Neutrino
Sehr aktives Mitglied
- Registriert
- 31. August 2008
- Beiträge
- 15.954
Ich denke, dass es um die Überzeugungen geht, die hinter dem Protest stehen. Ein Opfer ist überzeugt davon "hilflos" zu sein. Wenn man nun sagt, dass nur die Täter "schuldig" sind, dann nimmt man dem Opfer seine eigenverantwortliche Möglichkeit zu handeln. Ein vollkommen "unschuldiges Opfer" kann nur erleiden, was andere ihm zufügen. Ein Opfer, welches seinen (und nur seinen!) Anteil am Geschehen erkennt und akzeptiert, hört auf hilflos zu sein und handelt gemäß seinen Möglichkeiten, ermächtigt sich selbst. Es geht nicht darum, den Täter zu entlasten oder die Tat zu rechtfertigen, der Täter ist vollkommen unwichtig dabei, es geht nur darum, dem Opfer Würde, Selbstwert und Eigenverantwortlichkeit zuzugestehen.
Und darum geht es bei der Therapie - und zwar bei demjenigen der dessen Existenz behauptet:
Die Auseinandersetzung mit seinem seinem Therapiebegriff zugrundeliegenden Weltbild.
Oft basieren Strafrechtsaufassungen und Bestrafungsbemühungen auf der Annahme, es könne unschuldge Opferschaft geben*.
Der Gefährliche ist der Böse und die Gefährdeten sind die Guten.
Also gehört der Gefährliche bestraft, eingesperrt oder sonstwie davon abgehalten gefährlich für dritte zu sein**.
*Therapie kann erst erfolgreich sein, wenn dieser Aberglaube abgelegt ist.
** Die Gefährlichkeit des Gefährlichen resultiert aus der Schuld des Gefährdeten.
Wahre Sicherheit gibt also nicht die Bekämpfung des Gefährlichen sondern die Renigung des Gefährdeten.
Und bitte widerspreche mir nicht, sonst machst du dich vergewaltigbar.