Urknall: Selbstorganisation des Universums?

namor schrieb:
Also, was leistet das Teilsystem Religion für das Gesamtsystem Gesellschaft.
Und ich denke schon, dass die Menschen damals in hohem Grade die Religion einfach brauchten.
Es gab zu dieser Zeit nicht die Wissenschaft in der Form wie wir sie heute kennen. Der Begriff der Bildung, wie wir ihn heute verwenden, war so auch noch nicht erfunden.

Hallo Namor,
eigentlich was wir jetzt unter Geschichte der Welt verstehen sind Übrigbleibsel der hochentwickelten Kulturen, die vor mehr als 5,000 Jahren in der ganzen Welt geblüht haben. Das was wir über vedische Hochkultur heutzutage "wissen" stammt meistens aus dem Feder der christlichen Missionare (na ja, die haben eigentlich ganz wenig mit der Lehre Christi zu tun gehabt). Sie waren alle der "heidnischen" Kultur neidisch und somit voreingenommen. Sie wollten die westliche Kultur über die orientale erheben, oder haben vielles einfach nicht verstehen können, da sie kein Zugang zu diesem Wissen gehabt haben, oder haben wollten. Auf jeden fall, haben sie nicht objektiv über die anderen Kulturen und Religionen berichtet.

Vor mehr als 5,000 Jahren (manche Städte wie Mohenjo Daro sind mindestens 10,000 Jahre alt, also vor sogennanter Arierinvansion) gab es sehr wohl eine hochentwickelte Wissenschaft. Ich werde nur ein Beispiel nennen: vedische Mathematik. Diese Wissenschaften waren sehr praktisch bezogen, sehr einfach in ihrer Anwendung (aber nicht so einfach zum lernen) und sehr präzise. Und vor allem haben sie sich mit mehr als nur drei Dimensionen beschäftigt.

Die vedischen Seher und altindischen Wissenschaftler und Mathematiker haben die Mathematik in der Natur beobachtet, in Form von fundamentalen Konzepten, wobei die verschiedenen Formen und Muster die kosmischen Wahrheiten im Mikro- und Makroaspekt versinnbildlichen. Dieser Gesichtspunkt ist sehr gut im folgenden Upanishad-Mantra illustriert - 'Anoraniyan Mahato Mahiyan…' (Katha Upanishad, II. 20).

Hier wird das 'Höhere Wesen' als 'Obere Schranke' und 'Untere Schranke' einer Menge ausgedrückt. Das heißt, ER ist kleiner als das Infimum und größer als das Supremum. Das Ergebnis wird (i) unzählbar (mathematisch) und (ii) unbegrenzt sein (metaphysisch).

Die Mathematik wurde aus den fundamentalen Begriffen von Ziffer, Wert, Null und Unendlichkeit entwickelt bis zu den fortgeschrittenen Konzepten, die ihre Anwendung in der künstlichen Intelligenz, computergestützten numerischen Methoden, Philosophie, Wissenschaft, Kunst etc. finden. Man wird tatsächlich von der fruchtbaren Imagination der alten Seher und Gelehrten verblüfft, welche die Mathematik in der Natur in all ihrer Größe beobachteten und die großen mathematischen Wahrheiten und Konzepte in Hymnen, Sätzen und Postulaten ausdrückten, die zugleich lyrisch wunderschön und mathematisch korrekt sind, was Bände über sie spricht. Unnötig zu erwähnen, daß diese Methoden, Konzepte und Techniken der Mathematik in Form von Slokas und Sutras (Aphorismen) von den altindischen Sehern und Gelehrten Jahrhunderte vor ihren modernen Entsprechungen eingesehen wurden.

Die Veden sind die früheste systematische Literatur in der ganzen Welt, die seit Jahrtausenden existiert und die Zeiten überdauert hat und immer noch die Menschheit mit erneuerter Frische und Vitalität herausfordert. Die Veden, die der Springquell von Wissen und Weisheit sind, sind auf festen Strukturen gebaut, die bestimmt, klar, unzweideutig, generativ und vollständig sind, also die Eigenschaften eines Algorithmus erfüllen! Dies beweist klar die Tatsache, daß die Veden die höchste Offenbarung für die alten Rsis (Seher) sind und nicht ein bloßes Kompendium, eine Sammlung von Literatur aus verschiedenen Teilen der Welt, und nirgends sonst existiert eine zweite Version der Veden. Deshalb müssen die Veden mit der angemessenen Perspektive studiert und analysiert werden, damit die in ihnen verborgenen Wahrheiten aufgedeckt werden können. Nun wollen wir uns einige Standardbeispiele aus den Veden und anderen altindischen Quellen auf den verschiedenen Niveaus der Mathematik vornehmen, das heißt von der einfachen Arithmetik zu Algebra, Analysis, Polynomen, Astronomie, Geometrie etc., die uns einen kleinen Einblick in die riesige Reichweite derselben erlauben.

Wir kommen nun zu den Veden. Der überragende, fundamentale Beitrag, für den die ganze Welt dem alten Indien verpflichtet ist, ist die Erfindung der Dezimalziffern, der Null und der Unendlichkeit, zum Beispiel: 576, 685, 1998 etc. Kann es eine elegantere, bessere Methode geben, in der die Ziffern an der Einer-, Zehner-, Hunderter-, oder Tausenderstelle plaziert sind, was ihren jeweiligen Wert und ihre Größe angibt?

Seit der vedischen Zeit bildete Dasa (zehn) die Basis des Zahlensystems in Indien, dennoch finden wir in späteren Arbeiten auch neun und zwei als Basis. Wir sehen, daß eine Liste von Ziffernbeträgen in der zwölften Zehnerpotenz (d.h. die Eins gefolgt von 12 Nullen) Parardha heißt [Yaj. Veda Samhita (Vajasaneyi. XVII.2)] und finden dies erweitert auf bis zu 1019 (Loka) mit leicht veränderter Terminologie in der Miatrayani (II.8.14) und Kathaka Samhita (XVII.10). Aber in der Tandya Brahmana (VII.14.2) der Samaveda werden 32 Stellen erwähnt (Dvatrimsat Sankhyasthanah), d.h. 1, 10, … 1000 - 1025, 1031. In der berühmten Valmiki Ramayana wird gar bis 1060 (Mahouga) gezählt [Val. Ram. Yuddhakanda. 28, 33-38]. Ähnlich finden wir in jainistischenund in buddhistischen Arbeiten wie der Tatvaethadigama Sutra, Suryapragnapati, Anuyogadwarasutra (100 - 600 v.Chr.) Zahlen von astronomischen Dimensionen. Beispielsweise finden wir Mikro- und Makrozahlen bekannt als Avasannasanna:

(X-x Sekunden) X = YYY…(134 mal) mit Y=1010 10…134

wohingegen Sirsaprahelika (eine Periode) nach Jyotiskarandaka 8 400 00036 Jahren gleicht. Vergleichbar dazu gibt es in einer berühmten und geschätzten buddhistischen Arbeit, die Lalitavistara heißt (120 v.Chr.), einige Folgen von Zahlen bis hin zu einer gigantischen 10421, wobei in allen oben angegebenen Referenzen jede Stelle einen eigenen Namen bekommen hat. Dagegen war für die zeitgenössischen Griechen nur die 10 000, also 104 die größte Zahl, die sogenannte Myriade!

Dies bringt einen ernsthaft zum Nachdenken, warum die alten Inder solch gigantische Zahlen benutzt haben. Diese Größen sind besonders in Bezug auf Kala (Zeit) und andere der Astronomie verwandte Themen gebräuchlich. Genauso findet man sehr große Zahlen, die im kleinen Maßstab benutzt wurden, für Materialkunde und in Zeitangaben. Ebenso viele Quellen könnte man zu Themen wie Progression oder arithmetischen Operationen zitieren.



Jetzt ein paar Rechenbeispiele:

Division

Auch für die Division haben wir eine Vielzahl von Methoden, die die Probleme lösen. Wir wollen die folgenden Beispiele betrachten:

Dividiere 1122 durch 89.

Auf konventionellem Weg würde dies lange dauern und besonders mühsam werden, wenn man mit höheren Stellen zu tun hat. Wie wir jetzt sehen werden, ist die VM Methode sehr elegant und schneller als die konventionelle.

89) 1 1 2 2

1 1

11 2 2

1 2 5 4

Methode: Nimm das Komplement von 89, also 11. Übernimm die erste 1 ins Ergebnis, multipliziere jede Stelle des Komplements damit und schreibe die beiden Produkte unter die nächsten beiden Ziffern. Summiere die zweite Spalte auf, schreib das Ergebnis nieder, multipliziere die Komplementstellen damit und schreibe die Produkte in die nächsten beiden Spalten. Summiere den Rest. Also q=12 und r=54!

Dividiere 121234 durch 8998

Selbst in diesem Fall kann das Ergebnis leicht als c=13 und r=4260. Die Spezialität dieser Methode ist, daß man eine Genauigkeit von beliebig vielen Nachkommastellen durch Fortsetzen der Prozedur erreichen kann.

8998) 1 2 1 2 3 4

1002 1 0 0 2

3 0 0 6

1 3 4 2 6 0

Es wurde die selbe Methode wie oben benutzt.

Ebenso existieren eine Menge interessanter Methoden zur Lösung von quadratischen und biquadratischen Gleichungen. Wir wollen noch ein Beispiel betrachten:

x – 2 x – 3 x – l x – 4

----- + ----- = ----- + -----

x – 3 x – 4 x – 2 x – 5

Die Werte für x können ganz direkt aufgeschrieben werden, nämlich

x = 7/2 und x = 5/2

Die Formel, die dabei benutzt wurde, lautet D1 + D2 = D3 + D4, wobei D1, …, D4 Nenner sind, und N1 + N2 = N3 + N4, mit N1, …, N4 als Zähler. Wir erhalten also die beiden oben notierten Werte für x.

Ehe wir andere mathematische Themen aufgreifen, sollten wir einige Beispiele zum philosophischen Aspekt der Zahlen anführen, die sich die alten Seher sehr effektiv zunutze machten.

Wir wollen jetzt dieses äußerst interessante Beispiel betrachten. Die Idee, mit neun Zahlen und der Null zu zählen, ist ein indisches System, das in engem Zusammenhang mit der neunmonatigen Entwicklung des menschlichen Embryos steht. Der Mensch entwickelt sich über neun Monate und durchläuft dabei neun sukzessive Phasen wie die neun Zahlen, seine Geburt wird im zehnten Monat vollendet, und dies ist der zehnte Avatara des 'MENSCHEN', um es bildlich auszudrücken. Ebenso hat der Körper neun Öffnungen (Navadvara), und die zehnte ist das Brahmadvara, das in der weichen Zone des Kopfes eines Neugeborenen gelegen ist. Diese kleine Mikroöffnung rief den Brahmarandhra an der Oberseite des Kopfes, durch die ein Yogi seinen Körper verläßt. Folglich ist die zehnte Öffnung das Tor zur höchsten Entwicklungsstufe, ähnlich seiner Geburt aus dem Mutterleib im zehnten Monat. Im ersten Fall wird er abwärts ausgetragen, im zweiten aufwärts! Dies ist die Essenz der Geschichte der Befreiung des Menschen von den fesselnden Begrenzungen der Materie, die in zahlreichen philosophischen tantrischen und musikalischen Texten wunderschön geschildert wird.

Genauso wurde das Konzept der Mengen und der Kardinalzahlen von den Sehern und Gelehrten erdacht. Zum Beispiel haben Zahlen eine tiefe Bedeutung, die sieben als Saptaswara (sieben Grundtöne der Musik), Sapta Rsis (sieben große Weisen), Saptavarna (sieben Farben), oder die neun Planeten (Navagrahas), Navanidhi (neun Schätze), Dasadik (zehn Gebote), Ekadasa Rudra (elf Rudras), Dvadasamasa (zwölf Monate), Saptavimsat Nakshatrah (27 Sterne) usw.

Man kann viele weitere Beispiele aus verschiedenen Zweigen der Mathematik anführen, sogar in der Geometrie: die Sulva Sutras (die der Ursprung der Geometrie sind) benutzen dieses Fachgebiet der Mathematik, um eine Vielzahl von Opferaltaren zu konstruieren. Die prächtigen Tempel bezeugen die Fähigkeiten und Muster der Arbeiter und sind lebendige Beispiele der angewandten Mathematik.

Mehr kann man unter http://www.vedicmaths.org/ erfahren.
Mit Liebe
Nitai
 
Werbung:
Von www.armin-risi.ch

Die Wirkungsweise der materiellen Energie ist verwirrend. Sie läßt sich mit dem Meer vergleichen, das zahllose Wellen hervorbringt. Die Wellen kann man in einem Sinn tatsächlich als Illusion bezeichnen, denn sie existieren nicht wirklich. Sie wandeln sich konstant und sind nichts anderes als zeitweilige Formen, die aus der Substanz des Meeres entstehen und sogleich wieder vergehen. Viele Forscher tauchen blind in die atomaren Strukturen der Materie ein, um herauszufinden, was die Materie in Wirklichkeit ist – und finden nichts. Sie gleichen einem Menschen, der herausfinden will, was eine Welle ist, indem er in die Wellen greift, um sie zu be-greifen. Aber die Welle an sich gibt es gar nicht, es gibt nur das Wasser. Deshalb jedoch zu denken, daß es überhaupt keine Vielfalt gebe, nur weil sich die Wellenvielfalt als Illusion enthüllt, wäre ein großer Denkfehler. Der Trugschluß besteht darin, daß man bloß durch die Verneinung der materiellen Gegebenheiten auf das Absolute schließt.

Die Welle gibt es nicht wirklich, aber das Wasser. Ebenso gibt es die materiellen Formen nicht wirklich, aber die materielle Energie. Diese bringt nach höheren Mustern (gemäß den Urbildern der spirituellen Welt) die zeitweiligen materiellen Formen hervor, so wie das Wasser die Wellen gemäß seiner inhärenten Struktur hervorbringt. (Siehe da mal die Theorie von Global Scaling, An. v. Nitai) Die materielle Energie hat eine inhärente Struktur, weil sie eine Energie Gottes ist.

Hierin besteht die absolute Vollkommenheit Gottes. Sie beinhaltet sogar das Zeitweilige. Aber das Verwirrende ist, daß sogar den zeitweiligen Formen die Ewigkeit innewohnt. Ihre Substanz ist spirituell (ewig, immateriell), aber die manifestierten Formen sind illusorisch, da zeitweilig. Der größte Fehler nun besteht in der Projektion der materialistischen Sichtweise auf das Absolute, was dazu verführt zu denken, nur weil die materiellen Formen Illusion seien, sei jegliche Form und jegliche Vielheit Illusion!!! Alles ist letztlich Gottes Energie (Brahman): sarvam khalv' idam brahma. Dies bedeutet jedoch nicht, daß letztlich alles unpersönlich oder undifferenziert ist. Vielmehr bedeutet dies, daß man lernen muß, alles als Gottes Energie zu sehen, um auf diese Weise fähig zu werden, alles als Gottes Energie zu behandeln, auch die zeitweiligen Formen (z.B. den eigenen Körper und den Planeten, auf dem man lebt). Anmerkung v. Nitai: Und das ist die endgültige und einzige Lösung für alle Probleme in der Welt!

Die Materie ist also Gottes Energie und bringt zahllose Atome hervor wie das Wasser des Meeres die zahllosen Wellen. Die monistischen Anschauungen führen zwangsläufig zu absurden Konzepten: Obwohl es zahllose Lebewesen im Universum gibt, die Form haben und Form wahrnehmen, sagen sie, es gebe in „Wirklichkeit“ weder Form noch Person, weder Individualität noch Vielheit. Dies sei alles nur Illusion. Ich würde mir nur einbilden, daß ich existiere, aber in „Wirklichkeit“ gebe es mich gar nicht. Es gebe nur das All-Eine (Brahman/Nichts/Nirvana/Tao). – Aber wenn es mich als Individualität nicht gibt, wie kann ich mir dann überhaupt vorstellen, daß es mich gibt? Wie kann etwas, das gar nicht existiert, sich vorstellen, es existiere?? Das sei eben, lautet die materialistische, monistische oder buddhistische Antwort, das Geheimnis des absoluten Widerspruches, den man nicht verstehen könne, solange man noch in Illusion sei und denke, man existiere.

Diese Ansichten widersprechen aber der Natur des Absoluten: acintya bhedabheda-tattva. Das Absolute ist das Allumfassende. Es umfaßt alles, Einheit und Vielheit, Energie und Person, Mythos und Logos. Das Absolute ist mythisch und logisch. Gott ist nicht nur unverständlich/widersprüchlich/absurd, sondern genauso auch verständlich/harmonisch/höchst sinn-voll. Deswegen wies ich schon am Anfang (S. 29) auf den wichtigen vedischen Prüfstein hin: das Logische. „Das Logische ist immer ein guter, gottgegebener Maßstab für die Wahrheit.“

Doch der Materialismus wie auch der Monismus machen letztlich keinen Sinn. Sie vertreten Halbwahrheiten, die durch Wortspielereien zu Unwahrheit werden.
 
Nitai schrieb:
Hallo Namor,
eigentlich was wir jetzt unter Geschichte der Welt verstehen sind Übrigbleibsel der hochentwickelten Kulturen, die vor mehr als 5,000 Jahren in der ganzen Welt geblüht haben. Das was wir über vedische Hochkultur heutzutage "wissen" stammt meistens aus dem Feder der christlichen Missionare (na ja, die haben eigentlich ganz wenig mit der Lehre Christi zu tun gehabt). Sie waren alle der "heidnischen" Kultur neidisch und somit voreingenommen. Sie wollten die westliche Kultur über die orientale erheben, oder haben vielles einfach nicht verstehen können, da sie kein Zugang zu diesem Wissen gehabt haben, oder haben wollten. Auf jeden fall, haben sie nicht objektiv über die anderen Kulturen und Religionen berichtet.

Vor mehr als 5,000 Jahren (manche Städte wie Mohenjo Daro sind mindestens 10,000 Jahre alt, also vor sogennanter Arierinvansion) gab es sehr wohl eine hochentwickelte Wissenschaft. Ich werde nur ein Beispiel nennen: vedische Mathematik. Diese Wissenschaften waren sehr praktisch bezogen, sehr einfach in ihrer Anwendung (aber nicht so einfach zum lernen) und sehr präzise. Und vor allem haben sie sich mit mehr als nur drei Dimensionen beschäftigt.

Die vedischen Seher und altindischen Wissenschaftler und Mathematiker haben die Mathematik in der Natur beobachtet, in Form von fundamentalen Konzepten, wobei die verschiedenen Formen und Muster die kosmischen Wahrheiten im Mikro- und Makroaspekt versinnbildlichen. Dieser Gesichtspunkt ist sehr gut im folgenden Upanishad-Mantra illustriert - 'Anoraniyan Mahato Mahiyan…' (Katha Upanishad, II. 20).

Hier wird das 'Höhere Wesen' als 'Obere Schranke' und 'Untere Schranke' einer Menge ausgedrückt. Das heißt, ER ist kleiner als das Infimum und größer als das Supremum. Das Ergebnis wird (i) unzählbar (mathematisch) und (ii) unbegrenzt sein (metaphysisch).

Die Mathematik wurde aus den fundamentalen Begriffen von Ziffer, Wert, Null und Unendlichkeit entwickelt bis zu den fortgeschrittenen Konzepten, die ihre Anwendung in der künstlichen Intelligenz, computergestützten numerischen Methoden, Philosophie, Wissenschaft, Kunst etc. finden. Man wird tatsächlich von der fruchtbaren Imagination der alten Seher und Gelehrten verblüfft, welche die Mathematik in der Natur in all ihrer Größe beobachteten und die großen mathematischen Wahrheiten und Konzepte in Hymnen, Sätzen und Postulaten ausdrückten, die zugleich lyrisch wunderschön und mathematisch korrekt sind, was Bände über sie spricht. Unnötig zu erwähnen, daß diese Methoden, Konzepte und Techniken der Mathematik in Form von Slokas und Sutras (Aphorismen) von den altindischen Sehern und Gelehrten Jahrhunderte vor ihren modernen Entsprechungen eingesehen wurden.

Die Veden sind die früheste systematische Literatur in der ganzen Welt, die seit Jahrtausenden existiert und die Zeiten überdauert hat und immer noch die Menschheit mit erneuerter Frische und Vitalität herausfordert. Die Veden, die der Springquell von Wissen und Weisheit sind, sind auf festen Strukturen gebaut, die bestimmt, klar, unzweideutig, generativ und vollständig sind, also die Eigenschaften eines Algorithmus erfüllen! Dies beweist klar die Tatsache, daß die Veden die höchste Offenbarung für die alten Rsis (Seher) sind und nicht ein bloßes Kompendium, eine Sammlung von Literatur aus verschiedenen Teilen der Welt, und nirgends sonst existiert eine zweite Version der Veden. Deshalb müssen die Veden mit der angemessenen Perspektive studiert und analysiert werden, damit die in ihnen verborgenen Wahrheiten aufgedeckt werden können. Nun wollen wir uns einige Standardbeispiele aus den Veden und anderen altindischen Quellen auf den verschiedenen Niveaus der Mathematik vornehmen, das heißt von der einfachen Arithmetik zu Algebra, Analysis, Polynomen, Astronomie, Geometrie etc., die uns einen kleinen Einblick in die riesige Reichweite derselben erlauben.

Wir kommen nun zu den Veden. Der überragende, fundamentale Beitrag, für den die ganze Welt dem alten Indien verpflichtet ist, ist die Erfindung der Dezimalziffern, der Null und der Unendlichkeit, zum Beispiel: 576, 685, 1998 etc. Kann es eine elegantere, bessere Methode geben, in der die Ziffern an der Einer-, Zehner-, Hunderter-, oder Tausenderstelle plaziert sind, was ihren jeweiligen Wert und ihre Größe angibt?

Seit der vedischen Zeit bildete Dasa (zehn) die Basis des Zahlensystems in Indien, dennoch finden wir in späteren Arbeiten auch neun und zwei als Basis. Wir sehen, daß eine Liste von Ziffernbeträgen in der zwölften Zehnerpotenz (d.h. die Eins gefolgt von 12 Nullen) Parardha heißt [Yaj. Veda Samhita (Vajasaneyi. XVII.2)] und finden dies erweitert auf bis zu 1019 (Loka) mit leicht veränderter Terminologie in der Miatrayani (II.8.14) und Kathaka Samhita (XVII.10). Aber in der Tandya Brahmana (VII.14.2) der Samaveda werden 32 Stellen erwähnt (Dvatrimsat Sankhyasthanah), d.h. 1, 10, … 1000 - 1025, 1031. In der berühmten Valmiki Ramayana wird gar bis 1060 (Mahouga) gezählt [Val. Ram. Yuddhakanda. 28, 33-38]. Ähnlich finden wir in jainistischenund in buddhistischen Arbeiten wie der Tatvaethadigama Sutra, Suryapragnapati, Anuyogadwarasutra (100 - 600 v.Chr.) Zahlen von astronomischen Dimensionen. Beispielsweise finden wir Mikro- und Makrozahlen bekannt als Avasannasanna:

(X-x Sekunden) X = YYY…(134 mal) mit Y=1010 10…134

wohingegen Sirsaprahelika (eine Periode) nach Jyotiskarandaka 8 400 00036 Jahren gleicht. Vergleichbar dazu gibt es in einer berühmten und geschätzten buddhistischen Arbeit, die Lalitavistara heißt (120 v.Chr.), einige Folgen von Zahlen bis hin zu einer gigantischen 10421, wobei in allen oben angegebenen Referenzen jede Stelle einen eigenen Namen bekommen hat. Dagegen war für die zeitgenössischen Griechen nur die 10 000, also 104 die größte Zahl, die sogenannte Myriade!

Dies bringt einen ernsthaft zum Nachdenken, warum die alten Inder solch gigantische Zahlen benutzt haben. Diese Größen sind besonders in Bezug auf Kala (Zeit) und andere der Astronomie verwandte Themen gebräuchlich. Genauso findet man sehr große Zahlen, die im kleinen Maßstab benutzt wurden, für Materialkunde und in Zeitangaben. Ebenso viele Quellen könnte man zu Themen wie Progression oder arithmetischen Operationen zitieren.



Jetzt ein paar Rechenbeispiele:

Division

Auch für die Division haben wir eine Vielzahl von Methoden, die die Probleme lösen. Wir wollen die folgenden Beispiele betrachten:

Dividiere 1122 durch 89.

Auf konventionellem Weg würde dies lange dauern und besonders mühsam werden, wenn man mit höheren Stellen zu tun hat. Wie wir jetzt sehen werden, ist die VM Methode sehr elegant und schneller als die konventionelle.

89) 1 1 2 2

1 1

11 2 2

1 2 5 4

Methode: Nimm das Komplement von 89, also 11. Übernimm die erste 1 ins Ergebnis, multipliziere jede Stelle des Komplements damit und schreibe die beiden Produkte unter die nächsten beiden Ziffern. Summiere die zweite Spalte auf, schreib das Ergebnis nieder, multipliziere die Komplementstellen damit und schreibe die Produkte in die nächsten beiden Spalten. Summiere den Rest. Also q=12 und r=54!

Dividiere 121234 durch 8998

Selbst in diesem Fall kann das Ergebnis leicht als c=13 und r=4260. Die Spezialität dieser Methode ist, daß man eine Genauigkeit von beliebig vielen Nachkommastellen durch Fortsetzen der Prozedur erreichen kann.

8998) 1 2 1 2 3 4

1002 1 0 0 2

3 0 0 6

1 3 4 2 6 0

Es wurde die selbe Methode wie oben benutzt.

Ebenso existieren eine Menge interessanter Methoden zur Lösung von quadratischen und biquadratischen Gleichungen. Wir wollen noch ein Beispiel betrachten:

x – 2 x – 3 x – l x – 4

----- + ----- = ----- + -----

x – 3 x – 4 x – 2 x – 5

Die Werte für x können ganz direkt aufgeschrieben werden, nämlich

x = 7/2 und x = 5/2

Die Formel, die dabei benutzt wurde, lautet D1 + D2 = D3 + D4, wobei D1, …, D4 Nenner sind, und N1 + N2 = N3 + N4, mit N1, …, N4 als Zähler. Wir erhalten also die beiden oben notierten Werte für x.

Ehe wir andere mathematische Themen aufgreifen, sollten wir einige Beispiele zum philosophischen Aspekt der Zahlen anführen, die sich die alten Seher sehr effektiv zunutze machten.

Wir wollen jetzt dieses äußerst interessante Beispiel betrachten. Die Idee, mit neun Zahlen und der Null zu zählen, ist ein indisches System, das in engem Zusammenhang mit der neunmonatigen Entwicklung des menschlichen Embryos steht. Der Mensch entwickelt sich über neun Monate und durchläuft dabei neun sukzessive Phasen wie die neun Zahlen, seine Geburt wird im zehnten Monat vollendet, und dies ist der zehnte Avatara des 'MENSCHEN', um es bildlich auszudrücken. Ebenso hat der Körper neun Öffnungen (Navadvara), und die zehnte ist das Brahmadvara, das in der weichen Zone des Kopfes eines Neugeborenen gelegen ist. Diese kleine Mikroöffnung rief den Brahmarandhra an der Oberseite des Kopfes, durch die ein Yogi seinen Körper verläßt. Folglich ist die zehnte Öffnung das Tor zur höchsten Entwicklungsstufe, ähnlich seiner Geburt aus dem Mutterleib im zehnten Monat. Im ersten Fall wird er abwärts ausgetragen, im zweiten aufwärts! Dies ist die Essenz der Geschichte der Befreiung des Menschen von den fesselnden Begrenzungen der Materie, die in zahlreichen philosophischen tantrischen und musikalischen Texten wunderschön geschildert wird.

Genauso wurde das Konzept der Mengen und der Kardinalzahlen von den Sehern und Gelehrten erdacht. Zum Beispiel haben Zahlen eine tiefe Bedeutung, die sieben als Saptaswara (sieben Grundtöne der Musik), Sapta Rsis (sieben große Weisen), Saptavarna (sieben Farben), oder die neun Planeten (Navagrahas), Navanidhi (neun Schätze), Dasadik (zehn Gebote), Ekadasa Rudra (elf Rudras), Dvadasamasa (zwölf Monate), Saptavimsat Nakshatrah (27 Sterne) usw.

Man kann viele weitere Beispiele aus verschiedenen Zweigen der Mathematik anführen, sogar in der Geometrie: die Sulva Sutras (die der Ursprung der Geometrie sind) benutzen dieses Fachgebiet der Mathematik, um eine Vielzahl von Opferaltaren zu konstruieren. Die prächtigen Tempel bezeugen die Fähigkeiten und Muster der Arbeiter und sind lebendige Beispiele der angewandten Mathematik.

Mehr kann man unter http://www.vedicmaths.org/ erfahren.
Mit Liebe
Nitai

Hallo Nitai,

hier nur mal ein ganz herzliches Dankeschön für die Mathestunde. Ich habe mich bei Vedicmaths umgeschaut und finde es echt genial. Das hätte mir in der Schule damals mal passieren müssen. Ich werde mir bei Gelegenheit mal ein Buch bestellen.

Also Danke

MfG

namor
 
danke für diese wunderbaren Beiträge!
es war faszinierend das zu lesen und Armin Risis Page habe ich auch besucht.
Ich habe Bücher von Secharia Sitchin gelesen und so bilden wir uns halt unser Putzel Stück um Sück. Auch Tuth Ench Amon und Echnaton faszinieren mich. Ich habe die Bücher von Barbara Hand Clow gelesen und war in Ägypten

Die Veden interessieren mich, ich weiss nur nicht wo ich ansetzen soll. Kannst du mir bitte einen Tip geben?
Danke dir nochmals Karuna :danke:
 
Der Tanz des Shiva


Ich bin in der Mitte des Regenbogens
der sich zum Kreise schloss

Sterne singen von Ewigkeit
Planeten ziehen ihre Bahnen

Ich bin Bewahrer
und Zerstörer

frei und kraftvoll
tanze ich

zur Musik der Sterne

von Karuna :)
 
Karuna schrieb:
danke für diese wunderbaren Beiträge!
es war faszinierend das zu lesen und Armin Risis Page habe ich auch besucht.

Die Veden interessieren mich, ich weiss nur nicht wo ich ansetzen soll. Kannst du mir bitte einen Tip geben?
Danke dir nochmals Karuna :danke:

Liebe Karuna,

ich danke für die Rosen!
Um die Veden in ihren wahren Lichte kennenzulernen, ist es wichtig sie aus der richtigen Quelle zu empfangen, also aus der Tradition.
Ich würde dir da mal die Werke von Walter Eidlitz empfehlen oder von Bhakti Tirtha Swami (die deutschen Ausgaben kannst du sogar bei mir beziehen). Bhakti Tirtha Swami gibt die Essenz der Veden auf ganz leicht verständliche Weise für heutige Zeit. Und dann gibt es natürlich die Klassiker von Bhaktivedanta Swami Prabhupada wie "Bhagavad-gita wie sie ist" usw., aber das ist eher etwas für die harten Burschen. Folge einfach die Links in meiner Signatur.

Mit Liebe
Nitai
 
ich habe über das "Krishna Bewusstsein" gelesen und das hat mir sehr gefallen.

Hier noch etwas über den Urknall:
Marcus Schmieke – Der Urknall, Schöpfungsmythos im Zeitalter der Atombombe

Der Physiker Markus Schmieke stellt hier das Standardmodell der zeitgenössischen Physik zur Entstehung des Universums, die Urknalltheorie, sowie die Einwände von seiten verschiedener moderner Physiker dar, um dann zum vedischen Modell überzuleiten. Während die Urknalltheorie von einem linearen Verlauf der kosmischen Entwicklung ausgeht, spricht die vedische Kosmologie von einer zyklischen Abfolge von Werden und Vergehen des Universums.

Auszug aus der Zeitschrift Tattva Viveka, Science und Philosophie

Steiner spricht ja auch in seinem Buch Akasha Chronik von einem "Weltentag" und einer darauf folgenden "Weltennacht"

Es ist dieser Atem des Universums, den wir auch bei Vipassana Meditation erfahren. Und dieses Einatmen und ausatmen höre ich am Meer, wenn die Welle kommt und geht. Es ist das Pulsieren und Atmen von Gott, den wir in der Natur überall anwesend fühlen.
Danke Karuna :)
 
Werbung:
Dieser Satz von Arnim Risi ist bei mir auf grenzenlose Symphatie gestossen:
_______________________________________________________________
"Das "Ego" ist unsere materielle Identifikation, und die Individualität ist unsere wahre Identität als ewiger Teil Gottes, als spirituelle Seele, die unsterblich und nicht materiell ist. Dies zu erkennen ist Ziel und Inhalt aller gottoffenbarten Wege."
_________________________________________________________________

Es herrscht Verwirrung, was das Ego angeht, finde ich.
Denn das Ego und das Selbst, da besteht ja gerade der Unterschied.

Somit geht es um eine Kontinuität des Geistes und Bewusstseins?
Durch die Reinkarnationen und nicht ein "Sichauflösen" in einem Unendlichen Meer.
Danke Karuna :)
 
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