Ich denke, es geht nicht darum, ein "Problem damit zu haben". Ich denke, die meisten von uns fänden es blöd, wenn man uns sagen würde "ess nie wieder Schokolade, Eis, Spaghetti, telefonier nicht mehr, geh nie mehr ins Internet und ins Schwimmbad schon mal gar nicht". Ganz einfach, weil Dinge, die uns Spaß machen oder uns gut schmecken, mit Lebensqualität korrelieren. Nur weil ich ein "Problem" damit hätte, also unglücklich wäre, wenn ich nie wieder Nudeln essen dürfte, bin ich nicht nudelsüchtig. Ich bin auch nicht telefoniersüchtig, sehe aber nicht ein, nie wieder zu telefonieren.
Ich verstehe Tarbagans Punkt, dass eine Sucht etwas ganz anderes ist, als auf etwas einfach nicht verzichten zu wollen. Sucht ist gekennzeichnet von Zwang, von Leid, von Einschränkung der Lebensqualität - und nicht von Berreicherung derselben. Ich habe nicht das Gefühl, ich gehe unter, wenn ich keine Nudeln mehr esse und Tarbagan geht nicht kaputt bei dem Gedanken, keinen Wein mehr zu trinken - wir KÖNNTEN aber ohne, nur wir wollen nicht. Und das ist auch keine Sucht, weil ich nicht jeden Tag ein Kilo Nudeln essen muß und Tarbagan keine Pulle Wein pötten um zu funktionieren. Zwischen "ich will nicht verzichten" und "ich kann nicht verzichten" ist ein gewaltiger Unterschied. Sonst wären alle Menschen ja nach zig Sachen süchtig. Sucht definiert sich aber über krankhaft abhängig.