Bevor wir hier weitermachen, möchte ich euch erst einmal mit meiner Philosophie über Gut und Böse belästigen:
Wenn es überhaupt irgend etwas Böses gibt, dann ist es, die Welt in Gut und Böse zu unterteilen. Das ist die Ursünde, das symbolische Essen vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Das Universum ist vollkommen, also vollständig. Alles hat seine Daseinsberechtigung und sorgt für das nötige Gleichgewicht. Der Mensch aber spaltet das Universum in Dinge, die sein sollten (gut) und Dinge, die nicht sein sollten (böse), und versucht, das Böse aus der Welt zu schaffen. Dass dies nicht möglich ist, wird durch die Menschheitsgeschichte zur Genüge bewiesen. Da er aber nicht böse sein will, verdrängt er das vermeintlich Böse aus seinem Bewusstsein, und wird dadurch unvollkommen (unvollständig), der Schatten entsteht. Dadurch bleibt das Gleichgewicht erhalten, denn der Mensch und sein Schatten ergeben wieder ein vollkommenes Ganzes.
Wenn es aber böse ist, die Welt in Gut und Böse zu unterteilen, dann ist es auch böse, die Unterteilung in Gut und Böse als böse zu bezeichnen, denn diese hat wie alles ihre Daseinsberechtigung: durch sie entsteht Individualität. Da jeder Mensch für sich andere Dinge als böse bewertet und aus seinem Bewusstsein verdrängt, unterscheidet sich der Schatten einer Person von dem Schatten jeder anderen. Der Schatten erzeugt körperliche Symptome, die auch auf dieser Ebene Individualität ermöglichen. Wären alle Menschen vollkommen erleuchtet und hätten keinen Schatten, wären alle Menschen gleich.
Für mich ist Gut und Böse somit nicht mehr als ein subjektives Empfinden, dass sich aus der individuellen Gestalt des eigenen Schattens ergibt. Wenn ich sage, ich möchte böser werden, dann heißt das, dass ich mein subjektives Empfinden verändern möchte, indem ich meine individuelle Bewertung von Gut und Böse, also meinen Schatten bearbeite.