschaftlich gern z.B. Wein trinken, ohne Alkoholiker zu sein. Gibt ja genug Leute, die Wein sammeln und gern gemeinsam verschiedene Weine testen.