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Zur Psychoanalyse John Wayne Gacys

Dieses Thema im Forum "Psyche & Persönlichkeit" wurde erstellt von Lamia1, 6. Juli 2014.

  1. Lamia1

    Lamia1 Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    11. Januar 2014
    Beiträge:
    1.123
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    Hallo!

    Persönliche Gedanken meinerseits:

    Die aktuell vorliegende Psychoanalyse thematisiert die psychische Struktur des US-amerikanischen Serienmörders John Wayne Gacy, der in den 70er Jahren nachweislich 33 junge Männer des Lebens beraubte, nachdem er sie zuvor auf bestialische Art und Weise vergewaltigt hatte. Aus der psychopathologischen Charakterstruktur Gacys soll eine etwaige psychologische Motivation für die benannten Gräueltaten deduziert und dem Verständnis zugänglich gemacht werden.

    Während seiner früheren Kindheitsphase hatte der kleine John stets unter den aggressiven Eruptionen seines alkoholkranken Vaters zu leiden, der nicht davor zurückschreckte, seinen Sohn permanent verbal zu schikanieren und physisch zu attackieren. Gleichzeitig musste John Wayne Gacy die Überfürsorglichkeit und die Verwöhnung seiner Mutter erdulden, die eventuell dazu führten, dass eine enorme emotionale Bindung an die Mutter entstand. Obwohl Gacy bereits verheiratet war und eigene Kinder hatte, konnte er sich auf intrapsychischer Ebene niemals von seiner Mutter distanzieren, was zur Konsequenz hatte, dass die Mutter bis zu seiner Verhaftung zusammen mit der Familie in seinem Hause lebte.

    John Wayne Gacy gelang es nicht, den Highschool-Abschluss zu absolvieren, obschon er vier Versuche unternahm. Außerdem war ihm eine ephebophile Sexualpräferenz zu eigen, die ebenso wie die misslungene schulische Karriere aus einem inneren Loyalitätskonflikt mit der Mutter resultieren kann, da Individuationsschritte dieser Sorte oftmals mit dem Ausbruch von Schuldgefühlen gegenüber einem Elternteil verbunden sind. Zumindest bin ich der Meinung, dass man diese beiden Aspekte als Indikator einer symbiotischen Verbindung zwischen Gacy und seiner Mutter interpretieren kann. Sollte dies der Fall sein, leuchtet unmittelbar ein, dass Gacy aufgrund der ihn paralysierenden symbiotischen Bindungsgewalt unbewusste Aggressionen akkumuliert haben könnte. Die tiefe Bindung zwischen Mutter und Kind wird zudem dadurch bestätigt, dass Gacys Mutter trotz der offiziellen Verurteilung und aller Fakten bis an ihren Tod an dessen Unschuld glaubte.

    Aggressionen sammelten sich jedoch nicht nur wegen der pathologischen Symbiose mit der Mutter an. Vor allem die negative Beziehung zum Vater scheint ein relevanter Kausalfaktor bezüglich der Verbrechen zu sein, die Gacy an den jungen Männern verübte. Es ist plausibel, dass Gacys Unbewusstes die Jugendlichen als Projektionsfläche benutzte, mit deren Hilfe er seinen innerseelischen Konflikt mit dem Vater externalisierte, um ihn außen an Stellvertretern auszutragen: So konnte Gacy einerseits eine temporäre emotionale Entlastung durch projektiv-kathartische Abreaktionen von Aggressionen erfahren und andererseits die Konfrontation mit der internalisierten Omnipotenz und Destruktivität der Vaterfigur vermeiden. Selbige fürchtete er im Inneren schließlich noch immer, denn damals stand Gacy seinem gewaltbereiten, Gefahr signalisierenden Vater als Kind nahezu ohnmächtig gegenüber. Er war ihm schutzlos ausgeliefert. Selbst, wenn sein Vater zum Zeitpunkt der Morde noch am Leben gewesen wäre, hätte er es vermutlich (noch) nicht vollbracht, die Aggressionen gegen den eigenen Vater zu wenden. Als Substitut fungierten hier die jungen Männer. Zugleich konnten in diesem Zuge auch die Hassgefühle situativ reduziert werden, die sich im Ursprung auf die emotional bindende und seine Autonomie missachtende Mutter richteten, die offenbar außerstande war, ihren Sohn vor den körperlichen Übergriffen des Vaters zu schützen. Interessant in diesem Kontext ist jedenfalls, dass die Opfer Gacys ihrem maskulinen Geschlechte zum Trotze recht feminin auftraten (sensible Gesichtszüge, schulterlange Haare).

    Schlussendlich kommt hinzu, dass Gacy infolge der Wehrlosigkeit und Machtlosigkeit der Opfer die eigenen Ohnmachts- und Minderwertigkeitsgefühle, die ihm wegen seines allgewaltigen, massiv grenzüberschreitenden und ihn durch Schläge und verbale Angriffe degradierenden Vaters zu eigen waren, vorübergehend neutralisieren konnte, wodurch er zeitweise ein narzisstisches Selbstgefühl zu verspüren vermochte: Nun war er angesichts seiner scheinbaren Allmacht und Verfügungsgewalt (gegenüber den Opfern) einmal nicht der Ohnmächtige und Unterworfene, nicht der familiäre Versager und nicht der erfolglose Schulabbrecher, sondern gar der Herrscher über Leben und Tod, den man um Gnade anflehte, zu dem man emporblickte.
     
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