Philosophisch vielleicht richtig. Aber in der Praxis ist es falsch. Währungen hatten noch nie Bestand. Gold hat seit Jahrtausenden einen hohen Tauschwert.
Stell Dir vor, Du willst Deinen Nachkommen etwas hinterlassen. Und Du hast die Wahl: 50.000 Euro packst Du in einen Safe und der darf erst aufgemacht werden wenn Du gestorben bist (also vermutlich/hoffentlich erst in 50 oder 60 oder 70 Jahren). Oder die gleiche Summe in Gold...
Meine Antwort wäre: Ich hätte lieber 20.000,- in Gold als 50.000 Euro, wenn das Jahrzehnte liegen müsste.
Du tust gerade so, als ob es nur Devisen oder Gold gäbe.
Wenn man sich mal inflationsbereinigte (!) Goldcharts ansieht, dann merkt man, dass Gold gar keine großartige Wertanlage ist, verglichen mit z.B. Equities.
Hier mal ne Grafik, die den inflationsbereinigten Goldpreis der letzten 100 Jahre zeigt.
Du siehst; es gab 3 große, kurzfristige Anstiege im Goldpreis. Rund um 1930, rund um 1980 und ab 2001.
Zufall? Näh ... rund um 1930 war ein Börsencrash (Black Friday), 1970-1980 war ne Wirtschaftsdepression und der Zusammenbruch des Bretton-Woods-Abkommens, und seit 2001 gabs 3 Finanzcrashs (Dotcom, Subprime und Eurozone). Man sieht; immer, wenns der Wirtschaft nicht rosig geht, sagen die Leute "
boa, und jetzt Gold kaufen!! Die einzig sichere Anlage!!! Altbewährt!!!!!!" - was völliger Unsinn ist - hättest du 1914 Gold gekauft, hättest du für 60 Jahre
keinen Kaufkraftgewinn erzielt! Hättest du in der Bullenphase 1980 Gold gekauft, hättest du selbst im heutigen Bullenmarkt noch 50% weniger Kaufkraft als damals!
Und jetzt als Vergleich dazu den Dow Jones Industrial Average, inflationsbereinigt,
klick.
Man sieht natürlich wieder die 3 großen Bullenmärkte (der "Gegenpol" zum Goldpreis) 1930, 1970-80 und 2007. Man sieht aber vor allem eins: Dass der DOW im Vergleich zum Gold trotz der Einbrüche
kontinuierlich gestiegen ist.
Der Direktvergleich mit Gold lässt das Edelmetall sehr blass aussehen. Das schlimmste, was man machen hätte können, wäre vor dem Börsencrash 1929 zu kaufen - dann hätte man 30 Jahre warten müssen, um inflationsbereinigt wieder ins Plus zu kommen. Ist aber immer noch doppelt so gut wie Gold.
Deswegen auch die "Würfelparabel" von Warren Buffett (in der er sagt: Was bringt dir als Investor mehr Mehrwert, ein riesiger Metallwürfel mit 20 Meter Seitenlänge oder der gleiche Wert in Geld, den du in Ackerland, Unternehmen und so weiter investierst?)
Gold macht nichts. Gold ist in der Industrie vergleichsweise wertlos, über 90% davon werden zu Schmuck oder Goldbarren verarbeitet, die keinerlei Mehrwert erzeugen und die keiner (besonders nicht in Krisenzeiten) wirklich braucht. Gold wird ausgegraben, gereinigt, in Barren gepresst und dann in Tresore gesperrt, die man gut bewacht. Sein einziger Zweck: Gut aussehen. Hinter Aktien hingegen stehen Unternehmen, die gebraucht werden, weil sie Essen, Verbrauchsgüter, Kleidung, Benzin produzieren - alles Dinge, auf die Menschen angewiesen sind. Das ist auch der Grund, warum Andre Kostolany gesagt hat "
Gold ist totes Kapital".