Wirkung von Konjunktionen

Das Interessante an der Idee der Kausalität - und darauf hat Gotthard Günther schon hingewiesen -, ist ja, dass kaum jemals zwischen reflexiver und irreflexiver Kausalität unterschieden wird. Ein rein physikalisches System ist irreflexiv: Wenn ich einen Stein fallen lasse, dann fällt er ganz einfach. Ein System, das mindestens teilweise aus lebendigen Subsystemen besteht, zeichnet sich immer durch eine gewisse Reflexivität aus: Lasse ich einen Stein auf den Kopf eines Mitmenschen fallen, so ist nicht völlig vorhersehbar, wie seine Reaktion ausfallen wird.
Gotthard Günther schrieb:
Wir müssen zwischen irreflexiver und reflexiver Kausalität unterscheiden. Damit meinen wir, dass die Kausalkette auf ihrem Weg durch ein lebendes System eine radikale Veränderung ihres Charakters erfährt.
 
Werbung:
Das meinte ich mit meinem Eingangssatz, Du weißt es eben auch nicht genau. ... Nur ist Deine Aussage nur eine Annahme, eine philosophische These (im Sinne von "wie es sich verhält"), die zwar gut klingt und die mit Folgerichtigkeit lockt, die aber nicht beweisbar ist. Die Art der Wirkung auf Kräfte und Möglichkeiten von Perönlichkeiten beschreibt sie aber dennoch nicht.
Nachtrag: Stimmt, ich weiß es auch nicht genau. Und ich fürchte, wie werden beide nicht mehr erleben, ob Deine Hoffnung auf Berechenbarkeit der Welt oder meine Überzeugung einer Evolution als System chaotischer Strukturen (mitsamt all der bekannten Ordnungsstrukturen im Chaos) eine tauglichere Beschreibung von Wirklichkeit abgeben ... wobei: tauglich für wen? Es stimmt: Mein Zugang zur Erfahrung von Astrologie als nützlicher Möglichkeit, Einsichten in systemische Prozesse zu gewinnen, beruht auf philosophischen Thesen, wurzelt in Systemtheorie, Konstruktivismus und dergl. mehr, ist im naturwissenschaftlichen Sinn nicht beweisbar und die damit verbundene, subjektiv als stimmig empfundene Empirie wird jeder Popper-Adept locker verblasen. Damit kann ich gut leben. Die Art der Wirkung solcher Konstrukte könnte ich teilweise beschreiben, aber auch nur psychodynamisch, und dann würde der Thread hier vollends ausufern.

H. v. Foerster: Alles, was gesagt wird, wir von einem Beobachter gesagt.
H. Maturana: Alles, was gesagt wird, wird zu einem Beobachter gesagt.
 
Vielleicht weißt Du auch folgendes:
Woher wissen die Astrologen eigentlich, welche Himmelskörper für ein Horoskop ausschlaggebend sind? Warum z.B. Pluto, der ja mittlerweile kein Planet mehr ist? Warum nicht Ceres? War die Astrologie falsch, bevor Pluto entdeckt wurde? Warum gibt es kein Standardnachschlagewerk für Astrologen, in dem sämtliche Bedeutungen verzeichnet sind? Warum versagen ausnahmslos alle Astrologen in Zuordnungstests? Warum finden sich so viele Menschen von einem Massenmörder-Horoskop bestens beschrieben? Warum treten bei astrologischen Zwillingen nicht überdurchschnittlich viele Gemeinsamkeiten zutage? usw...
Das ist alles ganz, ganz falsch. Du versuchst dich der Astrologie zu nähern, indem du "wissenschaftliche" (oder das, was du dafür hältst) Kriterien anlegst - und damit kannst du nur scheitern. (Vermutlich ist es nur Unverständnis, warum viele Astrologen glauben, ihre eigene Disziplin sei in irgendeiner Weise "wissenschaftlich" - nach eben dem einigermassen verbreiteten Verständnis, was Wissenschaft ist.)

Es unterlaufen dir dabei zwei verschiedene, voneinander unabhängige Fehler:

1. Dein Verständnis dafür, was Wissenschaft ist, ist ungefähr das verbereite Paradigma bis vielleicht in die 1930erjahre. Da wurden Dingen wie "Reproduzierbarkeit" und "Falsifizierbarkeit" noch viel Aufmerksamkeit beigemessen, weil man glaubte, die Welt sei eine Welt, die aus lauter Dingen zusammengesetzt ist. Man glaubte, man könne Dinge eindeutig bestimmen. Darum glaubte man auch noch an die Möglichkeit, Dinge ontologisch zu ordnen. Ungefähr ab dieser Zeit jedoch haben diverse Disziplinen gezeigt, dass die Welt viel - um viele Grössenordnungen! - komplexer ist als angenommen. Quantenphysik, Systemtheorie, die jüngere (nicht ältere!) künstliche Intelligenzforschung, Philosophie, Kunst und so weiter - überall wurde diese Weltsicht als überholt aufgezeigt. Es wäre angebracht, sich mit diesen vielen neueren Ansätzen mal ein wenig zu beschäftigen. Denn: a) Die Welt besteht nicht aus "Dingen", b) "Zeit" und "Ort" sind nicht voneinander unabhängig, c) und der Beobachter ist nicht vom Gegenstand der Beobachtung zu trennen.
Und weiter: Die Tatsache, dass beispielsweise das methodische Vorgehen bei der Berechnung der einzelnen Horoskope sich teilweise deutlich unter den Astrologen unterscheidet, ist nicht so zu interpretieren, dass "alle falsch liegen", sondern dass "es unterschiedliche Meinungen gibt". Sogar in der Physik gibt es viele verschiedene konkurrierende Theorien, ohne dass jemand weiss, welches die "wahre" davon ist. Eine pluralistische Welt also ohne zentrale Autorität, die die Wahrheit der Wahrheit festlegt.

2. Für die Astrologie sind alle deine Einwände ziemlich belanglos. Astrologie zu betreiben gleicht viel eher der Traum- oder Symboldeutung. Welches ist aber die "wahre" Bedeutung davon, wenn du von einem Pferd träumst? Was ist die korrekte Deutung des Symbols "drei rote Schiffe auf einem Wagen", von welchen ich vor einigen Jahren einst träumte? Und was bedeutet das Symbol "Neptun"?
Das alles ist nicht festgelegt als mathematische Formel. Es hat viel mit "Einfühlen" und "Deuten" zu tun, und "Einfühlen" ist nun mal kaum wissenschaftlich formulier- oder fassbar.
 
Das ist alles ganz, ganz falsch. Du versuchst dich der Astrologie zu nähern, indem du "wissenschaftliche" (oder das, was du dafür hältst) Kriterien anlegst - und damit kannst du nur scheitern. (Vermutlich ist es nur Unverständnis, warum viele Astrologen glauben, ihre eigene Disziplin sei in irgendeiner Weise "wissenschaftlich" - nach eben dem einigermassen verbreiteten Verständnis, was Wissenschaft ist.)

Es unterlaufen dir dabei zwei verschiedene, voneinander unabhängige Fehler:

1. Dein Verständnis dafür, was Wissenschaft ist, ist ungefähr das verbereite Paradigma bis vielleicht in die 1930erjahre. Da wurden Dingen wie "Reproduzierbarkeit" und "Falsifizierbarkeit" noch viel Aufmerksamkeit beigemessen, weil man glaubte, die Welt sei eine Welt, die aus lauter Dingen zusammengesetzt ist. Man glaubte, man könne Dinge eindeutig bestimmen. Darum glaubte man auch noch an die Möglichkeit, Dinge ontologisch zu ordnen. Ungefähr ab dieser Zeit jedoch haben diverse Disziplinen gezeigt, dass die Welt viel - um viele Grössenordnungen! - komplexer ist als angenommen. Quantenphysik, Systemtheorie, die jüngere (nicht ältere!) künstliche Intelligenzforschung, Philosophie, Kunst und so weiter - überall wurde diese Weltsicht als überholt aufgezeigt. Es wäre angebracht, sich mit diesen vielen neueren Ansätzen mal ein wenig zu beschäftigen. Denn: a) Die Welt besteht nicht aus "Dingen", b) "Zeit" und "Ort" sind nicht voneinander unabhängig, c) und der Beobachter ist nicht vom Gegenstand der Beobachtung zu trennen.
Und weiter: Die Tatsache, dass beispielsweise das methodische Vorgehen bei der Berechnung der einzelnen Horoskope sich teilweise deutlich unter den Astrologen unterscheidet, ist nicht so zu interpretieren, dass "alle falsch liegen", sondern dass "es unterschiedliche Meinungen gibt". Sogar in der Physik gibt es viele verschiedene konkurrierende Theorien, ohne dass jemand weiss, welches die "wahre" davon ist. Eine pluralistische Welt also ohne zentrale Autorität, die die Wahrheit der Wahrheit festlegt.

2. Für die Astrologie sind alle deine Einwände ziemlich belanglos. Astrologie zu betreiben gleicht viel eher der Traum- oder Symboldeutung. Welches ist aber die "wahre" Bedeutung davon, wenn du von einem Pferd träumst? Was ist die korrekte Deutung des Symbols "drei rote Schiffe auf einem Wagen", von welchen ich vor einigen Jahren einst träumte? Und was bedeutet das Symbol "Neptun"?
Das alles ist nicht festgelegt als mathematische Formel. Es hat viel mit "Einfühlen" und "Deuten" zu tun, und "Einfühlen" ist nun mal kaum wissenschaftlich formulier- oder fassbar.

und, lineares Denken ist für Astrologieverständnis ziemlich kontraproduktiv.
 
Endlich mal konkrete Fragen statt perseverierender Redundanz ...
Woher wissen die Astrologen eigentlich, welche Himmelskörper für ein Horoskop ausschlaggebend sind?
Weil die Astrologie nicht in den Himmel geschrieben steht, sondern in ihren Grundelementen im Laufe der Zeit gewachsen ist. Konstrukte aus empirischen Beobachtungen haben sich als nützlich erwiesen, sogar als reproduzierbar, und so haben sich im Laufe der Zeit die relevanten astrologischen Elemente ergeben, die ja keineswegs nur aus Himmelskörpern bestehen.
Warum z.B. Pluto, der ja mittlerweile kein Planet mehr ist? Warum nicht Ceres? War die Astrologie falsch, bevor Pluto entdeckt wurde?
Du weißt selber, dass "Planet" keine Eigenschaft eines Himmelskörpers ist, sondern eine willkürliche astronomische Definition. Pluto wurde einbezogen, bald nachdem er entdeckt wurde, Deutungskonstrukte ließen sich auch aus retrospektiven Berechnungen von Pluto-Konstellationen entwickeln ... so ähnlich war das vorher auch schon mit Uranus und Neptun, die ja ebenfalls erst spät ins Horoskop gelangt sind. Pluto hat die Astrologie ergänzt ... war denn Newton widerlegt, als Einstein seine Relativitätstheorie entwickelte? Jeder astrologische Grundkursteilnehmer weiß, dass es auch AstrologInnen gibt, die mit Ceres arbeiten, mit Fixsternen, mit anderen Planetoiden ... alles in der Methodenvielfalt enthalten.
Warum gibt es kein Standardnachschlagewerk für Astrologen, in dem sämtliche Bedeutungen verzeichnet sind?
Gibt es doch ... z.B. KDE, Kombination der Gestirnseinflüsse von Ebertin. Theoretisch kaum noch haltbar, aber praktisch sehr nützlich. Vor allem aber sind Bedeutungen nichts, was Himmelskörpern zueigen ist; Bedeutungen entstehen als Deutungskonstrukte, werden tradiert, modifiziert, sind alles andere als eindeutig ... in der Deutungsarbeit ist nix Exaktes zu finden.
Warum versagen ausnahmslos alle Astrologen in Zuordnungstests?
Weil sich leider viel zu viele AstrologInnen narzisstisch über- und die Fallen unterschätzen, die ihnen mit solchen Tests gestellt werden. Zuordnungstests sind wunderbar, wenn ich von vornherein mit der Fokussierung antrete, "Astrologie" widerlegen zu wollen ...
Warum finden sich so viele Menschen von einem Massenmörder-Horoskop bestens beschrieben?
Weil die Potenziale manipulativen Sprachgebrauchs ja unbestritten sind. Wenn ich einem Menschen suggeriere, das wäre sein Horoskop, garniere es mit irgendwelche Floskeln aus dem Handbuch des erfolgreichen Versicherungsvertreters und ich lege ihm in Wirklichkeit das eines Massenmörders vor, dann ist das keine wissenschaftliche Beweisführung, sondern ein Betrug. Grundkenntnisse der Astrologie vermitteln bereits, dass es keine identischen Horoskope gibt, systematisch wäre das nur dann möglich, wenn am gleichen Ort zur exakt gleichen Zeit eine Geburt erfolgen würde. Dass die vorherrschenden Praktiken der Horoskopdeutungen sehr oft sehr kritisch zu hinterfragen wären, da stimme ich absolut zu. Vor allem bei "Blinddeutungen ohne Ansehen der Person".
Warum treten bei astrologischen Zwillingen nicht überdurchschnittlich viele Gemeinsamkeiten zutage? usw...
Siehe oben, es gibt keine identischen Horoskope. Allenfalls sehr ähnliche, aber die weisen dann bereits genug Unterschiede auf, um divergierende Biographien zu rechtfertigen. Siehe auch "Einfluss marginaler Änderungen der Anfangsbedingungen auf nonlineare, selbstreferenzielle Systeme" ... das hatten wir doch schon!?

Und es gibt ja durchaus solche Beinahe-Astro-Zwillinge mit Gemeinsamkeiten ... zu meinem Bekanntenkreis gehört ein Ehepaar, das im gleichen Kreißsaal zur gleichen Minute geboren wurde, mit ein paar Sekunden Unterschied ... entdeckt haben sie das, als sie 25 Jahre später geheiratet haben. Im übrigen eine völlig flaue, spannungslose Ehe, aber sie sind zusammen. Eine Anekdote ohne Beweiskraft, schon klar ...

Ebenso klar wie der Umstand, dass keine dieser Antworten einen Schlucke zufriedenstellen kann. Muss ja auch nicht ...
 
Zuletzt bearbeitet:
oder doppelte Waage

sternzeichenraten *on*

jo aber doppelte waage tippe ich auch, pluto in 1 seine einschüchterungstatktiken, sonne in 12, passt zu seiner vater story. uranus venus in 2, das vermögen ist abgegeben per generalvollmacht hv8, jupiter in 10, weit bekannt durch seine texte hv3.
 
sternzeichenraten *on*

jo aber doppelte waage tippe ich auch, pluto in 1 seine einschüchterungstatktiken, sonne in 12, passt zu seiner vater story. uranus venus in 2, das vermögen ist abgegeben per generalvollmacht hv8, jupiter in 10, weit bekannt durch seine texte hv3.

Ich rate gerne ;-)

höre gerade Ustinov, der lacht wie ein Krebs... war Widder mit Krebs-AC, die "schlechteste" Version des Krebsen kommt immer durch...
 
Werbung:
Zurück
Oben