Unser Sozialstaat in der Praxis

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Auch ganz interessant: Bei meinen Recherchen bezüglich der überall tobenden individuelle Kämpfe um offiziell zustehende Sozialleistungen habe ich zum Thema "Burnout" folgendes festgestellt: Diese Modekrankheit wird als solche nicht anerkannt, sondern bewusst in die Schmuddelecke gedrückt. Im ICD-10 Standard, der alle Krankheiten des Menschen auflistet, findet sich dieses Wort mehrfach bei ähnlichen Diagnosen, aber explizit als Ausschluss. Gelistet ist es dann im Bereich "Was das Gesundheitssystem (unberechtigterweise) belastet", wird also in einer Reihe mit z.B. Simulation genannt.

Also als Schmuddelecke würde ich das jetzt nicht unbedingt bezeichnen; ich würde da jetzt auch nicht zuviel reininterpretieren => „Simulant“. Ich würde das nicht überbewerten, aber wenn man schlechte Erfahrungem mit dem bestehenden System gemacht hat, dann ist man leicht :wut1: Beides war der "Gruppe" "Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung" zugeordnet. Ich schreibe "war" weil das "ICD" ja ständig überbearbeitet wird...

Es ist einfach so, das die für jedes Wehwehchen eine „angemessene Bezeichnung“ :rolleyes: benötigen, damit sie das ja ordentlich :tomate: Abrechnen können. Es hätte schlimmer eingeordnet werden können. Was mich allerdings verwundert ist, das Burnout nicht im Kapitel V als "Ausschluß" aufgeführt wurde - immerhin gibt es eine ähnliche Symptomatik bei Burnout und Depression.

Und zu der Bezeichnung "Ausschluß" (auch Differentialdiagnose genannt) - das ist nur ein Hinweis für den Arzt, das er bedenken muß, das auch Diagnose XY zutreffen könnte und das ausgeschlossen werden muß.
 
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Wenn man jung ist kann man naturgemäß nicht aus eigener Erfahrung sprechen. Trotzdem dürfen junge Menschen selbstverständlich mitreden und ihr Denken schärfen.
Je nachdem, wo und wie man aufgewachsen ist. Gibt ja schliesslich einige Jugendliche, deren Eltern Hartz IV bekommen.
Diese könnten wahrscheinlich nicht mitreden, wenn es um Luxusgüter geht, aber wie es sich anfühlt, von den Medien als "Schmarotzer" hingestellt zu werden, wissen sie bestimmt.
 
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