Hallo Gabi,
ich habe einen Beitrag weiter hinten an PsiSnake schon ein wenig gesagt, wie ich es sehe.
Natürlich ist es stimmig beide Seiten anzusehen, passiert ja auch immer und überall auf der Welt, anders würde es ja auch keine Verteidiger für Täter geben, wie im Falle DSK.
Natürlich weiß ich, dass ein Vergewaltiger aus bestimmten Gründen zum Vergewaltiger wird. Natürlich weiß ich, dass Opfer aus bestimmten Gründen zu Opfern werden.
Aber, jetzt das große Aber .... es ist weder astrologisch beweisbar - da musst Du mir wohl zustimmen - noch ist das ein Argument, um Gewalt auf die gleiche Wahrnehmungsstufe zu setzen wie Nichtgewalt.
Wir haben ja schon öfter drüber diskutiert: wer zuschlägt ist der Depp, auch wenn ihn das "Opfer" noch so provoziert hat. In unserer Gesellschaft ist das ausüben von körperlicher Gewalt eine Straftat, die mehr belastet, als jedes Mobbing oder sonstige Psychotricks, die die Kleingeister oder die sonst wie Traumatisierten zu Gewalttaten animieren.
Und dann, ja dann gibt es noch die wehleidigen Opfertypen - die erkennt man schon im Kindergarten - die so auf die Welt kamen und dafür prädestiniert sind, Opfer zu sein und "etwas" zu erleiden.
Dennoch, die neutrale, kalte Analyse der Esos, ist und bleibt für mich eine Unmenschliche. Wie steht's doch in der Bibel: Jesus ist Mensch geworden ..., ja er hat sich entschieden Mensch zu werden - wir haben das auch - dann sollten wir es verdammt noch mal auch sein und nicht so tun, als müssten wir Vergewaltiger neutralisieren und Vergewaltigungsopfer damit ebenfalls.
Die Sünde der Welt gibt es und die hat jemand auf sich genommen, wir haben den Job, die Dinge als Menschen anzuschauen und nicht hinzustehen und zu sagen: es ist wie es ist, das Opfer ist genauso schuld wie der Täter - darum geht es nicht, es geht um die Liebe, die in der Betrachtung liegt.
Und diese Liebe lassen die Betrachter, die neutralisieren gänzlich vermissen, weil sie aus dem neutralen Blick heraus, nicht erkennen, dass die Mitredner und Mitdiskutanten evtl. emotional berührt, mitfühlen oder sonst was sind. Würden sie das sehen und als menschlich akzeptieren, dann würden sie nicht auf ihrem Recht der Esoneutralisation bestehen.
Nicht jeder sieht das selbe, aber es passiert doch das gleiche, jeden Moment.
Hallo Martina,
ich finde es schon erstrebenswert mittig zu stehen, beide Seiten anzusehen.
Natürlich kann man das nicht immer, wir sind ja Menschen und Entwicklung setzt m.E. voraus, dass man sich in den Prozess hineinbegibt und sich auseinandersetzt und nicht drüber schwebt.
Aber, geht es dir nicht auch so, dass irgendwann der Zeitpunkt kommt, da reicht einem die alleinige Auseinandersetzung mit dem einem Pol (Opfer) nicht mehr, dann möchte man die gesamte Achse verstehen. Denn immer wenn man sich mit einem Teilaspekt identifiziert, dann bekämpfe ich automatisch das Gegenteil, man spaltet es ab und will nichts damit zu tun haben. Und damit trennt man sich von der Ganzheit.
Ich tendiere da sehr zu Inaads und Flimms Sichtweise.
lg
Gabi