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Analyse der psychischen Strukturen und Mechanismen Ed Kempers

Dieses Thema im Forum "Psyche & Persönlichkeit" wurde erstellt von DUCKFACE, 6. Oktober 2013.

  1. DUCKFACE

    DUCKFACE Guest

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    Hallo!

    In diesem Beitrag möchte ich gern meine persönliche Psychoanalyse bezüglich des seriellen Mörders Edmund Emil Kemper präsentieren, der in den USA wegen achtfachen Mordes zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Zu seinen Opfern zählten unter anderem seine Mutter sowie die eigenen Großeltern, welche er bereits im Alter von 15 Jahren ermordete. Ansonsten bezog sich seine Präferenz primär auf Anhalterinnen, die er nach der Entführung zu Tode strangulierte. Seiner Mordserie gingen unterschiedliche Tierquälereien und -tötungen voraus, wodurch es vielleicht zur Abstumpfung von Empathie und Über-Ich kam.

    Meines Wissens handelt es sich bei Ed Kemper um den einzigen Serienmörder der Kriminalgeschichte, der sich selbst in absoluter Freiwilligkeit der Polizei stellte, obschon er zuvor über zwei Jahre hinweg suchtartig Frauen auf bestialische Art und Weise exekutierte. Nachdem er seine Mordserie mit der Tötung der eigenen Mutter selbstbestimmt abgeschlossen hatte, kommentierte er die Liquidierung der Mutter folgendermaßen: "Dies erschien mir angemessen, nachdem sie mich so viele Jahre angemeckert, angeschrien und angebrüllt hatte."(1)

    Offenbar litt Ed Kemper sowohl während seiner Kindheitsphase als auch nach dem Abschluss seiner Adoleszenz unter einer dominanten, seine Identität und Persönlichkeit missachtenden und herabsetzenden Mutterfigur, die sich nur allzu gern ihres Kindes bemächtigte, um es unablässig zu schikanieren und zu kommandieren. Infolge der permanenten Degradierungen, Kränkungen, Verletzungen und Bindungen, die Kemper durch das grenzüberschreitende und identitätsheischende Verhalten seiner Mutter erfuhr, mag sich ein enormes Aggressionspotenzial in ihm akkumuliert haben, das kontinuierlich anwuchs. Um eine gewisse psychische Balance herzustellen, aktivierte Kempers Unbewusstes später eventuell einen psychologischen Mechanismus, der ihn dazu motivierte, diverse Frauen als Projektionsfläche zu missbrauchen, um in den sadistischen und nekrophilen Taten seine sich ursprünglich aufs mütterliche Objekt beziehenden Aggressionen, seine Wut und den elementaren Hass, projektiv und kathartisch an den Damen abzureagieren. Indem er sich seiner Opfer in brutaler Manier annahm, verspürte er einerseits eine situative Entlastung, andererseits aber auch Omnipotenz, die ihm vielleicht half, unbewusste Ohnmachtsgefühle zu kompensieren, die er einst gegenüber seiner allgewaltigen, bedrohlichen und despotischen Mutter empfand.

    Auffallend bei Kemper ist jedenfalls, dass er seine Mordserie autonom beenden konnte, nachdem er seine Mutter des Lebens beraubt hatte. Wie aber mag es zu dieser inneren Entscheidung gekommen sein? Wurde sein aggressiver Konflikt möglicherweise gelöst, indem er die aus seiner Kindheit und seinem späteren Leben stammenden Aggressionen konfliktorientiert an der Mutter abreagierte, als er sie erschlug und anschließend dekapitierte? Schließlich galt seine kolossale Wut offenbar ihr allein. Und erst, nachdem er seine Aggressivität mittels der von ihm begangenen Gräueltat dort lassen konnte, wo sie ursprünglich hingehörte, war er imstande, sich den polizeilichen Behörden zu stellen.

    Dass kriminelles Agieren generell verwerflich ist, steht außer Frage. Vielmehr lohnt es sich aus meiner Sicht, psychisch erwachsen zu werden, soziale Kompetenzen samt einer Durchsetzungs- und Abgrenzungsfähigkeit zu erwerben und die eigene Individuation anzustreben.

    Viele Grüße

    DUCKFACE


    Literatur

    1. http://de.wikipedia.org/wiki/Edmund_Emil_Kemper#Letzte_Morde_und_Verhaftung
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 6. Oktober 2013
  2. Lamia1

    Lamia1 Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    11. Januar 2014
    Beiträge:
    1.123
    Kriminelles Verhalten kommt zur psychologischen Konfliktlösung natürlich nicht in Frage. Doch das ist auch gar nicht notwendig, denn ein aggressiver Konflikt lässt sich auch lösen, indem man sich dezidiert und durchsetzungsfähig von symbiotisch bindenden Eltern distanziert, indem man die pathologische Symbiose, die Aggressionen im Betroffenen hervorruft, mithilfe dieser Aggressivität aufbricht und den Trennungsprozess von den Eltern - äußerlich wie innerlich - initiiert. Die Investition der aggressiven Energie in diesen Loslösungsprozess stellt eine gangbare Variante der Lösung aggressiver Konflikte dar.
     
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