"Der Bericht meiner Rettung":
Ja, ich gebe es zu: ich bin ein Stubenhocker. Die Sonne lockt mich nicht aus meiner Bude, ich bin eine faule Socke. Und ich muss noch etwas gestehen: Fisch mag ich nur in Form von Fischstäbchen, dann aber bitte nur höchstens zwei Mal im Jahr, je 6 Stück mit Mayonnaise. Ansonsten bin ich eigentlich ganz normal. Eigentlich. Denn wer meine Geschichte kennt, wird mich sofort in die Schublade "psychisch krank" hineinstopfen. Ohne Zögern. Und ich hätte ihm bis vor 3 Monaten recht gegeben.
Begonnen hat alles vor 13 Jahren. Da war ich am Ende meines Studiums und hoch depressiv. So depressiv, dass ich keine Kraft hatte meinen Abschluss zu machen. Also habe ich mir gedacht, ich melde mich zur Prüfung an, und dann bin ich motiviert meine Magisterarbeit zu schreiben. Gesagt, getan. Das Problem war nur, dass egal was mein Verstand mir befohlen hat, ich einfach keine Kraft hatte, es umzusetzen. Ich saß stundenlang vor den Büchern und habe auf eine Seite gestarrt, unfähig etwas zu machen. Aber ich wollte auf keinen Fall ohne Abschluss die Uni beenden! Das hat einen riesigen Druck in mir aufgebaut, mit der Folge, dass ich einfach nicht mehr leben wollte.
Ich habe Rat bei Freunden gesucht und die haben gesagt, ich soll mich unbedingt an Fachleute wenden, sie seien mit mir überfordert. Also habe ich mich durchtelefoniert und landete am Ende in der Institutsambulanz der psychiatrischen Klinik, die für mein Wohngebiet zuständig war. Die haben mich in die Klinik überwiesen und so fing meine Odyssee an.
In den folgenden 13 Jahren kam ich rein und wieder raus aus Kliniken. Vor 3 Jahren wurde ich dann unter großem Drama verrentet und bin seitdem erwerbsunfähig. Und das obwohl ich gerne arbeite, aber ich konnte einfach nicht mehr. Jahrelange Depression und Stimmungsschwankungen haben mich mürbe gemacht. Ich war ein Schatten meiner Selbst. Habe von innen gezittert und nicht mehr gewusst, wie sich ein normaler Mensch fühlt, wie das geht, "normales Leben".
Wurde immer wieder suizidal weil der Zustand einfach für mich nicht mehr aushaltbar war. Auch dadurch war ich von den 13 Jahren mindestens 2,5 Jahre (!) in Kliniken. Mir wurden Tonnen an Medikamenten verschrieben, meist wurde versucht , mir einen Cocktail aus einem Antidepressivum, einem "Stimmungsstabilisator" und einem Neuroleptikum zu geben. Und ich habe dankbar alles geschluckt. Jede neue Pille war eine neue Hoffnung. Ich bin mir sicher, dass ich mindestens (!) 20 verschiedene Psychopharmaka in der Zeit ausprobiert habe.
Das unheimlichste dabei war "Abilify" weil im Beipackzettel als Nebenwirkung "plötzlicher unerklärbarer Tod" (Zitat!) steht. Die Ärzte haben mir gesagt ich solle den Beipackzettel nicht lesen, es sei nur ein "Wischzettel". Und ich habe den Ärzten geglaubt. Für mich waren es Halbgötter in Weiß. Für mich hatte das Argument, meine Biochemie im Gehirn brauche Unterstützung, Sinn gemacht. Und das Leben war ja auch sonst nicht zu ertragen. Klar hatten die Medikamente Nebenwirkungen, von permanenter Verstopfung über extremes körperliches Zittern bis zu 30 kg Gewichtszunahme war alles dabei. Meine Freunde haben mir erzählt, ich sei zeitweise nur wie ein Roboter gewesen, so "zugedröhnt" war ich.
Skeptisch wurde ich erst, als ein Mitpatient aus meiner Tagesstätte plötzlich und unerwartet und ohne einen Grund einen plötzlichen Herztod starb, und das in seinen 50-ern. Und er war der zweite in dieser kleinen Tagesstätte, der in einem Zeitraum von 10 Jahren plötzlich und unerwartet starb. Klar hat er auch Psychopharmaka eingenommen.
Daraufhin habe ich mich mehr über meine Medikamente informiert. Auch Internetseiten von Psychiatrie-Gegnern gelesen. Und einen Vortrag über die Risiken und Nebenwirkungen von Neuroleptika angehört. Gleichzeitig habe ich durchgesetzt, dass ich den Stimmungsstabilisator (Lithium) und das Neuroleptika (Abilify) absetzen kann, auch weil das Zittern und die Gewichtszunahme untragbar waren. Und dann habe ich noch eine total klasse Verhaltenstherapie gemacht, durch die mir bewusst wurde, dass ich nicht meinen Gefühlen einfach nur ausgeliefert war, sondern auch kognitiv und "behavioral" dagegensteuern kann. Eine richtig gute Erfahrung.
Doch trotz "Super-Therapie" war ich weiterhin einfach nur so erschöpft und meine Stimmungsschwankungen gingen nicht weg.
Auf den Rat einer Therapeutin ging ich dann zum Endokrinologen und wollte einfach alles körperliche mal abchecken. Er hat Schilddrüse, Hormonhaushalt und Vitaminspiegel untersucht. Und siehe da: Mein Vitamin D-Level lag bei nur 5,5 ng/ml (= 13,8 nmol/l) und mein Zink-Level war auch zu niedrig. Daraufhin habe ich das Netz nach Vitamin-D-Informationen abgesucht und bin auf die Seite von VitaminDelta gestoßen. Habe das Buch gelesen und sofort angefangen, hochdosiert Vitamin D zu nehmen.
Ich glaub es hat nur eine Woche gebraucht und es ging mir viel besser. Inzwischen geht es mir so gut, dass ich mich einfach nur als normaler Mensch empfinde. Ja, ich habe noch Stimmungsschwankungen, aber alles im Rahmen des ganz normalen Lebens, da bin ich mir sicher. Ansonsten stehe ich jeden Morgen auf und freue mich auf den Tag. Ich freue mich riesig, dass ich am Leben bin. Ich lebe! Ich lebe! Ich lebe!
Gleichzeitig habe ich allerdings eine riesige Wut und weiß nicht wohin mit ihr. Wen kann ich anklagen? Wer gibt mir meine 13 Leidensjahre zurück? Den Ärzten in den Kliniken kann ich nicht böse sein, ich habe es in den meisten Psychiatrien so erlebt, dass die das Beste für einen wollten, aber es auch nicht anders wussten, als mir Pillen zu verschreiben.
Aber warum, so frage ich mich, hat man in den 13 Jahren nicht meinen Vitamin-D-Speigel untersucht? Warum? Weil die Krankenkassen das nicht finanzieren? Aber 2,5 Jahre Psychiatrie zahlen sie! Ich mag gar nicht ausrechnen, was das für Kosten verursacht hat.
Letztlich weil ich nicht gerne in die Sonne gehe, keinen Fisch mag und somit keine vernünftige Vitamin-D-Quelle hatte? Ja es klingt unglaublich. Natürlich habe ich auch viel in den Therapien über mich gelernt, habe mich weiterentwickeln können und habe viel von den Einzel- und Gruppengesprächen profitiert. Aber ich hätte lieber eine ambulante Therapie gemacht und ansonsten das Leben genossen. So wie jetzt. Wie es weitergeht? Nun, ich nehme keinerlei Medikamente mehr. Im Gegenteil: Ich versuche sie aus meinem Körper auszuleiten. Weg mit dem Dreck von meinen Zellen! Und: ich informiere mich, woher mein Zink-Mangel kommt. Es könnte HPU bzw. KPU sein, eine Erkrankung, die von Schulmedizinern nicht anerkannt ist. Und: ich nehme zusätzlich Omega-3 Fettsäuren ein, weil die Gehirnzellen zu einem Großteil aus diesen Fettsäuren bestehen. Wenn man nur falsches Fett zu sich nimmt, dann kann die Kommunikation zwischen den Zellen nicht mehr funktionieren.
Warum forscht die Pharmaindustrie nicht in diese Richtung? Ganz einfach: Weil es kein Geld bringt. Den Menschen Vitamin D und Fischölkapseln zu verschreiben bringt kein Geld. Mein Abilify dagegen hat, wenn meine Erinnerung mich nicht trügt, 500 Euro im Monat gekostet.
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Also lieber Garfield, die "primitive" Schulmedizin ist schon drauf gekommen......wie man Geld verdient