Frl.Zizipe
Sehr aktives Mitglied
Ja, das kenne ich auch aus meiner Familie. Heute weiß ich, wie sehr meine Eltern gespart haben, damit es uns an nichts fehlte. Obwohl sie es, bis heute, sehr bedauern, dass Kinokarten und Zootickets unerschwinglicher Luxus waren. Auch eine Tüte Gummibärchen war eine Ausnahme.
Aber niemals hörten wir, dass wir noch eine Scheibe Schwarzbrot für den nächsten Tag übrig lassen sollten. Oder dass die Kartoffeln abgezählt wurden.
Aber, zwischendurch im sozialen Brennpunkt eingesetzt, fand ich es oft bitter zu sehen, wie Kinder das kostenlose Mittagessen in der Schule in sich hineinschlangen. Tatsächlich ist mir sogar mehrfach eine Käseschnitte geklaut worden.
Sehr gefreut habe ich mich, als eine Anwältin kostenlose Beratungen anbot. Vielen war nicht bewusst, dass sie Ansprüche auf "Sonderleistungen" hatten - insbesondere dort, wo Kinder mit Behinderung lebten.
Wenn ich heute an diese Zeit zurückdenke, dann kann ich sagen, dass ich dennoch eine unglaublich tolle Zeit hatte. Damals hab ich das alles nämlich gar nicht so tragisch empfunden. Heute denke ich mir: Wie hab ich das damals gemacht? Ich könnte das jetzt nicht mehr. Aber ich hatte eine Power damals, ständig drei Bälle in der Luft und dazu noch getanzt.
Und ich hatte viel Spaß in dieser Zeit. Ich war jung und nichts hat mich aufhalten können. Und hey - es waren die 1990iger
Ich konnte abends ja nie weggehen, erstens kaum Geld und ich hatte auch niemanden, der auf meine Tocher hätte aufpassen können. So sind bei mir mehrmals die Woche Freunde eingetrudelt, mit Getränken und Keksen oder mal was Selbstgekochtes - es ist ziemlich rund gegangen bei mir
