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Wer nach Haß fragt, muß auch nach dem Unrecht fragen!

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von diabolo, 6. Mai 2005.

  1. diabolo

    diabolo Neues Mitglied

    Registriert seit:
    15. Januar 2005
    Beiträge:
    372
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    .........muß auch nach dem Unrecht fragen!

    Diesen Satz las ich unter anderem in dem in der Bücherecke gelinkten Artikel zum Verständnis von Haß.

    Es gibt viele Erinnerungen die ich mit einem Haßgefühl verbinde!
    Bei der Bundeswehr befahl mit ein Leutnant ich solle sein Stiefel putzen,
    was ich demütigend fand und bei mir die Vorstellung hervorrief ihn umbringen zu wollen.

    Man sagt Haß wolle den Gehaßten immer vernichten. Daran habe ich Zweifel.

    Haß ist typisch für UnderDogs und Unterdrückte und Benachteiligte Menschen, Haß geht mit einem Ohnmachtsgefühl einher gegenüber dem als Überlegen empfundenen.

    Etwa der Haß der Kinder gegenüber die sie beherrschenden und ungerecht behandelnden Eltern, ein Haß der häufig auf vermeintlichen oder wirklichen Mißbrauch geschoben wird, damit begründet wird, aber viel weiterreichende Ursachen hat.

    Typisch ist der Haß der benachteilgiten unterschicht gegen die Privilegierten, die ihrerseits den Benachteiligten eher mit Zynismus gegenüberstehen.

    Die Schwäche der UnderDogs und Unterschichtler oder Untergebenen führt häufig zum Liebtun, zum Verdrängen des Hasses und zur identfikation mit dem der einen quält und ungerecht behandelt.

    Alice miller schildert auf ihrer Homepage auch in einem Artikel über haß wie die Kinder ihre Eltern hoch und heilig halten obwohl sie massiv von denen mißhandelt wurden.

    Gerade weil der haß aber typisch für die Abhängigen, für die Benachteiligten undÜbervorteilten, für die Betrogenen ist, wirdme r auch leicht von den herrschenden: Über-Ich, Lehrer, Gurus, Regierung, Pfarrer, Therapeuten
    verteufelt und diskriminiert und behauptet er wolle immer den Gegenpber töten.

    Tatsächlich ist aber wie mir scheint die wesentliche Motivation des Hasses ein Aufschrei wegen einer erlebten und empfundenen Ungerechtigkeit.
    Das ist schon beim kleinen kind so und man kann damit rechnen daß jede Ungertechtigkeit, die die kindliche Seele als solche empfindet und sich nicht wehren kann zu Haßgefühlen führt, die immer weiterschwingen in der Seele, durch das ganze Leben.

    Man sollte sich hundertmal überlegen ob man ein Kind schlägt oder ungerecht behandelt, die vielen späteren Störungen in den Eltern-Kind Beziehungen beruhen auf verdrängtem, latentem und offenen haß in der Kinderseele.
    Das gilt auch für Hunde, einen Hund, der géborene Underdog, tritt man nur einmal. Das ist nicht wieder gut zu machen.

    Der Haß hat im Kern nicht die Zielsetzung zu töten, den anderen, jedenfalls nicht im Kern, die Kernmotivation des Hasses besteht darin, die Gerechtigkeit wieder herzustellen. Wenn Gerechtigkeit hergestellt ist gibt es auch keinen Haß mehr. Darin liegt eine tiefe Berechtigung für den Haß, für sein Empfinden und für seine bewußte Erkenntnis. Über die Erkenntnis unseres hasses können wir fühlen und erkennen, wo unsere Seele Unrecht empfunden hat und versuchen Abhilfe zu schaffen.

    Das Problem mit dem Haß ist, daß er wegen der Hilflosigkeit der UnderDogs, der Kinder, der Frauen, die unterlegen und mißhandelt wwerden chronifiziert, er schwingt aus der Kindheit in das erwachsene Alter hinein und wiederholt sich immer, sich auch immer neue und ähnliche Objekte suchend.
    Und eben wegen dieser latent schwelenden kraft kann er zunehmend ein grauenvolles Gesicht annehmen, eben etwa den gegenüber vernichten wollen.

    Haß wird nicht mehr sein auf der Welt wenn Gerechtigkeit hergestellt ist!
    Im Kleinen wie im Großen. Wenn wir unseren haß verdrängen befördern wir die Ungerechtigkeit, also fragen wir uns nach dem haß und fragen wir zugleich nachdem Unrecht
     
  2. Cailly

    Cailly Mitglied

    Registriert seit:
    21. Februar 2005
    Beiträge:
    214
    Ort:
    Dortmund
    Hallo diabolo,

    hm, also ganz ehrlich, ich denke das zu Hass auch WUT gehört,
    das Hass aus "Wut" entsteht...

    Wut über ungerechtigkeiten - das denk ich auch...

    aber ich selbst habe z.B. sehr viele ungerechtgkeiten am eigenen Leib erfahren, mit Wut kann ich noch immer nicht umgehen, richte sie eigentlich immer nur gegen "mich selbst" und dem zu folge ist auch der einzige Mensch den ich zu "hassen fähig bin" - genau MICH selbst...

    Ich konnte und durfte niemals wütend sein:

    auf den Großvater der uns mißbrauchte (und dadurch fast sterben lies),
    auf die Mutter die uns mit Isolation, Körperlichen Mißhandlungen, "hungern lassen" und seelischen Mißhandlungen quälte,
    auf den Vater der wenn er besoffen war auf alles und jeden einschlug, der unsere Mutter sogar einmal "fast todschlug",
    auf den Bruder der sich an der Mutter orientierend ebenfalls ständig damit abgab uns psychisch und körperlich zu Mißhandeln,
    auf die Großmutter die uns körperlich und psychisch extrem mißhandelte,
    auf all die Männer die mich nur benutzten und dann wegwarfen - als wär ich ne Puppe,
    auf all die Menschen die mit ihrer Gleichgültigkeit mein Leiden verlängerten und mir nie halfen....

    und weil ich nie Wütend sein konnte/durfte auf diese Menschen - empfand ich auch Nie Hass für sie...

    Aber auf mich selbst war ich immer wütend:
    darauf das ich übehaupt existierte, das ich "nur ein Mädchen/eine Frau" war/bin, darauf das ich nicht sein konnte wie es von mir erwartet wurde,
    darauf das ich "nicht allein sein kann, obwohl mich doch eh niemals jemand lieben kann"...
    und ja ich Hasse mich:
    dafür das ich immer noch Lebe - das es mich gibt! - das ich eben eine Frau bin, das ich den Erwartungen an mich nicht gerecht werden kann, das ich andere Menschen (ganz normale soziale kontakte) haben möchte und doch nicht bekommen kann...
    und Gleichzeitig weiß das ich es "nichtmals schaffe" meine Existenz endlich zu Beenden....

    cailly
     
  3. QIA S.O.L

    QIA S.O.L Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    13. Februar 2005
    Beiträge:
    5.406
    Ort:
    Wien
    Hi Diabolo:

    Wer an den Haß glaubt, muss sich mit dem Ergebnis auseinandersetzen!

    Liebe Grüße
    Qia :)
     
  4. Ironwhistle

    Ironwhistle Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Köln Höhenhaus
    Hass als Folge von Ohnmacht?
    Guter Gedanke, aber es gibt auch irrationalen Hass.
    Der Hass auf die Gesellschft die immer wegsieht, der HAss auf den Ausländer weil er vielleicht eine andere Hautfarbe hat, der Hass auf fremdes und unbegreifliches - sicher, die Ohnmacht des Nichtverstehens, aber dennoch - irrational udn unangebracht...

    Hass und Zorn liegen übrigens nicht immer zusammen.
    Es gibt durchaus den kultivierten Hass der einen Menschen dazu veranlassen kann ein Geschehen minutiös durchzuplanen, Eventualitäten durchzurechnen und Hindernisse und Möglichkeiten abzuwägen um ein Ziel - die Beseitigung des gehassten Objektes - durchzuführen und zu erreichen...

    Hass zerstört, Hass ist negativ, er reisst bestehende Regeln und Konstanten ein - er hinterlässt eine ruinierte Landschaft.
    Aber er schafft auch Platz für neues - Zwei Seiten einer Münze...
     
  5. HerrHundi

    HerrHundi Sehr aktives Mitglied

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    So, und jetzt genug gejammert. ;)
    All das (und die Ursachen) kann man nicht nur überwinden, sondern sogar zum eigenen Vorteil wenden.
    Es geht. Vielleicht weder leicht noch schnell, aber wenn Du wirklich willst, kannst Du es schaffen und ich finde, es ist der Mühe wert.
    Alles was Du brauchst, hast Du schon, nur musst Du lernen, es zu verwenden und richtig einzusetzen.
     
  6. QIA S.O.L

    QIA S.O.L Sehr aktives Mitglied

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    5.406
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    Hi...

    Aha...und WOZU hasst Du Dich?

    Liebe Grüße
    Qia :)
     
  7. Cailly

    Cailly Mitglied

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    Dortmund
    hallo Herr Hundi, hallo Qia S.O.L

    @ Herr Hundi: ok tolle worte, einfache Frag dazu: WIE?

    - bitte beachten dabei: ALLEIN ohne hilfe von irgendwelchen anderen Menschen, denn solche Hilfe gibt es für mich nicht.

    @ Qia: was meinst du mit deinem "Wozu"?

    fragende Grüße,
    Cailly
     
  8. HerrHundi

    HerrHundi Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    1.336
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    Keine Hilfe? Das bedeutet, dass die Chancen um einiges steigen. :D

    Weil hier handelt es sich um etwas, was nur Du regeln kannst. Niemand sonst ist dazu in der Lage.
    Auch fachmännische Hilfe, würdest Du sie in Anspruch nehmen, wäre nur dazu da, um Dich zu leiten, Dich dazu zu bringen, sich selbst alledem zu stellen.
    Aber die Arbeit machst immer nur Du allein. Also wenn keine Hilfe da ist, ist das überhaupt nicht schlimm. Im Gegenteil. ;)
    Was Du erlebt hast, ist ohne Zweifel schlimm und hat böse Spuren hinterlassen, aber Menschen (gäbe es solche), die Dir helfen wollten, würden Dich meistens einfach nur bedauern, mehr nicht. Mehr können sie auch nicht.

    Wie...
    Schwere Frage, weil die richtige Antwort zu komplex ist und teilweise auch nur auf Dich zugeschnitten.
    Aber wenn Du da raus willst, wirst Du sozusagen Dein Innerstes nach außen kehren müssen, Stück für Stück angucken, analysieren und vom angesammelten Dreck befreien. Dir ist einiges angetan worden, was mehr Spuren hinterlassen hat, als Dir klar ist. Du merkst nur das Gröbste.
    Ich würde sagen, dass Du als erstes festen Willen brauchst, unter allen Umständen das Problem zu lösen.
    "Alle Ümstände" sind sehr wichtig und bedeuten so einiges, unter anderem auch möglichen Verlust der Menschen, die Dir jetzt vielleicht viel bedeuten. Freunde, Familie usw.

    Wie steht es mit dem Willen? ;)
     
  9. diabolo

    diabolo Neues Mitglied

    Registriert seit:
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    Beiträge:
    372
    Hallo Cailly,

    Deine Aufzählung hat mich zunächst was erschlagen, hätte garnicht gedacht daß in so einem Lichtforum wo es auch einen erleuchteten bissigen Hund neuerdings gibt jemand soweit auspacken würde.
    Dabei ist das was Du erzählst auch ein guter Einblick in die bürgerliche realität, in die leidgesellschaft unter dem Joch der Religion und Geldscheffler.
    Ich könnte ähnliche Aufzählungen von mir, eine Kindheit als Aufeinanderfolge destruktiver Demütigungen und gewaltexzesse.

    Was Haßgefühle betrift so ist der tief in meine Struktur eingegraben, als Kind mußte ich die verleugnen unter christlich pietistisch protestantischen Neurotikern. Ich hab mich aber früh von dort weggemacht und fing nach langem Schweigen und Erdulden erst in der "Fremde" an den Mund aufzumachen.

    Der Haß ist tief in einen eingegraben, die Frage ist wie man damit umgeht.
    Ich kann natürlich mich auch in esoterische Höhen schwingen und en Haß vertgessen und so tun als ob es ihn nicht gäbe. Manche bilden sich dann ein er sei überwunden, sie hätten es geschafft und möchten gerne mehr gelten indem sie anderen dies vorhalten.

    Doch sind solche Illusionen unnütz, der haß arbeitet weiter und zeigt sich in vielen masken......und wem der Haß einigermaßen selbstbewußt ist......nimmt ihn auch leicht in der verdeckten teils heuchlerischen Form bei anderen wahr.

    Ich kenne niemanden der wüßte wie das Problem grundlegend zu lösen.
    Auch Vergebung nützt in der Tiefe nichts den Haß etwa aufzulösen.
    Als meine Mutter starb habe ich ihr pro forma Worte murmelnd vergeben.
    Das war schon irgendwie wichtig, es wirkt an der Oberfläche über die jahre
    wohltuend, und ich kann nicht sagen daß es unwichtig sei zu vergeben.
    Aber in der Tiefe unverleugnet hingeschaut sind die haßgefühle trotzdem da.

    Vielleicht ist dies schon das optimale was man unter den gegebenen Umständen überhaupt erreichen kann.........es würde nichts bringen den Haß gegen die "Täter" noch zu agieren...........irgendwie scheint mir muß man dies mental bewältigen.

    Aber man sich aber fragen, was ist insgesamt in unserer Gesellschaft schief und Ursache für die Welt die mich hier überfallen hat als ich geboren wurde.
    UNd hier gibt sich vielleicht dann eine Möglichkeit den Haß sinnvoll zu kanalisieren und wirksam werden zu lassen.

    Etwa indem man die ideologien der Lügner in der Gesellschaft zerstört,
    ihre falschen Vorteilsnahmen aufdeckt. Hier ist es nötig vieles zu zerstören was Platz für was besseres machen sollte und dort ist der haß und seine Energien auch angebracht, aber man muß natürlich beachten, der haß kann schnell wie ein störrisches pferd außer rand und band gwereiten...........und man muß sich üben ein guter Haßreiter zu werden.

    Insoweit ist der Haß ein notwendiger nicht elimierbarer Bestand des Bösen, der Kraft die stets das Böse will und doch das Gute schafft.

    Wenn einst das Gute in die Welt gekehrt ist und wir, die satorischen Gefechtseinheiten, werden dies schaffen, löst sich auch der Haß aus den Seelen.

    Diabolo
     
  10. HerrHundi

    HerrHundi Sehr aktives Mitglied

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    Jetzt schon :D und die Antwort darauf ist ziemlich einfach: Verständnis.
    Wenn Du in der Lage bist, wirklich zu verstehen, wieso jemand was getan hat, verschwindet der Haß.
    Wenige Menschen sind wirklich böse, aber sogar die sind eher zu bedauern.
    Die meisten verletzen andere aus Angst und/oder Unwissenheit.
     
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