Stiefvaterpflichen- wie sehen sie aus?

Liebe Leute, nun mal langsam!

Wir müssen offensichtlich bei diesem schwierigen Thema sehr aufpassen, die unterschiedlichen Ebenen nicht durcheinander zu bekommen.

Wie so oft diskutieren wir hier auf verschiedenen Ggewissensebenen, wie es scheint. Viele Meinungen, die hier geäußert werden basieren auf den individuellen Gefühlen von "Gerechtigkeit" und persönlichem Gewissen, während die systemisch Blickenden hier auf der Ebene der Wirkungen auf die Mitglieder des Systems und auf der Basis ihrer Erfahrungen mit dem hierarchisch (was die Wirkungen angeht) über dem persönlichen Gewissen angesiedelten systemischen Gewissen argumentieren. Dies f+ührt wieder zu den üblichen Missverständnissen.

Zunächst mal: wenn ich (und sicher auch Jake) von Wirkungen und den Gesetzmäßigkeiten, die ihnen zugrunde liegen berichten, dann sind das noch lange keine Werturteile über Personen. Auch sind es keine Urteile oder Meinungsäußerungen darüber, ob wir diese Gesetzmäßigkeiten und ihre Auswirkungen auf die Menschen nun gut oder ungut fänden. Wenn ein Wetterfrosch im Fernsehen berichtet, dass es morgen aller Wahrscheinlichkeit nach Regen geben wird, dann heißt das doch auch nicht, dass er das toll findet, wenn jemand dabei nass wird. Wenn ein Arzt euch erzählt, dass ihr krank werdet, wenn ihr zu viel Alkohol trinkt oder raucht oder so, dann heißt das doch auch nicht, dass er euch Böses wünscht oder es Klasse findet, wenn ihr diesen Wirkungen ausgesetzt seid. Desselben gilt, wenn jemand euch warnt, eure Kinder im Auto anzuschnallen. Dann wird es sicher nicht damit meinen: "Ihr habt es nicht anders verdient, wenn euere Kinder bei einem Unfall zu Schaden kommen."

Goldklang))) schrieb:
Sie ist systemisch nicht unbelastet und bleibt durch das Kind an den anderen Mann unauflöslich gebunden.


Dieser Satz ist für mich ein "Schmarrn"!

Das mag ja sein - aus dem eigenen "Gefühl" heraus - also dem eigenen Gewissen. Aber das regelt ja nun mal nur die Zugehörigkeit zu deinem Familiensystem und es hat mit systemischen Tatsächichkeiten nichts zu tun, denen wir ausgesetzt sind. Natürlich kann jemand die leugnen - dennoch wirken sie.

Goldklang))) schrieb:
Das Kind bleibt vielleicht unauflöslich mit dem Vater gebunden, aber nicht die Frau.

Wenn man genauer hin sieht auf der systemischen Ebene, dann zeigt sich das gegenteil: alle Drei sind aneinander für immergebunden. Und in dem Maße, in dem diese Bindung anerkannt und gewürdigt ist, können sie wieder zu einem Teil frei werden. Wenn sie aber wie hier geleugnet wird, dann wirkt sie im ungut Untergrund. Dies ist so, wiel es eben das systemisch eGewissen auch noch gibt, welches machtvoller wirkt, als das individuelle und weil dieses ein Ausklammern und Leugnen von Personen im System nicht zulässt und (zum Teil sogar mit dem Tod) sanktioniert. Und das hat mit dem persönlichen Gerechtigkeitsgefühl gar nichts zu tun.

Goldklang))) schrieb:
Denn jede Frau kann auch "innerlich frei" sein, obwohl sie eine Beziehung hat oder Kinder.

Wie schauen die Kinder ihre Mutter an, die sich derart "frei" von ihnen wähnt? Sie sind nciht sicher bei ihr, weil sie sich nicht auf sie festlegt und nicht bereit ist, die mit diesen Kindern verbundenen Einschränkungen auf sich zu nehmen. Dann versuchen die Kinder das auszugleichen und ihr zu "helfen", dass sie in dieser vermeintlichen kindlichen Freiheit bleiben kann. UNd so tragen die Kinder für die Mutter - aus Liebe.

Goldklang))) schrieb:
Diese "so ist es und nicht anders Standpunkte", die find ich bei der Familienaufstellung nicht ok!

Wenn der Wetterbericht (wobei dei Trefferquoten von Aufstellern höher sien dürften) wieder mal Recht hatte, fide ich das auch nicht ok. Und wenn die Voraussagen eintreffen, dass man sich die Nase einhaut, wenn man gegen die Wand rennt, dann findet derjenige das auch nicht ok. Das ändert nichts an den Tatsachen.

Goldklang))) schrieb:
Da wird ja die Frau als abhängiges Wesen vom "Gottechtenvater" dargestellt, und die anderen Männer als "Versager"!

Oder täusch ich mich?

Du täuschst dich wirklich, und das gewaltig. Das ist deine Fehlinterpretation. Ein Gottesvergleich läge sicher den systemisch Gebildeten hier fern. Zudem wissen wir ja, dass die Gottesvorstellungen nur an den Himmel geworfene Projektionen des individuellen Gewissens sind...

Nicht nur die Frau ist gebunden an den Mann - auch er ist gebunden an die Frau. Und diese Bindung (zumal wenn ein Kind entstanden ist), wirkt unauflöslich. Von daher ist die Vorstellung von der Unauflöslichkeit der Ehe vielleicht gar nicht so realitätsfern. Das heißt nicht, dass man keine späteren Beziehungen haben kann, wenn eine schief gegangen ist. Aber die neuen Partner haben einen immer nur ein wenig weniger als die früheren. Und sie haben mehr, wenn die früheren Bindungen anerkannt und liebevoll gewürdigt sind.

Goldklang))) schrieb:
Ich selbst fühle mich nicht mal als "GottechteMutter"!

Das ist beruhigend.

Goldklang))) schrieb:
Ich fühle mich auch als "Stiefmutter", die Wesen geschenkt bekommen hat, die sie begleiten darf und an denen sie lernen darf, obwohl sie in meinem Bauch waren.

Hä? Geht es jetzt um deine eigenen Kinder oder um Stiefkinder?

Goldklang))) schrieb:
Ich würde gern mal wissen, was einen "richtigen Vater" ausmacht?

Warum hat der Igel den Hasen im Rennen besiegt? Weil er nicht unterscheiden konnte.

Ein Vater ist der, welcher das Leben gespendet hat für die Kinder. Und da gibt es nun mal nur einen einzigen. Und die Kinder sind zur Hälfte ihr Vater. das, was sie angeblich "Eigenes" haben, das ist im Unterschied zu dem, was sie von den Eltern haben gering und unerheblich.

Alles Gute!
Christoph
 
Werbung:
Lieber Christoph, danke für die Antwort!

Sie ist für mich nicht stimmig.

Ich anerkenne und würdige alle meine Beziehungen, die ich hatte.
Ich liebe sogar meine Ex noch, obwohl sie mich fast in den Wahnsinn trieben.
Und ich liebe meinen jetzigen Mann nicht weniger.

Sondern die Liebe ist gleich, nur die "Achtung" ist gestiegen.

Aber wozu will ich Antwort, die kann ich mir nur selbst geben.

Danke für deine Bemühungen!

Meinen Kindern gegenüber fühle ich mich "frei", da ich mich auch neben ihnen verwirklichen kann und das hat nichts mit Muttersein für mich zu tun.
Denn ich habe die Vorstellung von Rollen bereits hinter mir gelassen.

Naja, vielen hilft eine Aufstellung sicher, aber bei mir ist Hopfen und Malz verloren!

:kiss3:
 
Warum hat der Igel den Hasen im Rennen besiegt? Weil er nicht unterscheiden konnte.

Weil es "Lüge" war, und die hat kurze Beine.
Also mich hätte es nicht glücklich gemacht, ein Sieg auf Kosten einer "LÜGE".

Aber wenns den Igel glücklich macht, dann passt´s scho!

Liebe Grüße von Goldi!
 
Und aúßerdem sind wir alle unauflöslich miteinander verbunden.

V E R bunden, nicht GE bunden!

Nicht mehr oder weniger mit Ex, oder LG, Freund, Partner, Schwester, Bruder, Mutter, Blume, Pflanze, Kacki !

:)
 
Und jetzt kommt´s, der Übertrüber Hammer!

Ich bin gern mit allem verbunden.
Es tut mir gar nicht weh!
Ich bin sogar dankbar dafür!
Ich weiß, dass ich mit dem "Teufel" unter
einer Decke stecke und deshalb
hab ich ihn überwunden.

Und bin in Demut vor der Schöpfung!

Auch vor dir, und Jake und allen, die anderer Meinung sind,
denn ich weiß, das auch dort ein Fünkchen Wahrheit drinsteckt.

Na dann, stellt weiter auf die Bühne auf, solange, bis ihr euch selbst entdeckt.

:kiss3:
 
Wie schauen die Kinder ihre Mutter an, die sich derart "frei" von ihnen wähnt? Sie sind nciht sicher bei ihr, weil sie sich nicht auf sie festlegt und nicht bereit ist, die mit diesen Kindern verbundenen Einschränkungen auf sich zu nehmen. Dann versuchen die Kinder das auszugleichen und ihr zu "helfen", dass sie in dieser vermeintlichen kindlichen Freiheit bleiben kann. UNd so tragen die Kinder für die Mutter - aus Liebe.




Meine Kinder sind mein LEBEN, ich liebe sie mehr als mich.
Und deswegen sind sie für mich keine Einschränkung auf "höherer Ebene".
Sondern eine Erweiterung!
 
Und eins noch, obwohl es vielleicht niemanden interessiert.

Wenn ein "echter Vater" damit Probleme hat, den Stiefvater zu akzeptieren, dann ist das egoistisch.

Wenn ein Stiefvater damit Probleme hat, den echten zu akzeptieren, ebenso.

Warum ich meine Ex noch liebe?
Weil ich mich gelöst habe und nicht gebunden, festgebunden geblieben bin.
Danke Gott dafür!

Warum liebe ich meine Kinder?
Weil ich mich von ihnen nicht "festbinden" lasse, sondern auch mit ihnen frei sein kann.

(War aber nicht immer so, muss ich zugeben, vor einiger Zeit empfand ich die Mutterrolle noch als "Belastung" - warum jetzt nicht? Gerade wegen diesem "unechten VATER", durch ihn kann ich die Kinder in Freiheit lieben, ohne Druck, Angst, sonstigen Kram! Das gehört auch mal "gesagt und gewürdigt"!. So etwas ist für mich "Vater" sein. Das ist für mich "echt"!

Wenn der Stiefvater keine "Rolle spielen darf", aber trotzdem zusammenlebt mit den Kindern, dann muss er entweder ein "Heiliger" sein um dieser "Rolle" gerecht zu werden, oder er spielt aus Verantwortungsgefühl trotzdem die "Ersatzvaterrolle".

Da mein Mann glaub ich kein "Heiliger Rollenloser" ist, gestehe ich ihm trotzdem diese "Rolle" zu.

Für mich persönlich spielt Niemand mehr eine "Rolle", will aber damit nicht sagen, ich sei die Heilige Madonna!

So, mein Senf dazu.

(PS: Falls ich mich in dieser Rolle geirrt habe, dann lass ich es euch wissen!:dontknow: :lachen: )
 
Lieber Jake,

Von dir:
oder meinst du, dass einsicht in gegebene ordnungen womöglich dabei helfen könnten, schlimme erfahrungen erst gar nicht zu machen? und auch dabei helfen kann, schlimme erfahrungen, die gemacht wurden, fruchtbar zu integrieren?

Da bin ich mir nicht so sicher, lieber Jake,
das durch Einsicht in ein Muster, dieses Muster befreit wird!
Eher durch Versöhnung und Verzeihung aller Beteiligten, aber aus dem erfahrenen Leid daraus. Und das dürfte auch ohne "Aufstellung" gehen, stimmts?

Eins nagt noch an mir!
Was würdet ihr dem Kind sagen, wenn es aus einer künstlichen Befruchtung stammen würde und man den Vater nie gekannt hat?
Sicher so etwas in der Art: Dein Vater war ein sehr wertvoller Mensch, ein Mensch wie du und ich, nicht mehr und nicht weniger, und deine Ahnen, von denen du zwar nie wissen wirst, sind auch wertvoll und bla bla bla...
Also, warum sollte ein Vater, der sich gedrückt hat, einen höheren Stellenwert haben, als irgend ein anderer Mensch?
Was hat ein Kind davon, zu sagen, ich stamme von diesem und jenem ab?
Zählt nicht eigentlich der "wesentliche Kern" von uns allen gleich?
 
Goldklang))) schrieb:
Eins nagt noch an mir!
Was würdet ihr dem Kind sagen, wenn es aus einer künstlichen Befruchtung stammen würde und man den Vater nie gekannt hat?
Sicher so etwas in der Art: Dein Vater war ein sehr wertvoller Mensch, ein Mensch wie du und ich, nicht mehr und nicht weniger, und deine Ahnen, von denen du zwar nie wissen wirst, sind auch wertvoll und bla bla bla...
Hallo Goldklang,

die Frage wäre doch zuächst: warum und wie hat die mutter des Kindes die entscheidung getroffen, ein Kind ganz bewußt ohne Vater in die Welt zu setzen?
Wenn du mich fragst, haben die meisten (der glücklicherweise wenigen)Frauen, die von vornherein meinen, ein Kind ganz allein großziehen zu wollen und zu können und den Mann notgedrungen allenfalls noch einmalig als Samenspender "brauchen" bzw. "brauchen wollen", keine Ahnung, was sie damit dem Kind antun, egal ob es Junge oder Mädchen wird.

"Retortenkinder" sind aber ein thema für sich und m.E. (also nach meinem diesbezüglich sehr beschränkten Wissen) ist das systemische Familienstellen einer der ganz wenigen therapeutischen Ansätze, der überhaupt thematisiert, dass die Kinder, die anonym, per Samenbank gezeugt wurden, ein paar ganz gewaltige Hürden vorfinden.
Goldklang))) schrieb:
Also, warum sollte ein Vater, der sich gedrückt hat, einen höheren Stellenwert haben, als irgend ein anderer Mensch?
Was hat ein Kind davon, zu sagen, ich stamme von diesem und jenem ab?
Zählt nicht eigentlich der "wesentliche Kern" von uns allen gleich?
der (leibliche) vater ist der vater ist der vater. das ist ein fakt, der nicht wegdiskutiert, weggewünscht oder "überwunden" werden kann. er hat dem kind das leben (mit)geschenkt - es wäre nicht da ohne ihn. das macht ihn zum "richtigen", zum einzigen vater. völlig unabhängig davon, wie er sich anschließend verhält.

Zumal immer erst mal genau hinzuschauen wäre, ob und wie sich da wer gedrückt hat oder vielleicht auch weg-gedrückt wurde. Die Aussage der Frau, der Vater habe sich "gedrückt", hält schließlich nicht immer einer genauen prüfung stand. Der sehr oft anzutreffende, von vornherein implizit oder auch explizit formulierte anspruch der Mutter, "das Kind gehöre selbstverständlich zu ihr und im falle einer trennung wachse es selbstverständlich bei ihr auf", provoziert zuweilen erst dieses "sich drücken" des vaters. dazu gibt es aber schon diverse threads und einzelbeiträge hier im forum.

liebe Grüße, Stephan
 
Werbung:
Lieber Stefan, danke für deine Antwort!

Die Muster meiner Ahnen sind mir bekannt,
auch wenn es so ist,
dass man sie wiederholt,
kommt man doch erst dann darauf, wenn
man sie wiederholt hat.
Sicher hab ich sie die Ex "weggedrückt",
aber erst, als sie es selbst so gewählt
haben, mittels anderer Frauen.
Oder hätt ich mich weiter belügen lassen sollen?

Das eigenartige ist aber auch, wenn man die
Astrologie miteinbezieht, dass es im Horoskop
der Kinder ersichtlich ist, ohne richtigen Vater
aufzuwachsen.

Mir kommt das irgendwie "schicksalhaft" vor.

Warum ich hier eigentlich schreibe?

Ich wollte eigentlich nur, dass auch der
Stiefvater, gleichwertig behandelt wird
und dem echten Vater ebenbürtig ist.

Aber wenn das ein systemisches "Verbot" ist,
dann kann ich auch nichts machen.

Für mich ist das kein "ausschließen" des echten Vaters.

Mich traf es immer wie der Blitz, als ich
drauf kam, das ich betrogen werde, gerade dann,
wenn man den Partner so notwendig brauchen würde.

Ich bin mir nicht bewußt, dass ich das
herausgefordert hätte. Ich war mir sogar beim
2. Kind sehr bewußt, und bemühte mich daher noch
mehr, den Partner nicht zu vernachlässigen, doch
hat wieder alles nichts genützt.

Na ja, was solls!

Vielleicht habt ihr recht, oder auch nicht.

Auf jeden Fall fühle ich mich hier als Frau nicht
besonders verstanden.

Na dann, danke und ich werd mir das alles noch durch
den Kopf gehen lassen.
 
Zurück
Oben