Falls du über vegetarismus reden willst, eröffne doch ein thema im entsprechenden uf.
Nee, nee, will ich gar nicht. Es geht mir immer noch um das Prinzip des Widerspruchs zwischen "Ich BIN alles", "Ich LIEBE alles" ... und der dazu widersinnigen Realität, dass der eigene Körper nunmal Selbsterhaltungstriebe mit sich bringt, denen man nachkommen sollte, wenn man die eigene Existenz nicht verlieren will.
Das Dilemma liegt zwischen "metaphysische Wahrheit" und "materielle Realität". Und tatsächlich ist die Notwendigkeit des Vernichtens anderer Lebewesen zum Selbsterhalt ein ganz fundamentaler Punkt in dem ganzen System. Lebende Systeme sind überhaupt nur lebende Systeme, weil sie eben nicht im rein physikalischen Gleichgewicht mit ihrer Umwelt stehen. Das sind aber so Punkte, über die müsste man irgendwann mal nachdenken oder nachgedacht haben, damit die Problematik des Ganzen überhaupt offenkundig wird bzw. würde.
Liebe hat, rein praktisch, für mich etwas mit Selbstaufopferungsbereitschaft zu tun. Per Definition ist der Akt des Essens, also Unterstützung des Tötens und Vernichtens anderer Lebewesen oder von Teilen derselben, ein notwendiger egoistischer Akt.
Den kann man jetzt mit mehr oder weniger Mitgefühl verbinden, das ist schon richtig. Aber rein aus sich selbst heraus und für sich selbst ist es nunmal einer der egoistischsten Triebe, die das Leben in einer materiellen Welt kennzeichnen.
Man kann sich jetzt natürlich dafür entscheiden, diese unschöne Wahrheit zu leugnen. Aber mehr als das ist es dann eben auch nicht - eine Art, sich die Welt schönzureden, um unter ebendieser Wahrheit nicht so sehr leiden zu müssen.
Ich esse schon auch Tiere - aber wenigstens bin ich mir der Tatsache bewusst, dass das mit Liebe zu ALLEM SEIN GLEICHERMAßEN nicht übereinzubringen ist. Ich setze die Prioritäten bei mir selbst, und das ist dann nunmal eine gewichtete, in dem Fall egoistische Entscheidung.
Klar kann man Egoismus auch als die Liebe zu sich selbst und damit liebe-voll verkaufen bzw. definieren und sich die Problematiken damit dann sparen. Wer die Welt nicht ändern kann, definiert sie sich dann eben schön. Wirklich ändern tut das an den materiellen und seelischen Auswirkungen außerhalb des "geliebten" eigenen Systems allerdings wenig.