Am Anfang war das Wort

Das Wort besteht aus den Vokalen und den Konsonanten, also den "rufenden" und den "mitklingenden" Elementen.
Der Kern des Wortes sind daher die Vokale.

Aber ohne die Konsonanten, zu denen die Vokale durch Konstrast in Beziehung stehen und andersherum gibt es kein Wort - oder gibt es eine reine Vokalsprache? So gesehen finde ich es schwierig, von einem Kern zu sprechen. Ein Kern wäre etwas, daß auch sein kann, ohne in Beziehung zu etwas anderem zu stehen.

Im übertragenden Sinne geht es auch im Wort selbst um ein Verhältnis zwischen zwei Prinzipien, wie Du sagst "das rufende" und die "mitklingenden Element". In diesem Zusammenhang finde ich interessant, wie Vokale und Konsanten gebildet werden. Der Grundton kommt ungeformt aus dem Kehlkopf und klingt ohne den Resonanzraum oberhalb des Kehlkopfes abgesehen von der Tonhöhe und Lautstärke völlig undifferenziert. Erst durch unterschiedliche Einstellungen der Artikulationsorgane werden ausdifferenzierte Vokalschwingungen erreicht. Es reicht also nicht einfach ein Grundvokal, sondern Vokal und Artikulationsstellung hängen eng zusammen. Worauf ich hindeuten will ist auch hier die enge Beziehungsverhältnis zwischen mehreren Aspekten aus denen heraus erst Klänge und Geräusche entstehen. Im Mittelpunkt sehe ich da keinen Kernvokal sondern ein Beziehungsverhältnis zwischen Klängen und Geräuschen.

Dass Du Vokale als "rufende Elemente" bezeichnest finde ich sehr interessant, es deutet ja wieder auf einen Dialog hin. Denn ein Ruf ist ja nicth im luftleeren Raum, einfach so für sich, sondern hat einen Adressaten, an den er gerichtet ist. Ich frage mich, ob man der Natur dieses Adressaten ohne die Natur desjenigen zu verstehen, der ihn ruft überhaupt näherkommen kann. Es treten doch beide immer gemeinsam auf. Das eine beinhaltet das andere und bedingt es erst. Keines von beiden war zuerst.
 
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Die Teilnehmer der Beziehung wären dann nicht von ihrer Interaktion trennbar, das Wort als Ergebnis ihrer Beziehung nicht ohne den Prozess ihrer Verständigung möglich, die Schöpfung ist dann kein einseitiges Erschaffen aus einer von der Kommunikation der Wesen unabhängigen Urquelle sondern ein ständig stattfindender, lebendiger und sich mit der Qualität der Beziehung ändernder Vorgang.

Warum ändert sich die Schöpfung ständig und bleibt nicht statisch? Weil sich die Qualität der Beziehung und damit auch die Worte, die "getauscht" werden ändert. Warum ändern sich die Worte, die Schöpfungsprodukte? Weil in der Beziehung noch keine vollstänige Verständigung erreicht ist. Wenn vollständige Verständigung erreicht ist müsste die Schöpfung und mit ihr die Beziehung enden.

Sorry, ich lass das grad einfach so sprudeln, wies mir ins Hirn kommt, vielleicht alles Quatsch. Bitte um kritische/entwirrende/weiterführende Ideen!


wenn vollständige verständigung erreicht ist müsste die schöpfung und mit ihr die beziehung enden.............................................................................
 
Vielleicht kann ich besser sortieren, wenn ich die ganze Textpassage betrachte und nach meinem Verständnis übersetze:

"Im Anfang war das Wort"

Das Wort ist der Anfang, der Kern aus dem alles hervorgegangen ist. Aber es heißt ja "im Anfang". D.h. Anfang und Wort sind in direktester Beziehung, aber nicht identisch. Etwas ist in etwas anderem heißt da sind zwei Elemente sehr eng zusammen und durchdringen sich. Hier ist schon eine erste subtile Spaltung drin, lese ich heraus.

"und das Wort war bei Gott,
und Gott war das Wort."

Zunächst wird Wort als noch entfernt von Gott gesehen (bei Gott) - und jetzt wird es gleichgesetzt (Gott war das Wort). Aber durch das "war" bekommt diese Aussage wieder eine Entfernung, eine zeitliche Spaltung sozusagen. Es war so, aber jetzt ist es nicht mehr so?

"Dasselbe war bei Gott im Anfang."

Was meint "dasselbe"? Es hört sich wie ein Zirkelschluss an. Wort ist Gott ist Anfang. Und nicht zu übersehen die Geschichtlichkeit dieser Aussage: früher, damals, am Anfang. Die Erschaffung der Zeit steckt in diesem "war" und die Entfernung vom Anfang. Aber was ist "dasselbe"?

"Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht,
und ohne dasselbe ist nichts gemacht,"

"Dasselbe" ist nicht so bestimmt, wie das Wort. Welches Selbe? Es lässt sich nicht greifen wie eine Grundsubstanz, etwas Anfassbares und klar differenzierbares. Dasselbe drückt vielleicht eben das Fehlen einer Kernsubstanz aus.

"was gemacht ist, darin war das Leben,"

Nun kommt ein deutlicher Bezug zur Gegenwart durch das "ist". Eine unumstößliche und gegenwärtige Tatsache wird dadurch ausgedrückt, nämlich, dass das Leben "gemacht" ist. Durch dieses völlig unklare "dasselbe" ist so etwas klares wie das Leben gemacht.

"und das Leben war das Licht der Menschen."

Das drückt für mich klar aus, daß der Mensch ohne das Leben kein "Licht" hat, d.h. nichts erkennen, differenzieren oder begreifen kann. Licht ist Erkenntnis, Erkenntnis entsteht aus Differenzieren. Differenzieren ist demnach das Licht der Erkenntnis oder des Lebens. Differenzierung kann aber nur da sein, wo es Unterschiede gibt, eben nicht mehr nur das eine "dasselbe".

"Und das Licht scheint in der Finsternis,"

da haben wir die erste Differenzierung. Licht und Finsternis.

aber warum jetzt das?

"und die Finsternis hat's nicht erkannt. "

die Finsternis hat was nicht erkannt? Sie hat sich getrennt vom Licht, sie wähnt sich nun unwissend und im Dunkeln und sucht das Licht. Die Finsternis verstehe ich als Finsternis im Geist, Unsicherheit in Bezug auf die eigene Natur.

Gehts noch weiter?
 
Vielleicht kann ich besser sortieren, wenn ich die ganze Textpassage betrachte und nach meinem Verständnis übersetze:

"Im Anfang war das Wort"

Das Wort ist der Anfang, der Kern aus dem alles hervorgegangen ist. Aber es heißt ja "im Anfang". D.h. Anfang und Wort sind in direktester Beziehung, aber nicht identisch. Etwas ist in etwas anderem heißt da sind zwei Elemente sehr eng zusammen und durchdringen sich. Hier ist schon eine erste subtile Spaltung drin, lese ich heraus.

"und das Wort war bei Gott,
und Gott war das Wort."

Zunächst wird Wort als noch entfernt von Gott gesehen (bei Gott) - und jetzt wird es gleichgesetzt (Gott war das Wort). Aber durch das "war" bekommt diese Aussage wieder eine Entfernung, eine zeitliche Spaltung sozusagen. Es war so, aber jetzt ist es nicht mehr so?

"Dasselbe war bei Gott im Anfang."

Was meint "dasselbe"? Es hört sich wie ein Zirkelschluss an. Wort ist Gott ist Anfang. Und nicht zu übersehen die Geschichtlichkeit dieser Aussage: früher, damals, am Anfang. Die Erschaffung der Zeit steckt in diesem "war" und die Entfernung vom Anfang. Aber was ist "dasselbe"?

"Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht,
und ohne dasselbe ist nichts gemacht,"

"Dasselbe" ist nicht so bestimmt, wie das Wort. Welches Selbe? Es lässt sich nicht greifen wie eine Grundsubstanz, etwas Anfassbares und klar differenzierbares. Dasselbe drückt vielleicht eben das Fehlen einer Kernsubstanz aus.

"was gemacht ist, darin war das Leben,"

Nun kommt ein deutlicher Bezug zur Gegenwart durch das "ist". Eine unumstößliche und gegenwärtige Tatsache wird dadurch ausgedrückt, nämlich, dass das Leben "gemacht" ist. Durch dieses völlig unklare "dasselbe" ist so etwas klares wie das Leben gemacht.

"und das Leben war das Licht der Menschen."

Das drückt für mich klar aus, daß der Mensch ohne das Leben kein "Licht" hat, d.h. nichts erkennen, differenzieren oder begreifen kann. Licht ist Erkenntnis, Erkenntnis entsteht aus Differenzieren. Differenzieren ist demnach das Licht der Erkenntnis oder des Lebens. Differenzierung kann aber nur da sein, wo es Unterschiede gibt, eben nicht mehr nur das eine "dasselbe".

"Und das Licht scheint in der Finsternis,"

da haben wir die erste Differenzierung. Licht und Finsternis.

aber warum jetzt das?

"und die Finsternis hat's nicht erkannt. "

die Finsternis hat was nicht erkannt? Sie hat sich getrennt vom Licht, sie wähnt sich nun unwissend und im Dunkeln und sucht das Licht. Die Finsternis verstehe ich als Finsternis im Geist, Unsicherheit in Bezug auf die eigene Natur.

Gehts noch weiter?

ja,und gott schuf den menschen nach seinem bilde.............................
oder so ähnlich................
für mich steckt da sehr viel glaube darin................
und sicher bin ich mir nicht.............
 
darüber gibt es nichts zu schreiben........................
oder alles. :zauberer1


Erinnert sich übrigens im Zusammenhang mit diesem Thread-Thema jemand besser als ich an die Unendliche Geschichte von Michael Ende? Da gibt es doch einen Schreiber, der wohnt in einem Ei. Und dessen Wort ist doch der Anfang von allem. Hört er auf zu schreiben, endet alles.

Erinnere ich mich da gerade richtig?

Ich muß das mal nachlesen.... wo hab ich denn den Schinken? Da liegt er. Hm, ich guck mal rein beizeiten.
 
oder alles. :zauberer1


Erinnert sich übrigens im Zusammenhang mit diesem Thread-Thema jemand besser als ich an die Unendliche Geschichte von Michael Ende? Da gibt es doch einen Schreiber, der wohnt in einem Ei. Und dessen Wort ist doch der Anfang von allem. Hört er auf zu schreiben, endet alles.

Erinnere ich mich da gerade richtig?

Ich muß das mal nachlesen.... wo hab ich denn den Schinken? Da liegt er. Hm, ich guck mal rein beizeiten.

aber es bleibt eine geschichte..........................................................
und eine die wir bereits kennen.........................................................
 
darüber gibt es nichts zu schreiben........................

Zu schreiben gibt es vielleicht eine Menge darüber, aber vielleicht kommt dabei keine Aussage heraus?

Mir fiel dazu ein: Vollständige Verständigung mit Gott ist vollkommene Identifikation mit Gott. Oder nur vollständige Identifikation, lassen wir Gott mal weg. Vollständige Verständigung zwischen zwei Gesprächspartnern ist, wenn es zwischen beiden nicht einmal mehr ihre Getrenntheit als Gesprächspartner zu vermitteln gibt.

In Gesprächen wie etwa hier in diesem Thread ist eine vorübergehende Verständigung erreicht, wenn sich unser GEsprächsthema erschöpft hat, d.h. von ihm keine Spannung oder Kraft mehr ausgeht. Die Gesprächspartner merken das am Fehlen jeden Kommunikationsdrucks und an der Stille die sich dann einstellt.

Es ist aber so eine Stille kaum auszuhalten, denn das, worüber wir uns eigentlich verständigen wollen ist noch nicth geklärt. Und so kommen wir halt einfach zum nächsten Thema, bis auch das sich erschöpft.
 
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Zu schreiben gibt es vielleicht eine Menge darüber, aber vielleicht kommt dabei keine Aussage heraus?

Mir fiel dazu ein: Vollständige Verständigung mit Gott ist vollkommene Identifikation mit Gott. Oder nur vollständige Identifikation, lassen wir Gott mal weg. Vollständige Verständigung zwischen zwei Gesprächspartnern ist, wenn es zwischen beiden nicht einmal mehr ihre Getrenntheit als Gesprächspartner zu vermitteln gibt.

In Gesprächen wie etwa hier in diesem Thread ist eine vorübergehende Verständigung erreicht, wenn sich unser GEsprächsthema erschöpft hat, d.h. von ihm keine Spannung oder Kraft mehr ausgeht. Die Gesprächspartner merken das am Fehlen jeden Kommunikationsdrucks und an der Stille die sich dann einstellt.

Es ist aber so eine Stille kaum auszuhalten, denn das, worüber wir uns eigentlich verständigen wollen ist noch nicth geklärt. Und so kommen wir halt einfach zum nächsten Thema, bis auch das sich erschöpft.

ja,so ähnlich kommt mir das auch vor...............................
aber es kann auch unendlich weiter gehen...............................................
 
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