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Lösungsvorschläge gesucht

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von Reinfried, 18. Januar 2006.

  1. Reinfried

    Reinfried Guest

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    Liebe Leser!

    Mein Freund und ich hatten gestern eine sehr anregende Diskussion, die es, so denke ich, wert wäre, aufgeschrieben zu werden.

    Er hatte gestern einen Bericht im Radio gehört über die Arbeitsbedingungen in Bangladesh (es wurden auch etliche bekannte Firmen genannt, speziell in der Bekleidungsindustrie, die dort produzieren lassen).

    Auszugsweise:

    Die Menschen müssen dort oft täglich 14-16 Stunden arbeiten, bekommen aber nur 8 Stunden bezahlt und diese Bezahlung reicht nicht zum Überleben. Würden sie sich weigern, würde das die sofortige Entlassung bedeuten. Eine Frau wurde interviewt, sie meinte, ihr Arbeitstag beginne um 7 Uhr in der Früh und endet oft erst um 2 Uhr morgens.

    In einer Stadt wagten es eine Handvoll Arbeiter, dagegen zu demonstrieren (sie schwangen ein paar Transparente), daraufhin wurden sie verhaftet (die Polizei dürfte unter dem Einfluss der ausländischen Unternehmen stehen), inhaftiert und nach 2 Wochen wieder entlassen, allerdings auch aus dem Betrieb. Aber es kam noch schlimmer: In der ganzen Stadt wurden Fotos mit Namen der "Revoluzzer" aufgehängt mit dem Hinweis, dass diese nirgendwo mehr beschäftigt werden dürften.

    Das Problem ist, dass die Firmen allesamt in ausländischer Hand sind, eigene Industrie gibt es quasi keine. Diese Menschen werden, wie in Kolonialzeiten, wie Sklaven gehalten und haben keine Möglichkeit, sich dagegen zu wehren.

    Auf der anderen Seite kämpfen wir hier mit dem Problem, dass immer mehr Unternehmen in Billigländern produzieren und wir letztendlich bezogen auf den Arbeitsmarkt, immer mehr außer Konkurrenz laufen....

    Und am anderen Ende steht der Konsument, der Endverbraucher, der mit dem Kauf der Billigprodukte dieses System unterstützt.

    Doch was tun? Für den Konsumenten ist es nicht ersichtlich, ob für das T-Shirt, das er gekauft hat, ein Mensch wie ein Sklave gehalten wird. Auch wenn er ein teureres kaufen würde, kann er nicht sicher sein, dass der Unternehmer nicht auch dieselben Methoden betreibt.

    Nun kam als Lösungsansatz der Vorschlag, es sollte einheitlich im EU-Raum eine Art Deklarationspflicht geben. Z.B. auf jedem Etikett sollte (möglicherweise in einem Punktesystem) ersichtlich sein, unter welchen Bedingungen dieses Produkt hergestellt wurde.

    Der Konsument könnte nun selbst entscheiden, ob er dieses Produkt kauft oder nicht. (Ist natürlich nicht bei allen Produkten möglich, denn es gibt ja viele Produkte, die aus verschiedensten Einzelteilen bestehen, aber z.B. bei Kleidung wäre das machbar).

    Der Witz an der Sache ist, dass ausgerechnet wurde, was passieren würde, wenn z.B. in Bangladesh die Menschen unter Arbeitsbedingungen Kleidung herstellen würden, die bei uns "normal" wären. Die Kosten für die Kleidung würden sich nur ca. um 5-10% erhöhen.

    Nun würde ich gerne diesen Vorschlag zur Diskussion stellen bzw. wäre ich an anderen Lösungsansätzen interessiert.

    Freu mich schon auf Eure Beiträge,

    liebe Grüße
    Reinfriede
     
  2. Sitanka

    Sitanka Guest

    das ist ein gutes thema reinfriede danke, da kann ich gleich was dazu sagen.

    ich wohne an der tschechischen grenze, da ist es bekannt, das viele firmen besonders die bekleidungsindustrie ihre tochergesellschaften dort unterbringen wo natürlich die arbeitskräfte günstig zur verfügung stehn. nur die machen es freiwillig, das ist die andere seite.

    ich habe auch mal im fernsehn eine doku gesehen, wo es nicht nur in der normalen industrie so zugeht, sondern auch in der lebensmittelindustrie. seht euch mal die bananen oder kaffeeplantagen an, dort arbeiten fast ausschließlich nur sklaven oder sogar schon kinder. was machen wir:

    wir gehn in irgendeinen supermarkt und kaufen uns für unsere sucht irgendeinenkaffe, anstatt das wir ein wenig schauen, ob es nicht auf diese sogenannten Fair Tradeprodukte gibt, wo kein menschenhandel dahinter steht, sondern eben nur der faire handel.
    wir die gesellschaft in den westlichen ländern (meistens zumindest) fördern diese schweinerei..................
     
  3. Reinfried

    Reinfried Guest

    Liebe Sitanka!

    Das ist ja das Problem. Es gibt, zumindest beim Kaffee, die Möglichkeit als Konsument zu entscheiden, weil es so etwas wie eine freiwillige Deklaration gibt.

    Doch bei allen anderen Produkten KANN der Konsument gar nicht wissen, was er damit unterstützt.

    Es ginge um eine Aufklärungspflicht, um eine Deklarationspflicht. Bei den Batteriehennen lief es ja ähnlich. Zuerst wurde das Thema an die Öffentlichkeit gebracht und dann gab es eine Deklarationspflicht. Der Konsument konnte nun selbst entscheiden, was er kauft und was nicht. Nun sind wir soweit, dass die Fließband-Hennen ich glaube ab nächstem Jahr generell verboten werden. In kleinen Schritten wurde etwas erreicht (auch wenn es jetzt hunderte Argumente dagegen gibt, denn es wird, und das zeigte die Vergangenheit, immer "Schlupflöcher" geben), es müsste doch möglich sein, auch hier etwas zu erreichen.

    Liebe Grüße
    Reinfriede
     
  4. Unikum

    Unikum Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    17. Januar 2006
    Beiträge:
    273
    Hallo

    Ich persönlich würde die 5-10% erhöhung in kauf nehmen. Nur ist das für die ärmeren Menschen, die den Cent mehrfach umdrehen müssen, wieder eine andere Sache. Und auch allein durch den Umsatz, denn was billiger ist verkauft sich mehr und dadurch kann mehr Geld dabei raus kommen, als wenn etwas teurer ist, weil es dadurch viel weniger verkauft wird.


    Und eine Frage:
    wenn jetzt kein Mensch mehr solche Produkte kaufen würde, wo solche Zustände sind, was passiert dann mit den Menschen dort? Sie bekommen dann sicherlich keinen einzigen Cent zu sehen.
    - wenn man jetzt einmal davon ausgeht, das deswegen die Firma nicht nachgibt und es dann irgendwie anders handhabt -
     
  5. Sitanka

    Sitanka Guest

    im prinzip können wir dann nichts anderes tun, als zu den medien gehn um das zu verbreiten. wenn wir uns was zu anziehn kaufen, haben wir leider nicht die möglichkeit das zu überprüfen, und leider kann nicht jeder von schneidern um sich seine klamotten selbst zu machen.

    ich denke wir stehn hier vor einem echten problem, wo keiner so richtig weiß was man eigentlich tun kann. :confused: :confused:
     
  6. Reinfried

    Reinfried Guest

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    Ja, genau dieselben Gedanken hatten wir gestern auch. Wäre ein "Boykott" wirklich eine Lösung?

    Da wir nicht wissen können (bin kein Wirtschaftsexperte), was dabei tatsächlich rauskommt, gehe ich davon aus, dass in kleinen Schritten eine Veränderung wesentlich leichter weil überschaubarer zustande kommen könnte.

    Der Unternehmer hätte dann nämlich zwei Möglichkeiten: Entweder er behält das jetzige System bei und druckt auf seine Etiketten ein Symbol für "unter Sklavenhalterei hergestellt" (jetzt übertrieben ausgedrückt) und es wird immer eine Gruppe von Menschen geben, die das trotzdem kauft oder kaufen muss (aus finanziellen Gründen).

    Oder er wird aufgrund der steigenden Nachfrage nach Waren, die eine "bessere Wertung" im Etikett haben gezwungen, die Arbeitsbedingungen dort zu verbessern, wenn er auf diesen Zug aufspringen will.

    Ich sehe das so ähnlich wie das Beispiel mit den Legehennen. Langsam, über Jahre, hat die Nachfrage die Bedingungen gesteuert.

    Liebe Grüße
    Reinfriede
     
  7. Kyana

    Kyana Mitglied

    Registriert seit:
    28. Dezember 2005
    Beiträge:
    46
    Ort:
    Niederösterreich
    Hallo!

    Ich denke, auch, wenn man den Menschen die Möglichkeit geben könnte, daß sie genauer sehen was sie kaufen (s.Reinfriede), dann würden es viele dennoch tun.

    Ich habe selbst vor ein paar Tagen eine ähnliche Erfahrung gemacht, die mich auf die Palme gebracht hat.
    Ich engagiere mich gegen Tierversuche und hatte ein Mail an alle meine Bekannten ausgesandt mit einer schwarzen Liste mit Produkten, die mit Tierversuchen in Verbindung stehen. Unter anderem viele Produkte, die man in JEDEM Geschäft wie Billa, Zielpunkt,... erhält.
    Eine Freundin rief ich daraufhin an und fragte sie beiläufig, ob sie die Liste bekommen hatte. Sie meinte nur: "Ja eh, aber ich weiß noch nicht, ob ich die zum einkaufen mitnehme, das ist mir zu kompliziert..."
    Daraufhin war ich dermaßen zornig, weil ich einfach nicht verstehe, wie man so etwas NICHT einhalten kann. Ist doch überhaupt nichts dabei, und man fördert mit dem Kauf der Produkte ja sowas auch noch...

    Ich könnte mir vorstellen, daß - auch wenn die Leute wüßten, woher die Sachen kommen - sie sie einfach aufgrund des Preises und aus Faulheit oder Gleichgültigkeit trotzdem kaufen.

    Schweinerei, finde ich, aber ich befürchte das.

    LG
    Kyana

    (PS: Wenn's wen interessiert: die schwarze Liste ist unter meinem Beitrag im Tierliebe.at-Forum drin.)
     
  8. Reinfried

    Reinfried Guest

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    Hallo Kyana!

    Das Argument stimmt sicher. Doch, um wieder auf das Beispiel der Legehennen zurückzukommen, das hat viele Jahre gedauert, bis ein Umdenken stattgefunden hat.

    Und anfangs gab es sicher einen Riesenprozentsatz, dem das egal war. Anfangs. Irgendwann "sickert" es doch durch und heute schaut die Sache schon wieder anders aus.

    Die Gesellschaft ist träge und ein Umdenken dauert. Doch eine Aufklärungspflicht wäre der erste Schritt.

    Und auch das Thema Tierversuche dringt immer mehr ins Bewusstsein der Verbraucher, auch wenns immer wieder "Rückschläge" gibt, wie am Beispiel Deiner Freundin sichtbar. Du hast Dich engagiert und früher oder später trägt es Früchte, da bin ich mir sicher!

    Liebe Grüße
    Reinfriede
     
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