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Ritt in den Tod

Dieses Thema im Forum "Träume" wurde erstellt von ShaddowHeart, 3. Dezember 2009.

  1. ShaddowHeart

    ShaddowHeart Mitglied

    Registriert seit:
    29. November 2009
    Beiträge:
    42
    Ort:
    Berlin
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    Guten Morgen trifft es nicht mehr ganz, also hallo an euch alle! :D

    Ich hatte gerade eben noch einen total miesen Traum.
    Ich war mit meinen Eltern, Geschwistern und ner fremden Frau in einer Altstadt unterwegs. Irgendwann lief ich einfach drauf los und zwar mit einer Geschwindigkeit, die nicht mehr Menschlich war. Andere, auch mein Vater riefen mir zu, ich solle nicht so schnell laufen. Ich machte weiter. Vor mir war dann plötzlich ne Wand und ich krachte natürlich dagegen. Doch gleichzeitig lief ich auch nach links weiter und sah beim zurücksehen, wie ein blutiger Abdruck von mir an der Wand klebte. Während ich weiterlief, rief ich meinem Vater zu, dass alles in Ordnung sei und dies nur ein Vorstellungsbild war.
    Danach änderte sich der Traum ein wenig. Nun war ich zu Pferde und preschte mit ihm durch die Straßen der Stadt. Daraus wurde dann ein Wettrennen mit der fremden Frau, die nun ebenfalls ein Pferd besaß. Wir ritten also durch die Stadt, ich vorneweg. Bis ich bei einem Torbogen angekommen war, der direkt in der Mittagssonne stand. Doch ich ritt nicht hindurch sondern wendete und ritt an der Frau vorbei und wieder zurück. Meinen Weg suchte ich nun aus der Altstadt heraus. Bevor ich aber in den neueren Bereich kam, sagte jemand (wer, weiß ich nicht), dass heute noch jemand sterben wird.
    So, nun war ich aus dem alten Stadtteil raus und das Wettrennen ging weiter.Zwischendrin ärgerte ich die Frau hinter mir, dass sie das Rennen nie gewinnen würde, da ich ein besseres und schnelleres Pferd hatte und zudem besser reiten konnte. Sie wollte das nicht wahrhaben und trieb ihr Tier mächtig an, wodurch sie doch etwas aufholte. Unser Weg führte nun in eine Seitenstraße. Dort mussten wir über Hindernisse springen und waren dann auf einer Wiese. Von hier aus ging es zurück zur Altstadt. Unterwegs tat die Frau so, als würde es ihr schlecht gehen. Ich sagte zu ihr, ich würde sie trösten, wenn sie es nicht nur vortäuschen würde. Sie wäre noch zu sehr auf den Sieg fixiert.
    Als wir nun wieder in der Stadt waren, hätte ich wieder zum Torbogen reiten können. Dieser Teil war der Einzige, der noch im Sonnenschein lag. Doch ich ritt in die andere Richtung, wo ich schon zuvor gegen die Wand gelaufen bin. Diesmal schaffte ich auf meinem Tier aber die Kurve, musste aber apruppt mein Pferd stoppen. Auf dieser Seite war nun auch ein Bogen und eine Trauerprozession schritt daraus hervor. Auf einer Barre lag...meine Mutter! Ich stürzte vom Pferd und rannte zu ihr, schwang mich auf die Trage und rüttelte meine tote Mutter an den Schultern. Ich schrie sie an, sie solle die Augen aufmachen, sie möge doch bitte wieder aufwachen! Und in dem Moment wachte ich auf.

    Es war ein komischer Traum und der erste, der mir seit langer Zeit so intensiv im Gedächtnis blieb. Ich träume zwar viel, aber in seiner vollen Länge ist mir jetzt nur der geblieben. Was hat das nur zu bedeuten?? Das meine Mutter stirbt wohl kaum. (sie ist in meinem Traum schon einmal gestorben, nur war der Schmerz da ungleich heftiger. Klar, sie starb in der Realität nicht. Aber sie war eine Zeit nach dem Traum wegen Depressionen viele Monate in einer Klinik. Jetzt zieht sie Anfang nächsten Jahres aus. Dann bleiben in meinem ehemaligen zu Hause nur noch meine Geschwister und mein Vater. Aber damit hängt der Traum nicht zusammen, oder?)
    Nur womit dann? Hat jemand eine Idee und kann mir weiterhelfen?
     
  2. fckw

    fckw Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    27. Juni 2003
    Beiträge:
    5.803
    Was für ein Traum, da kommt vieles zusammen.

    Du läufst deinen Mitmenschen, z.B. deiner Familie, buchstäblich davon. Sie können bei deinem Tempo nicht mithalten. Das kann beispielsweise sein, dass du dich geistig in eine Richtung bewegst, die ihnen fremd ist. Das wird im Traum ja auch dargestellt: Zuerst gehst du in die "normale Richtung", halt einfach viel schneller als die anderen. Aber irgendwann geht's da nicht mehr weiter, du krachst gegen eine Wand. Das ist natürlich sehr schmerzhaft, da kann schon einmal sinngemäss "Blut fliessen". Aber an diesem Punkt biegst du nach links ab, und das ist "ausserhalb der vorgesehenen Route". Kurz: Du gehst jetzt deinen eigenen Weg, und dieser bleibt deinem Vater unbekannt.
    Du möchtest aber ihn nicht erschrecken, darum teilst du ihm mit, dass alles mit dir in Ordnung ist, dass er sich um dich keine Sorgan zu machen braucht, auch wenn du jetzt einen anderen Weg gehst.

    Das Pferd ist ein sehr vielschichtiges Phänomen, oft steht es für (tendentiell weibliche) Lebenskraft. Die Frau ist vermutlich ein weiblicher Aspekt von dir selbst. Wenn du dich in einem solchen Tempo vorwärtsbewegst, dann kann es gut sein, dass deine weibliche Seite mit dir nur schwer mithalten kann. Ein ausgeglichener Mensch besteht aber sowohl aus einer männlichen als auch weiblichen Seite, die beide gleichmässig entwickelt sind.

    Die Stadt ist der Ort an dem du wohnst, also deine Familie, deine soziale Herkunft, dein Freundeskreis. Obschon du dich rasend veränderst/entwickelst, entscheidest du dich, diesen Ort nicht zu verlassen. Du könntest ja auch einfach deine Familie hinter dir lassen, zum Beispiel indem du von zuhause ausziehst. Das tust du jedoch nicht, das heisst, du bleibst bewusst und absichtlich an diesem Ort, verlässt ihn nicht. Das kann als bewusster Entscheid angesehen werden, zu deiner Familie zu halten.

    Die Mittagssonne ist die Stunde des hellsten Lichts. Also die Zeit, in welcher alles gut und angenehm warm ist. Die Mitternachtsstunde ist das Gegenstück, also der Zeitpunkt, zu welchem alles komplett dunkel ist. Ich würde das psychologisch interpretieren: Mittagssonnne - gute Zeiten. Mitternachtsstunde - schwere, düstere Zeiten.

    Deine Entscheidung, zu deiner Familie zu halten, fällst du also zu guten Zeiten.

    Bevor du in den neuen Bereich der Stadt kommst, wird jemand sterben. Das heisst: Der Ort, wo du wohnst, wo du lebst wird sich verändern von alt zu neu. Die Umstände werden sich ändern. Aber diese Veränderung geht nur vonstatten, indem jemand "stirbt", indem sich also mindestens eine Person in deinem Umfeld - womöglich du selbst, vielleicht jedoch auch deine Mutter - bedeutend verändern wird. (Der Tod in diesem Zusammenhang ist wie der Tod einer Raupe zu verstehen, welche nicht wirklich stirbt, sondern zu einem Schmetterling wird.)

    Wer oder was die Frau auf dem Pferd im Detail ist, ist mir noch nicht eindeutig klar. Sehr bemerkenswert ist, dass du einerseits bereit bist sie zu trösten, andererseits jedoch auch die Reife besitzt, ihr gegenüber Bedingungen zu stellen. Ihre Trauer muss ehrlich, aufrichtig sein, dann bist du auch bereit, sie zu trösten. Es könnte sein, dass die Frau für all deine inneren Gefühle stehen, vielleicht für eine gewisse nicht ausgelebte Trauer und auch wilde Lebensfreude. Es ist für Kinder schwierig, zu den eigenen unterdückten Gefühlen zu finden, wenn die eigene Mutter depressiv ist. Dauernd absorbiert die Mutter so viel Aufmerksamkeit, dass man gar keine Möglichkeit hat, die eigenen Gefühle wahrzunehmen. Eigentlich bist du auf einem guten Wege: Die Frau kann dich fast aufholen. Wenn du ihr in deinem Leben vielleicht noch bisschen mehr Raum lässt, vielleicht also deinen Gefühlen noch bisschen mehr Platz einräumst, dann wirst du irgendwann neben ihr reiten können, dann seid ihr ein gleichberechtigtest Paar. Vermutlich ist mit den beiden Reitern, also du und die Frau, der Gegensatz zwischen Intellekt (du) und Gefühlen (die Frau) gemeint, die beide gleichermassen auf der Lebenskraft (Pferde) reiten. Die Lebenskraft ist ja die Quelle sowohl der Gefühle als auch des Intellekts.

    Deine Äusserung bezüglich des Siegs ist ebenfalls äusserst interessant. Bevor du deine Gefühle trösten kannst, ist es notwendig, dass diese Gefühle aufhören, mit dir in Konkurrenz zu treten. Sie sollen endlich aufhören, zu versuchen, einen Sieg über dich zu erringen. Solange sie ständig versuchen, dich zu übermannen, dich zu überholen und über dich zu siegen, wirst du sie niemals vollständig zulassen können, weil ihnen sie dann auf illegitime Weise zu viel Platz einnehmen. Du musst also lernen, einerseits auf deine Gefühle zu hören, sie als gleichberechtigt wahrzunehmen, andererseits müssen deine Gefühle lernen, dass sie nicht die ganze Macht über dich haben sollen und dürfen. Ein Gleichgewicht ist nötig.

    Nun brechen die dunklen Zeiten an. Womöglich die Zeit der Depression deiner Mutter, welche sich wie eine Dunkelheit über den Ort legt, an dem du lebst. Erneut entscheidest du dich, von diesem Ort nicht einfach wegzugehen, sondern zu bleiben. Du gehst sogar den Weg noch einmal vollständig zurück, von welchem du gekommen bist. Dazu aber opferst du etwas wichtiges: Deine Lebensfreude und Lebenskraft. Du steigst von deinem Pferd hinab.

    Plötzlich siehst du deine "tote" (depressive, geistig und emotional abwesende) Mutter, also deine Mutter, welche sinnbildlich tot und kalt ist. Während anscheinend deine Mitmenschen diese Mutter ebenfalls als tot erachten, glaubst du nicht daran. Du willst dich nicht damit abgeben, sondern schüttelst und rüttelst sie. Mit aller Macht möchtest du deine Mutter zum Leben zurückbringen, du möchtest, dass sie wieder fröhlich und lebendig ist.

    Kurz zusammengefasst: Du bist momentan in mehrere nicht ganz einfache Konflikte verwickelt. Einerseits entwickelst du dich selbst rasend schnell. Da kann dein Umfeld aber auch deine emotionale Seite nicht immer mithalten. Es ist nötig, dass du dich mit ihr aussöhnst, dass du dich jedoch von ihr nicht mehr vollständig übermannen lässt. Gleichzeitig opferst du viel von deiner eigenen Lebensfreude, weil du an deiner Familie festhältst. Das ist einerseits ein Zeichen von Verantwortung und Reife, aber gleichzeitig solltest du bedenken, dass es dich selbst einen hohen Preis kostet, nämlich deine eigene Lebensfreude. Es ist nötig, dass du eine Balance findest zwischen der Verbundenheit zu deiner Familie und deiner Mutter und deinem eigenen Weg. Du darfst durchaus auch mal fröhlich sein, ohne dich schuldig dafür zu fühlen, dass du allenfalls deine Mutter verraten hättest. Und du musst einsehen, dass deine Mutter letztlich für sich selbst verantwortlich ist. Du kannst nicht noch mehr tun, als du bereits tust, irgendwann ist es an ihr - nicht an dir - selbst zurück zum Leben zu finden.

    Gehe ich richtig in der Annahme, dass du relativ jung bist, vermutlich zwischen 16 und 20 Jahre alt?
     
  3. ShaddowHeart

    ShaddowHeart Mitglied

    Registriert seit:
    29. November 2009
    Beiträge:
    42
    Ort:
    Berlin
    WOW!
    Das war das erste, was mir nach dem Lesen deiner Antwort einfiel. Ich finde deine Traumdeutung super. Du triffst sehr viel, was mich anbelangt. Das was du schreibst, sind genau die Dinge, die passieren und in mir vorgehen. Ich glaube,mit deiner Antwort kann ich sehr viel anfangen, sogar daraus lernen. :)

    Auch der Teil mit den Veränderungen stimmt voll und ganz. Sogar, dass sich zu Hause etwas ändert. Wie ich ja geschrieben habe, zieht meine Mutter aus und unser "Noch" Haus werden wir verlieren. Jeder von uns wird eigene Wege gehen und unser Leben sich von Grund auf dadurch verändern.


    Also: :danke:

    Allerding, mit zwei Dingen hast du nicht Recht ;) :
    Ich wohne seit über einem Monat nicht mehr daheim (bin ja nach Berlin gezogen und meine Family wohnt in Bayern). Und nein, ich bin weder 16, noch 20. Vorletzten Monat 22 geworden. :D ;)
    Aber ich komme sehr jung rüber. In der Arbeit halten mich viele für nen Praktikanten, weil niemand glaub, dass ich über 18 bin. (bin an der Kasse und dafür muss man nunmal volljährig sein.)


    Sag mal, hast du das mit dem Träumedeuten gelernt oder beschäftigst du dich nur sehr viel damit? Ich finde deine Deutung sehr professionell geschrieben.
    Nochmal vielen Dank für deine Hilfe! Hätte mir ohne dich sonst das Hirn zermartert. ;)
     
  4. fckw

    fckw Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    27. Juni 2003
    Beiträge:
    5.803
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    Gern geschehen. Manchmal bin ich einfach zu faul, um einen Traum zu sezieren, aber diesmal hat's mich gepackt. Ist für mich immer wie eine Art Rätsel lösen. Am Anfang weiss ich praktisch nichts, dann beginne ich zu schreiben, und nach und nach werden die Dinge klarer und klarer, je mehr ich schreibe. Und dein Traum war relativ gut geschildert, das erleichtert manches.
    Knapp daneben ist auch vorbei. ;) Es war aus deinem Post herauszulesen (an der Art des Schreibens, aber besonders am Inhalt, also an den Themen, die dich beschäftigen), dass du nicht - sagen wir mal - 50 Jahre alt bist. Ein Fünfzigjähriger beschäftigt sich in den eigenen Träumen seltener mit den eigenen Eltern, er hat andere Themen, die für ihn aktuell sind.
    Ich habe nie irgendeinen Kurs besucht oder ein Buch darüber gelesen, wenn du das meinst. Allerdings schreibe ich relativ viel, meditiere daneben, und ich denke, ich habe einen relativ "offenen Kanal" zum Unbewussten. Das heisst, bei einer Analyse öffne ich mich dem Unbewussten absichtlich und sehe, was die Traumsymbole in mir auslösen. Dann übersetze ich das in Worte und Gedanken. Es ist wirklich wie eine Art Übersetzerarbeit aus einer sehr fremden Sprache.

    Gleichzeitig kenne ich einige der geläufigsten Symbole auswendig: Das Haus ist fast immer ein Sinnbild für das Ich. Der Ozean oder das Wasser ist das Urelement, aus welchem wir stammen, also grob gesagt das Unbewusste. Personen, die auftreten, sind nie die echten Personen, sondern immer die Bedeutung, die die echten Personen bewusst oder unbewusst für uns haben. Dabei steht "Vater" oft für "Autorität", "Mutter" für "Schutz/Geborgenheit". Und so weiter.
    Manche Symbole schaue ich nach, z.B. auf traumdeuter.ch. Das gibt mir dann meist Anhaltspunkte und Ideen dafür, in welche Richtung ich weitersuchen muss.

    Aber es gibt auch Träume, wo ich auch nach langem Nachdenken nicht weiterkomme. Dann ist es hilfreich zu schauen, was andere Menschen, die sich mit Traumdeutung beschäftigen, darin erkennen.
     
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