Endlich mal konkrete Fragen statt perseverierender Redundanz ...
Woher wissen die Astrologen eigentlich, welche Himmelskörper für ein Horoskop ausschlaggebend sind?
Weil die Astrologie nicht in den Himmel geschrieben steht, sondern in ihren Grundelementen im Laufe der Zeit gewachsen ist. Konstrukte aus empirischen Beobachtungen haben sich als nützlich erwiesen, sogar als reproduzierbar, und so haben sich im Laufe der Zeit die relevanten astrologischen Elemente ergeben, die ja keineswegs nur aus Himmelskörpern bestehen.
Warum z.B. Pluto, der ja mittlerweile kein Planet mehr ist? Warum nicht Ceres? War die Astrologie falsch, bevor Pluto entdeckt wurde?
Du weißt selber, dass "Planet" keine Eigenschaft eines Himmelskörpers ist, sondern eine willkürliche astronomische Definition. Pluto wurde einbezogen, bald nachdem er entdeckt wurde, Deutungskonstrukte ließen sich auch aus retrospektiven Berechnungen von Pluto-Konstellationen entwickeln ... so ähnlich war das vorher auch schon mit Uranus und Neptun, die ja ebenfalls erst spät ins Horoskop gelangt sind. Pluto hat die Astrologie ergänzt ... war denn Newton widerlegt, als Einstein seine Relativitätstheorie entwickelte? Jeder astrologische Grundkursteilnehmer weiß, dass es auch AstrologInnen gibt, die mit Ceres arbeiten, mit Fixsternen, mit anderen Planetoiden ... alles in der Methodenvielfalt enthalten.
Warum gibt es kein Standardnachschlagewerk für Astrologen, in dem sämtliche Bedeutungen verzeichnet sind?
Gibt es doch ... z.B. KDE, Kombination der Gestirnseinflüsse von Ebertin. Theoretisch kaum noch haltbar, aber praktisch sehr nützlich. Vor allem aber sind Bedeutungen nichts, was Himmelskörpern zueigen ist; Bedeutungen entstehen als Deutungskonstrukte, werden tradiert, modifiziert, sind alles andere als eindeutig ... in der Deutungsarbeit ist nix Exaktes zu finden.
Warum versagen ausnahmslos alle Astrologen in Zuordnungstests?
Weil sich leider viel zu viele AstrologInnen narzisstisch über- und die Fallen unterschätzen, die ihnen mit solchen Tests gestellt werden. Zuordnungstests sind wunderbar, wenn ich von vornherein mit der Fokussierung antrete, "Astrologie" widerlegen zu wollen ...
Warum finden sich so viele Menschen von einem Massenmörder-Horoskop bestens beschrieben?
Weil die Potenziale manipulativen Sprachgebrauchs ja unbestritten sind. Wenn ich einem Menschen suggeriere, das wäre sein Horoskop, garniere es mit irgendwelche Floskeln aus dem Handbuch des erfolgreichen Versicherungsvertreters und ich lege ihm in Wirklichkeit das eines Massenmörders vor, dann ist das keine wissenschaftliche Beweisführung, sondern ein Betrug. Grundkenntnisse der Astrologie vermitteln bereits, dass es keine identischen Horoskope gibt, systematisch wäre das nur dann möglich, wenn am gleichen Ort zur exakt gleichen Zeit eine Geburt erfolgen würde. Dass die vorherrschenden Praktiken der Horoskopdeutungen sehr oft sehr kritisch zu hinterfragen wären, da stimme ich absolut zu. Vor allem bei "Blinddeutungen ohne Ansehen der Person".
Warum treten bei astrologischen Zwillingen nicht überdurchschnittlich viele Gemeinsamkeiten zutage? usw...
Siehe oben, es gibt keine identischen Horoskope. Allenfalls sehr ähnliche, aber die weisen dann bereits genug Unterschiede auf, um divergierende Biographien zu rechtfertigen. Siehe auch "Einfluss marginaler Änderungen der Anfangsbedingungen auf nonlineare, selbstreferenzielle Systeme" ... das hatten wir doch schon!?
Und es gibt ja durchaus solche Beinahe-Astro-Zwillinge mit Gemeinsamkeiten ... zu meinem Bekanntenkreis gehört ein Ehepaar, das im gleichen Kreißsaal zur gleichen Minute geboren wurde, mit ein paar Sekunden Unterschied ... entdeckt haben sie das, als sie 25 Jahre später geheiratet haben. Im übrigen eine völlig flaue, spannungslose Ehe, aber sie sind zusammen. Eine Anekdote ohne Beweiskraft, schon klar ...
Ebenso klar wie der Umstand, dass keine dieser Antworten einen Schlucke zufriedenstellen kann. Muss ja auch nicht ...