Vergewaltigungsanklage - DSK

Ich denke, dass es um die Überzeugungen geht, die hinter dem Protest stehen. Ein Opfer ist überzeugt davon "hilflos" zu sein. Wenn man nun sagt, dass nur die Täter "schuldig" sind, dann nimmt man dem Opfer seine eigenverantwortliche Möglichkeit zu handeln. Ein vollkommen "unschuldiges Opfer" kann nur erleiden, was andere ihm zufügen. Ein Opfer, welches seinen (und nur seinen!) Anteil am Geschehen erkennt und akzeptiert, hört auf hilflos zu sein und handelt gemäß seinen Möglichkeiten, ermächtigt sich selbst. Es geht nicht darum, den Täter zu entlasten oder die Tat zu rechtfertigen, der Täter ist vollkommen unwichtig dabei, es geht nur darum, dem Opfer Würde, Selbstwert und Eigenverantwortlichkeit zuzugestehen.

Und darum geht es bei der Therapie - und zwar bei demjenigen der dessen Existenz behauptet:
Die Auseinandersetzung mit seinem seinem Therapiebegriff zugrundeliegenden Weltbild.

Oft basieren Strafrechtsaufassungen und Bestrafungsbemühungen auf der Annahme, es könne unschuldge Opferschaft geben*.
Der Gefährliche ist der Böse und die Gefährdeten sind die Guten.
Also gehört der Gefährliche bestraft, eingesperrt oder sonstwie davon abgehalten gefährlich für dritte zu sein**.

*Therapie kann erst erfolgreich sein, wenn dieser Aberglaube abgelegt ist.
** Die Gefährlichkeit des Gefährlichen resultiert aus der Schuld des Gefährdeten.

Wahre Sicherheit gibt also nicht die Bekämpfung des Gefährlichen sondern die Renigung des Gefährdeten.

Und bitte widerspreche mir nicht, sonst machst du dich vergewaltigbar.
 
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Naja, kommt auf die Art der Angst an: in einer konkreten, aktuellen Situation, die (lebens-)gefährlich ist, mag Angst (oder eher Schreck?) antreibend wirken, aber Angst ohne direkt greifbaren Grund lähmt einen Menschen doch eher, weil er gar nicht handeln kann, es gibt nichts zu tun. Und wenn man ängstlich (überall lauern böse Menschen, die Welt ist schlecht, etc.) zum Einkaufen geht, dann zieht man eher die Aufmerksamkeit jener gefürchteten Menschen an, als wenn man ohne solche Überzeugungen loszieht.
 
Zitat: Der Gefährliche ist der Böse und die Gefährdeten sind die Guten.


Darum geht es gar nicht. Der Täter war mit relativ großer Sicherheit auch selber Opfer, aber das hat auch gar nichts mit seinem späteren Opfer zu tun, sondern mit irgendeiner anderen Person (oder einem Ereignis) In der Natur nennt man das Hackordnung. Es wird etwas weitergegeben, das Opfer ist dabei bloss ein Ventil (und hat keine weitere Funktion, oder gar Schuld). Da es immer irgendwen gibt, der stärker ist und irgendwen der schwächer ist, lässt sich das auch nicht dadurch lösen, dass man potentiellen Opfern Selbstbewusstsein verschafft. Notfalls schnappt sich derjenige dann eben ein Kind oder eine alte Frau oder einen Behinderten.
Nicht die Schwäche des Opfers verleitet ihn, sondern seine eigene Schwäche
und Wut. Und er (oder auch sie) wird immer jemanden finden der schwächer ist (psychisch schwächer, körperlich schwächer, alt, krank, oder klein).
 
Zitat:Naja, kommt auf die Art der Angst an: in einer konkreten, aktuellen Situation, die (lebens-)gefährlich ist, mag Angst (oder eher Schreck?) antreibend wirken, aber Angst ohne direkt greifbaren Grund lähmt einen Menschen doch eher, weil er gar nicht handeln kann, es gibt nichts zu tun. Und wenn man ängstlich (überall lauern böse Menschen, die Welt ist schlecht, etc.) zum Einkaufen geht, dann zieht man eher die Aufmerksamkeit jener gefürchteten Menschen an, als wenn man ohne solche Überzeugungen loszieht.

Meistens schon, aber kannst du dir gar nicht vorstellen, dass z.B: die Kampagnen und Attacken von Rechtsradikalen nicht durch eine Angst vor dem (und den) Fremden getrieben sind. Ich kann mir das sehr wohl vorstellen.
Und wenn sie sich zu einer Gruppe formieren, dann kanalisiert sich die Angst in einem Angriff.
 
Ich stimme Dir zu, PsiSnake, Schwäche lässt Täter handeln, doch haben wir uns darüber unterhalten, warum jemand zum Opfer wird und was man dagegen unternehmen kann.
 
Naja, kommt auf die Art der Angst an: in einer konkreten, aktuellen Situation, die (lebens-)gefährlich ist mag Angst (oder eher Schreck?) antreibend wirken, aber Angst ohne direkt greifbaren Grund lähmt einen Menschen doch eher, weil er gar nicht handeln kann, es gibt nichts zu tun. Und wenn man ängstlich (überall lauern böse Menschen, die Welt ist schlecht, etc.) zum Einkaufen geht, dann zieht man eher die Aufmerksamkeit jener gefürchteten Menschen an, als wenn man ohne solche Überzeugungen loszieht.

Ja, aber das ist doch (esoterische) Allgemeinbildung, oder etwa nicht?

Und das hier ist Pervertierung, Verdrehung, Indifferenz und kurz Dummheit:



Die Gefährlichkeit des Gefährlichen resultiert aus der Schuld des Gefährdeten.

Zumal er auch noch mit WAHRER SICHERHEIT nach REINIGUNG DES (schmutzigen?) GEFÄHRDETEN hausieren geht.


LoL ey...

Aber nun gut, macht mal ihr Götter, so ganz ohne Aberglaube und Wahn. :D

(Meine nicht dich, Syndra)
 
Zitat:Ich stimme Dir zu, PsiSnake, Schwäche lässt Täter handeln, doch haben wir uns darüber unterhalten, warum jemand zum Opfer wird und was man dagegen unternehmen kann.

Ich kann mir auch vorstellen, dass auch die Angst vor Frauen (in dem Fall kombiniert mit Hass, sonst ist derjenige halt einfach bloss ängstlich) dazu führt, dass einer vergewaltigt. Die Situation verschafft ihm genug Kontrolle darüber, dass er das Gefühl hat über seiner Angst zu stehen und dem wovor er Angst hat.

Gibt wahrscheinlich noch andere Vergewaltiger, die sich nicht klein fühlen, aber extrem machtgeil sind (da könnte DSK einer davon sein).Aber auch die würden sich eher ein hilfloses Opfer suchen, wo sie glauben, dass sie damit durchkommen.

Ansonsten hilft Selbstbewusstsein natürlich schon, aber das war ja auch nicht das was ich bestritten habe, und damit kein Diskussionsgrund für mich.
Ist natürlich beim Mobbing auch so. Das kann ich ja als Mobbingopfer über 9 Jahre auch so bestätigen.
 
Fakt ist, daß bei einer Vergewaltigung immer die Lust an der Machtausübung und Kontrolle über die Frau der Auslöser ist und nicht der evtl. drückende S.... Denn dafür gibt es andere Möglichkeiten der Abhilfe. Vergewaltigung ist das Brechen der Selbstbestimmung der Frau und somit eine besonders perfide Art von Gewaltausübung.

Viele hier sollten deshalb unbedingt die Schiene a la "wenn das Opfer sich nicht so oder so verhalten hätte, also unsicher oder ängstlich gewesen wäre, blablabla... dann, ja, dann wäre ihr nichts passiert" verlassen und damit aufhören, dem Opfer nun ein zweites Mal den schwarzen Peter zuschieben zu wollen. (Das ist wohl der Gipfel der Perversion). Und es interessiert mich herzlich wenig, ob der Täter evtl. selber einmal Opfer war, was auch nicht wirklich nachvollziehbar ist, denn Männer werden nur zu 1 % vergewaltigt. Und bitte kommt mir nicht mit anderen "Eventualitäten" wie Missbrauch oder Schläge, die er in der Kindheit erhalten hat, denn das ist nicht im mindesten mit der Tortour einer Vergewaltigung zu vergleichen.

Eine Vergewaltigung ist nicht zu entschuldigen. Punkt. Auch nicht mit selber erlittenem Unrecht.


LG
U.
 
Fakt ist, daß bei einer Vergewaltigung immer die Lust an der Machtausübung und Kontrolle über die Frau der Auslöser ist und nicht der evtl. drückende S.... Denn dafür gibt es andere Möglichkeiten der Abhilfe. Vergewaltigung ist das Brechen der Selbstbestimmung der Frau und somit eine besonders perfide Art von Gewaltausübung.

Viele hier sollten deshalb unbedingt die Schiene a la "wenn das Opfer sich nicht so oder so verhalten hätte, also unsicher oder ängstlich gewesen wäre, blablabla... dann, ja, dann wäre ihr nichts passiert" verlassen und damit aufhören, dem Opfer nun ein zweites Mal den schwarzen Peter zuschieben zu wollen. (Das ist wohl der Gipfel der Perversion). Und es interessiert mich herzlich wenig, ob der Täter evtl. selber einmal Opfer war, was auch nicht wirklich nachvollziehbar ist, denn Männer werden nur zu 1 % vergewaltigt. Und bitte kommt mir nicht mit anderen "Eventualitäten" wie Missbrauch oder Schläge, die er in der Kindheit erhalten hat, denn das ist nicht im mindesten mit der Tortour einer Vergewaltigung zu vergleichen.

Eine Vergewaltigung ist nicht zu entschuldigen. Punkt. Auch nicht mit selber erlittenem Unrecht.


LG
U.

Hallo Urajup,

endlich mal eine Person mit Verstand.

Es gibt KEINE Entschuldigung für ein solches Verhalten, für mich sind diese Typen schwer krank und gehören bis zum bologischen Ende hinter Gittern!

Gruß

Martin
 
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Hallo zusammen,

ich überlege grad, warum hier die verschiedenen Ansichten dermaßen kollidieren, obwohl doch mit Sicherheit jeder hier der Meinung ist, dass eine Vergewaltung eine der schlimmsten Untaten ist, die es auf dieser Welt gibt.

Es liegt wohl daran, dass das Thema von unterschiedlichen Ebenen aus betrachtet wird.

Da gibt es die "Eindimensionalen", die sich ausschließlich auf das "Opfer" und die Tat beziehen und dabei jeden Hintergrund ausblenden. Eine Sichtweise, die eigentlich jeder einnehmen kann, die nie falsch ist und die immer auf Verständnis stößt.

Dann gibt es die "Zweidimensionalen", die sehen, dass Opfer und Täter sich bedingen, dass es beide braucht, damit sich das Geschehen verwirklichen kann.

Und dann gibt es die "Mehrdimensionalen", die dazu noch anerkennen, dass sich das Opfer seine Rolle sicher nicht bewusst ausgesucht hat. Wer ist schon freiwillig Opfer?
Daraus folgert, dass sich auch der Täter seine Rolle nicht freiwillig ausgesucht hat.
Hier wirken andere Instanzen und hier kann anerkannt werden, dass es Lebenssituationen gibt, die sich unserer Kontrolle entziehen. Ich persönlich nenne es Schicksal. Aber auch bei schicksalhaften Erfahrungen, wo die Dinge von außen herantreten, liegt der Angelpunkt immer in einem selbst, was natürlich noch lange nicht heisst, dass der Betreffende in irgendeiner "Schuld" steht.
Bei einer Betrachtungsweise auf dieser Ebene kann nicht mehr in Schuld/Unschuld, Täter/Opfer, Gut/Böse, Himmel/Hölle gedacht werden. Es gibt immer beides, nichts davon kann isoliert auftreten.
Astrologisch im 4. Quadranten angesiedelt.
Bei der mehrdimensionalen Sichtweise muss auch nicht mehr die Tat an sich bewertet werden, denn die ist letztlich "nur" das Resultat des unerlösten Erlebens einer Anlage, die sowohl Täter als auch Opfer haben.

Im Tierkreis ist alles, was Menschen jemals erleben können, potentiell enthalten. Astrologisch denkende Menschen wissen das und üben sich daher in der Regel im "neutralen" anschauen, im Wissen darum, dass astrologisch immer beide Pole gleichwertig vorhanden sind.

Wer ausschließlich die eindimensionale Sichtweise bevorzugt und nicht bereit ist, ein breiteres Blickfeld zuzulassen, ist m.E. in einem Esoforum falsch.

(ausschließlich meine Meinung)
lg
Gabi
 
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