Astrologie kritisch

Du bist von der Astrologie überzeugt, beschäftigst dich mit ihr, magst aber keine astrologischen Urprinzipien, glaubst dass das was für Bürger sei, die es besser wissen wollen ????
 
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Die genauen Uhrzeiten der häufigsten Geburten kenne ich nicht. Ich weiß nur, dass statistisch betrachtet die Wahrscheinlichkeit einer Geburt in den Morgenstunden am höchsten ist.

Das ist nicht so einfach wie du das in Erinnerung hast:


Während in Deutschland die meisten Babys gleich nach dem Frühstück zur Welt kommen, liegt das Geburtenhoch in Italien zwischen dem ersten Cappuccino und der Pasta zum Mittag. Die Spanier lassen sich am meisten Zeit. Dort erblicken die meisten Babys nach der Siesta das Licht der Welt.

„In Deutschland ist der Effekt besonders deutlich“, betonte Eberhard Lampeter, Ärztlicher Leiter von Vita 34. „Zwischen 8 Uhr und 9 Uhr kommen fast dreimal so viele Kinder zur Welt wie im Tagesschnitt.“ In Italien liegt das Geburtenhoch zwischen 9 Uhr und 11 Uhr und in Spanien zwischen 14 Uhr und 16 Uhr.

Der Grund dafür könnte Lampeter zufolge die steigende Zahl an Kaiserschnittgeburten sein. Denn diese lassen sich im Gegensatz zur normalen Geburt planen.

Für die Analyse wurden die Daten von mehr als 8.700 Babys ausgewertet, die 2011 in Deutschland, Italien und Spanien geboren wurden."


Wir können keinesfalls davon ausgehen, dass obige Zahlen auch auf die Geburten in meinen beiden Beispielen zutreffen. Soweit mir bekannt waren das keine Kaiserschnittgeburten und die Geburtsjahre liegen in einer Zeit, wo man noch nicht so viele Kaiserschnitte durchgeführt hat. Insbesondere bei dem 2. Fallbeispiel (männliche Geburt).
 
Kannst Du das belegen wie das mit den Kaiserschnitten war? Im übrigen könnte man diesen Effekt bei einer grösseren Untersuchtung natürlich auch rausrechnen. Oder man lässt von vorneherein keine Testpersonen mit Kaiserschnittgeburten zu.

Wo bleiben die Daten jener 6 Personen die ins Ausland umgezogen sind?
 
(...) Nach wissenschaftlicher Anschauung hat ein solcher Zuordnungstest dann ein signifikantes Ergebnis, wenn fünf von fünf Horoskopen hinsichtlich der Tageshälfte richtig zugeordnet werden (statistische Wahrscheinlichkeit ist hier 1 : 32).​

Jain. Es ist zwar richtig, dass ein p-Wert kleiner als 0,05 in vielen medizinischen und psychologischen Studien als statistisch signifikant gilt, aber das bedeutet auch, dass 5% aller entsprechenden Studien zu einem Nicht-Effekt falsch-positiv ausgehen. Unter anderem darum muss auch auf Reproduzierbarkeit so geachtet werden, auch wenn methodisch alles wasserdicht lief.

Diese 5% als Schwelle zur statistischen Signifikanz ist auch relativ pragmatisch gewählt, weil es Studien sehr groß aufblähen könnte/würde, wenn man die Hürde höher/strenger wählen würde. In der Physik ist man auch allgemein deutlich strenger und setzt das sog. 5-Sigma-Kriterium an; eine statistische Wahrscheinlichkeit unter der Nullhypothese in etwa der Größenordnung eines Lotto-Hauptgewinns.

Das wird man in Medizin/Psychologie nur sehr schwer mit extremem Aufwand hinbekommen. Das aber aler Erläuterung, dass die Hürde p<0,05 nicht allgemeingültig in Stein gemeißelt wissenschaftlich als Beweis gilt.

Zu Deinem Testdesign eine Frage: warum reduzierst Du die Angaben auf Vormittag vs. Nachmittag? Damit ergibt sich ganz grob eine Wahrcheinlichkeit von 1/2 pro Person, wobei es da wie hier schon erwähnt, keine absolute Gleichverteilung gibt, was die Wahrscheinlichkeiten etwas verzerrt. Wie wäre es, wenn der Astrologe neben dem echten Geburtsdatum eine Reihe von plausiblen aber falschen Daten genannt bekommt, und er das richtige herrausfinden muss? Damit hat man zum einen die Einzelwahrscheinlichkeiten etwas mehr im Griff ohne derartige Verzerrungen, und kann sie auch so wählen, dass statistische Signifikanz schneller erreicht wäre (sollte tatsächlich was dran sein).
 
Zu Deinem Testdesign eine Frage: warum reduzierst Du die Angaben auf Vormittag vs. Nachmittag? Damit ergibt sich ganz grob eine Wahrcheinlichkeit von 1/2 pro Person, wobei es da wie hier schon erwähnt, keine absolute Gleichverteilung gibt, was die Wahrscheinlichkeiten etwas verzerrt. Wie wäre es, wenn der Astrologe neben dem echten Geburtsdatum eine Reihe von plausiblen aber falschen Daten genannt bekommt, und er das richtige herrausfinden muss? Damit hat man zum einen die Einzelwahrscheinlichkeiten etwas mehr im Griff ohne derartige Verzerrungen, und kann sie auch so wählen, dass statistische Signifikanz schneller erreicht wäre (sollte tatsächlich was dran sein).
Erstmal danke zu Deinen allgemeinen Vormerkungen. Ich kann das nachvollziehen.

Nun zum zweiten Abschnitt Deiner Ausführungen:

Es ist auf diese Weise einfacher zu handhaben, denn es ist ohnehin zeitaufwändig, wenn du 2 verschiedene Horoskope hast und dann herausfinden sollst, welches das zutreffende ist. Doch es funktioniert: ich schaffe es zwar nicht immer, jedoch sehr oft.

Die beiden Beispiele die ich veröffentlicht habe sind echt. Sie sind mit Erlaubnis der Testpersonen veröffentlicht worden. Und es finden sich in den Horoskopen viel mehr Treffer, als nur "5 % Abweichung von der Zufallsverteilung" - es fragt sich allerdings ob Nicht-Astrologen diese Treffer gelten lassen würden.

Bis jetzt scheint klar zu sein, dass man die beiden Beispielaufgaben ohne Anwendung von Astrologie nicht lösen kann. Schade ist allerdings dass es niemand mit Anwendung von Astrologie versucht. Denn das wäre leicht möglich.
 
Während in Deutschland die meisten Babys gleich nach dem Frühstück zur Welt kommen,
Das erinnert mich auch daran, dass ich mal die Frage hatte, dass wenn ein Kind zu einem von der Natur harmonisch bestimmten Zeitpunkt zur Welt kommen möchte, und die Mutter Sonntags aber Wehenhemmer-Pharmaka bekommen hat, weil der Arzt Golf spielen war und keine Vertretung da, und die Mutter dann am nächsten Tag dann Wehenbeschleuniger-Pharmaka bekommen hat, das Kind dadurch auch noch im Geburtskanal stecken blieb aufgrund der sabotierten Kontraktionen und entsprechenden Hormone - was gilt dann in der Astrologie als Geburtszeitpunkt? Der, der vorgesehen war, aber nicht bekannt ist, oder der der tatsächlich so notiert, aber manipuliert gsi isch? Danke schön.

*LOVE*​
 
Zuletzt bearbeitet:
Bis jetzt scheint klar zu sein, dass man die beiden Beispielaufgaben ohne Anwendung von Astrologie nicht lösen kann.
Schade ist allerdings dass es niemand mit Anwendung von Astrologie versucht. Denn das wäre leicht möglich.

Wenn ich dich richtig verstanden hab, hast du für die von dir genannten Beispielaufgaben eine Lösung.
Na dann präsentiere diese doch und erläutere den an der A. Zweifelnden, wie du zu der Lösung kommst.
 
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Kannst Du das belegen wie das mit den Kaiserschnitten war?

Das Kaiserschnitte in der Regel (nicht in Notfällen natürlich) morgens stattfinden, ist doch allgemein bekannt. Das gilt für die meisten Operationen. Selbst wenn die Rate im Jahr 2000 noch niedriger war, hat sie dennoch die Statistik beeinflusst.

Wo bleiben die Daten jener 6 Personen die ins Ausland umgezogen sind?

Du hast doch direkt abgeschwächt, dass die diesbezügliche Einordnung nicht sooo aussagekräftig wäre. Etwas, was mir übrigens aus dem Vorgehen gut bekannt ist: Liegt der Astrologe richtig, ist das der angebliche Beweis für seine astrologischen Fähigkeiten. Liegt er falsch, war der Test nicht gut aufgebaut, Merkur "rückläufig" o.ä.
 
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