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LIEBE- frei von Mitgefühl

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von Bukowski, 18. März 2015.

  1. Bukowski

    Bukowski Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    31. August 2008
    Beiträge:
    8.763
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    In ihrem neuen Buch „Die Liebe kommt aus dem Nichts” beschreibt die österreichische Therapeutin Christl Lieben ihre Erfahrungen mit einer Liebe, die sie beschreibt als die „Liebe frei von Mitgefühl”. Was ist darunter zu verstehen? Ist es nur eine spirituelle Ausrede für Herzlosigkeit oder tatsächlich eine Liebe, die auf einer anderen, seelischen Ebene zuhause ist? Wir haben uns mit ihr unterhalten.

    Das ist ein recht langes und ausführliches Interview von David Rotter. Christl Leben stellt hier einige ganz interessante Thesen auf, wer Zeit und Lust hat kanns ja mal durchlesen und gerne hier feedbacken.

    Zb:


    Oft unterschiedet man Mitgefühl und Mitleid. Ein mögliches Bild wäre: Wenn jemand in einer Grube gefangen ist, steigt das Mitleid zu ihm herunter und trauert gemeinsam über das Dunkel dort unten. Das Mitgefühl hingegen lässt eine Leiter hinab, es reicht die Hand, es hilft heraus, aber steigt nicht selbst hinunter. Inwiefern unterschiedet sich die „Liebe frei von Mitgefühl” von einem so verstandenen Mitgefühl?

    Ja aber das ist es doch! Nimm dein Wort: heraushelfen. Ich meine nicht Mitleid, ich meine wirklich Mitgefühl, denn dieses ‘Heraushelfen’ ist genau der Punkt. Mitgefühl erzeugt eine Hierarchie: Der andere ist im Mangel und ich bin in der Fülle und nun helfe ich. Die Liebe frei von Mitgefühl sieht den anderen nie im Mangel, sondern immer in der Fülle seiner Verbindung zum Göttlichen. Wir brauchen ihm nicht heraushelfen. Wir können ihn aber dabei begleiten, dass er den Weg hinaus selber findet. Das ist heute angeblich ja der Grundsatz jeder Therapie, aber die Haltung ist eine ganz andere. Es geht um dieses Vertrauen in die Buddhanatur des anderen. Dieser Buddhanatur musst du nicht helfen.


    Eine höhere Form von Liebe?
    Mir scheint, die Liebe von der du da sprichst, ist eine vertikale, seelische, transzendente und apersonale Liebe, die in gewisser Wiese „von oben kommt”, eine Liebe zwischen zwei Seelen. Die meisten Menschen denken Liebe wohl aber eher horizontal, also als etwas persönliches, zwischenmenschliches, eine Liebe zwischen zwei Personen. Das Mitgefühl aus der Liebe herauszunehmen, aber die Liebe zu behalten, ist in gewisser Hinsicht der Schritt aus der persönlichen Geschichte heraus auf eine seelische Ebene. Siehst du das ähnlich?

    Ja, das kann man so sagen. Hier möchte ich noch etwas anderes einflechten. Mir ist im Laufe meiner Arbeit immer klarer geworden, dass wir alle in uns eine Blaupause unseres geheilten Zustandes haben. Jeder Mensch erinnert in sich den ursprünglichen Entwurf seiner Seele. Es ist nicht so, dass das liebende Universum uns als verhartschte Existenzen geschaffen hätte. Wir sind alle heil geschaffen und gedacht, aber mit der Möglichkeit zu scheitern und uns selber zu verletzen. Schon im Moment der Geburt verlieren wir dieses Intakt-Sein, aber wir können es erinnern. Wenn ich heute mit Menschen arbeite, versuche ich, diese heile Idee der Seele im Kopf zu haben, verstehst du? Irgendwo in uns sind wir alle zutiefst heil. Wir sind alle geschaffen aus der Liebe der Schöpfung. Ich nenne das „die Liebe, die mich wollte”: Egal wie meine weltlichen Eltern reagieren, ob sie mich wollen und annehmen oder nicht: Es gibt eine Liebe, die mich wollte. Und die Liebe frei von Mitgefühl ist dieser ‘Liebe, die uns wollte’ ziemlich nah. Sie ist ein Aspekt der universellen Liebe.

    Wenn ich dich recht verstehe, glaubst du, dass für uns als Menschheit der Zeitpunkt gekommen ist, aus dem Zwischenmenschlichen mit all seinen Dramen in die höhere Liebe aufzublühen. Würdest du das so sagen?

    Ja, ich würde uns das wünschen. Das Leben wird so leicht dadurch, so frei. Auch für einen selbst! Wenn man selbst in der Scheiße steckt, kann man das in dieser Liebe bejahen, statt sich selbst zu bejammern. Wenn man umschaltet auf die Liebe frei von Mitgefühl, dann öffnet das einen völlig neuen Zugang zu den eigenen Lebensdramen – man schwimmt leichter durch.

    Also das Mitgefühl ist die Kraft der Liebe, nur verstrickt in die persönliche Geschichte, das Drama?
    Ja, ja natürlich. Aber das ist ja das spannende, was bei diesen Aufstellungen herausgekommen ist: Das Mitgefühl ist vor allem verstrickt in die eigene Geschichte. Mitgefühl nach außen ist eigentlich Mitgefühl mit einem eigenen, inneren Aspekt, der getriggert wird durch den anderen. Du möchtest, dass es dem anderen gut geht, damit es dir gut geht.

    In Bezug auf deine therapeutische Arbeit ist ein zentraler Satz aus deinem Buch: „Mitgefühl erzeugt Abhängigkeiten, Liebe nicht.”
    Ja, Liebe ist ein weiter Raum, der den anderen und alle Möglichkeiten akzeptiert und loslässt. Das Mitgefühl strengt sich furchtbar an, dass es dem anderen gut geht – aber nur damit es uns gutgeht.


    Also die Liebe frei von Mitgefühl ist sowohl in der inneren und äußeren Arbeit die eigentliche Medizin?

    Ja. Allein schon weil sie dein Erleben so radikal verändert. Bei Mitgefühl ist da immer ein wenig verliebt sein in die eigene Geschichte, ein wenig ‘Ogottogott, was ist mir alles passiert’. Die Liebe frei von Mitgefühl ist völlig präsent im Augenblick und hilft dir, durch die konkreten Gefühle hindurchzugehen – das ‘ojeoje’ fällt weg. Und das ist so befreiend! So befreiend. Denn der eigentliche Schmerz ist wesentlich kleiner, als man glaubt, wenn man im Drama und im Mitgefühl ist. Wesentlich kleiner!

    Was aus dieser Liebe kommt, ist sachlich, pragmatisch und unsentimental, aber gleichzeitig voller Liebe. Und diese Liebe ist der Realität viel näher, als unser Drama.

    *************

    Das ist mal ein Potpourri der Statements....

    Was denkt ihr darüber, was haltet ihr davon? Lebbar? Brauchbar?

    Thx :)
     
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  2. Lincoln

    Lincoln Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    15. Januar 2013
    Beiträge:
    21.969
    Ort:
    VGZ
    Sie hat "Mitgefühl" und "Mitleid" so eingetopft, dass nur noch "Mitgefühl" übrigbleibt,
    und dann hat sie der Liebe die Grundbasis entzogen. Denn "Mitgefühl" ist der Pfad
    diese "Liebe" überhaupt zu erreichen. Sie hat dem Bauch den "Magen" entfernt,
    damit die Verdauung gar nicht erst stattfindet sondern die Nahrung sofort verbrannt wird,
    sie entzieht den "Lieben wollenden" die Brücke, sie zu erreichen.

    Warte einfach 70 Jahre, irgendwann taucht die Liebe schon aus dem Nichts auf.....

    Sie hat den "Scrooge" von Charles Dickens mit ihrer Sicht "entwertet" zur Sinnlosigkeit,
    denn es ist das "Mitgefühl", welches die Liebe entzündet.
     
  3. Hellequin

    Hellequin Guest

    Ehrlich, unsachlich und getriggert geantwortet: Eine Liebe ohne Anteilnahme am Schicksal geliebter Menschen. Eine Liebe, mit der es problemlos vereinbar ist, den Geliebten bei lebendigem Leibe zu häuten und über kleiner Flamme zu rösten, während man die Kinder zu Tode vergewaltigt. Auf die Dramen ist geschissen, sind ja eh nur die eigenen. Hauptsache, dem höheren Bewusstsein ist gedient. Esoterisch verbrämter Psychopathendreck. Gelebt wird diese Liebe von Staats wegen in totalitären Schreckensregimen.
     
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  4. KingOfLions

    KingOfLions Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    27. März 2012
    Beiträge:
    4.598
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    Wien
    Es hat schon etwas Wahres an sich. Die Trennung zwischen Mitleid und Mitgefühl sollte sowieso klar sein. Ich persönlich sehe im Mitgefühl aber keine Wertung, für mich begründet es kein hierarchisches System. Weil ich zu diesem Zeitpunkt ja im Gefühl des anderen Menschen bin, bzw. in den Gefühlen die die Situation des Anderen bei mir auslöst. Und das wieder ein Anhaltspunkt für die Gefühle im Klienten ist, um ihm effektiver unterstützen zu können. Seine Klienten zu lieben ist von diesen Reaktionen völlig losgelöst ... da die Liebe ja auf dem Mensch sein des Klienten basiert, und nicht auf seinen Themen.

    Und dahinter steckt für mich keine Wertung. Sehr wohl ergibt sich diese Wertung aber generell im Therapeuten - Klienten Kontext, da ja der Klient aus einer Bedürftigkeit heraus Unterstützung sucht, und sich damit ja automatisch dem "Wissenden" unterordnet.

    Ich finde dieses Thema aber generell etwas missverständlich ... denn genau wie Du meinst wird es sehr oft als Entschuldigung für fehlende Empathie missbraucht. Für mich klingt es stark nach einem Versuch, sich wieder einmal besser als alle anderen zu machen, einen USP zu generieren.
     
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  5. Loop

    Loop Überaus aktives Mitglied Mitarbeiter

    Registriert seit:
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    Beiträge:
    28.842
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    Wien
    Ich finde es nicht gut.
    Schon allein dieses "die Seele hat es sich ausgesucht" ist in meinen Augen nur eine esoterische Ansicht, die auf andere Menschen draufgestülpt wird, da sieht man schon das fehlende Mitgefühl, und ich finde es auch ehrlich gesagt lieblos.

    Grad in einer Therapie braucht ein Patient Mitgefühl, wenn er von schwierigen und schlimmen Dingen erzählt, er braucht Verständnis für seine Situation und sein Leid.
    Viele Patienten haben für sich selbst kein Mitgefühl und behandeln sich mies, sie kennen es nicht anders und werden es auch nicht lernen, geschweigen denn lernen sich selbst zu lieben, wenn da kein Mitgefühl vorhanden ist.
    Mitgefühl ist Empathie, die ist ganz wichtig in einer Therapie.
    Mitfühlen und ernst nehmen, Authentizität, Ehrlichkeit, sagen, wenn man etwas schlimm findet. Das ist grad bei traumatischen Erlebnissen wichtig.
     
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  6. Sayalla

    Sayalla Guest

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    Wenn ich jemanden ins Licht stelle, wo er hingehört, ist das kein fehlendes Mitgefühl, sondern Anerkennung, Würde und Respekt!
     
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  7. Sayalla

    Sayalla Guest

    Ich denke, man darf eine tatsächliche Grube nicht mit einer seelischen Grube verwechseln. Wenn jemand tatsächlich in einem Loch steckt, macht es Sinn, ihm ein Seil zuzuwerfen.
    Wenn aber jemand eine oder mehrere schlechte Erfahrungen gemacht hat, wenn jemand krank oder behindert ist, dann passiert es manchmal, dass dieser Mensch sich in einer solchen Grube wähnt. Und das ist falsch- falsch von der Gesellschaft, die ihm einen Mangel spiegelt und falsch von ihm selber, sich fortan in einer Grube zu fühlen.
    Es bringt niemandem etwas, einem solchen Menschen ein Seil zuzuwerfen. Erinnere ihn an seine Grossartigkeit, seine Einzigkartigkeit. Mach ihm klar, dass er ein angeborenes Recht auf Licht und Sonne hat- und er hat die besten Chancen sich so wohl zu fühlen, wie es ihm grad möglich ist.
    Trau ihm etwas zu. Und wenn es auch nicht sofort klappt, er wird fühlen, wird sich fühlen... allein das ist mehr Wert als irgendwelche Seile, die sein Leiden immer nur verlängern, denn niemand kam jemals so heraus aus seinem Schneckenhaus. Lache mit ihm, tanze mit ihm. Und wenn er nicht will, gönne ihm eine Pause. Das ist es, was Mensch sein ausmacht, meine ich.
     
  8. Lincoln

    Lincoln Sehr aktives Mitglied

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    DAS ist ein Seil. ^^
     
  9. Sayalla

    Sayalla Guest

    Ich sehe das eher als einen Tanz an. Er kann nur funktionieren, wenn sich beide bewegen. Da ist kein Platz für Marionetten, die an einem Seil hängen.
     
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  10. Lincoln

    Lincoln Sehr aktives Mitglied

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    Wenn A aus sich heraus, selbst ausbaldovert, einen Bankraub verübt (Im Moor versinkend) wird ihn kein Seil retten, er tuts wieder.

    Wenn B nicht durch eigenen Antrieb reingezogen wird (im Moor versinkend), wird er nicht nur ein Seil brauchen

    Wer B ohne Mitgefühl verrotten lässt, ist ohne Liebe.
     
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