Umfrage zu heutiger Propaganda über 1933-45

  • Ersteller Ersteller 0bst
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Was meint ihr zur heutigen Propaganda über 1933-45 in den Medien

  • Das sollte täglich oder wöchentlich wiederholt werden.

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  • Umfrageteilnehmer
    24
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Ich hab ja auch nichts von Propaganda gesagt, somdern dass man im Threadtitel das Wort Propaganda durch Aufklärung ersetzen sollte

Der Titel ist schon richtig, man sollte dann aber auch das Eingangsposting lesen und sich fragen, ob wir daraus gelernt haben und dann wird Propaganda verständlicher.

Wir haben nicht gelernt aus den Geschehnissen von vor 70 Jahren.
 
Richtig, aber wenn man das Salz nicht versteht und nicht daraus lernt, kann das Salz ablenken.

Oder anders gesagt, nachdem was Deutschland vor 70 Jahren angestellt hat, hätte es nie einer der größten Kriegswaffenlieferanten weltweit werden dürfen.

Nur, wir profitieren daran, alle, dieser Wirtschaft geht es gut, sehr gut. Gespaltene Zunge !

Und wenn es auffällt, oder jetzt Mittelmeer, gedenken wir mal schön ............
 
Wie war das eigentlich mit dem KZ Mauthausen, in der Nähe von Linz? Ich gehe mal davon aus, dass auch die östereichische Bevölkerung genau gewusst hat, was da so passiert.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Bevölkerung wusste was da los war. Die Nazis veranstalteten im Feb. 1945 mit entflohenen russischen Häftlingen die sogenannte "Mühlviertler Hasenjagd". Es gibt einen sehr bewegenden österreichischen Film darüber.

Zu einigen der sogenannten Außenlager (verstreut in ganz Oberösterreich) mussten die Häftlinge in Treks zu Fuß marschieren, auch durch Ortschaften, viele starben auf diesen Märschen vor Erschöpfung oder wurden von der Begleitmannschaft zu Tode geprügelt oder erschossen.
Das Lager im Ibner Moor (siehe Ludwig Laher) wurde auch nicht von Außerirdischen betrieben, genau so wenig wie die KZs und Internierungslager in Deutschland. Ebenso hing das Warschauer Ghetto nicht im luftleeren Raum.
In Deutschland und Österreich wurden zig tausende von Zwangsarbeitern eingesetzt, die unter den unmenschlichen Bedingungen starben wie die Fliegen. Ich bin ziemlich sicher, dass die Menschen in der Umgebung der Großbaustellen und den Fabriken dieser Umstand nicht entgangen ist.
Auch in Buchenwald wurden die Häftlinge lange Zeit durch die Stadt vom Bahnhof zum Lager getrieben und in aller Öffentlichkeit misshandelt.
"In den Tagen nach dem antijüdischen Pogrom im November 1938 deportierte die SS 10.000 jüdische Männer in das KZ Buchenwald. Sie kamen unter anderem aus Breslau, Dresden, Frankfurt, Bielefeld, Aachen sowie aus ganz Thüringen. Mit der Reichsbahn wurden sie zum Weimarer Hauptbahnhof transportiert, wo sie von SS-Leuten und Hilfspolizisten durch den Tunneldurchgang getrieben und zusammengeschlagen wurden. Die Misshandlungen fanden in aller Öffentlichkeit statt. In den Anfangsjahren kamen die meisten Buchenwald-Häftlinge am Hauptbahnhof an, zuletzt große Transporte aus Polen im Oktober 1939. In der Folgezeit wurde der Güterbahnhof genutzt. "- See more at: http://www.buchenwald.de/498/#sthash.Z7ixYVa0.dpuf"

Es gibt einen sehr bewegenden Roman von Jorge Semprun - "Die große Reise", darin schildert er seine Deportation von Frankreich nach Deutschland ins KZ Buchenwald.
Er beschreibt er unter anderem in einer kurzen Sequenz, wie sie (die Gefangenen, zusammengepfercht in einem Viehwagon), während des Transports, in einem Bahnhof im Moselgebiet von Kindern mit Steinen beworfen und von Erwachsenen beschimpft werde. Dabei resümiert er in etwa folgendermaßen - " Wir sind Gefangene, weil unser Geist frei bleibt. Ihr seid in Freiheit und doch gefangen."

Ich halte dieses "wir haben nix gewusst" sowohl für das Gro der damaligen deutschen, als auch der österreichischen Bevölkerung für eine Schutzbehauptung. Ob sie über Details wie die medizinischen Versuche bescheid wussten, kann ich nicht beurteilen, aber dass mit den verschwundenen jüdischen Mitbürgern, all diesen Häftlingen, den Behinderten, den Romas und Sintis und all den anderen Betroffen etwas wirklich Grausames und Schlimmes passierte, ja, da bin ich überzeugt, dass das bekannt war.
 
Oder anders gesagt, nachdem was Deutschland vor 70 Jahren angestellt hat, hätte es nie einer der größten Kriegswaffenlieferanten weltweit werden dürfen.
Klar, nicht dass Deutschland noch so Leuten Waffen verkauft wie denen, die damals den Hitler bekriegt haben. Nie wieder Krieg! Das ist die einzig vernünftige Lehre aus unserem verlorenen Krieg.
 
Ich halte dieses "wir haben nix gewusst" sowohl für das Gro der damaligen deutschen, als auch der österreichischen Bevölkerung für eine Schutzbehauptung.

Damit wirfst du alle in einen Topf und massakrierst Charaktere über einen Kamm hinweg. Wenn du schon eine "Masse" pulverisierst, dann bitte nicht in der Weise, wie du es dir "wünschst" sondern in der Weise, wie es auch heute noch "nachträglich" Sinn ergibt.

Wenn "Deutsche" Deutsche misshandeln, kann man nicht "pauschal" von Deutschen reden. Genauso wenig in der 33 Zeit. Opa (24) hat mir so einiges erzählt, auch Dinge, die ich "unter den Tisch fallend" hier und anderswo lese, Oma (22) dagegen war sehr verschlossen und nur ihre Art der Essenszubereitung zeigte, wie sehr Hunger damals groß war.......

Die Messlatte "Wissen" kann nicht so groß gewesen sein, wie du es dir hier ermalst......... (Es gibt sie, die Gründe und Motive, weshalb auf Romane und Co ausgewichen wird, um Erinnerungen zu erhalten)
 
Klar, nicht dass Deutschland noch so Leuten Waffen verkauft wie denen, die damals den Hitler bekriegt haben. Nie wieder Krieg! Das ist die einzig vernünftige Lehre aus unserem verlorenen Krieg.

Es hat nichts damit zu tun, wen Deutschland beliefert, sondern das DE liefert.

Es sollte auch kein Krieg vom deutschen Boden mehr ausgehen, nicht einmal eine Beteiligung daran .......... und alles aufgeweicht.

Man hat nicht gelernt .......
 
Es sollte auch kein Krieg vom deutschen Boden mehr ausgehen, nicht einmal eine Beteiligung daran .....
Mit welcher Begründung? Es gibt monströse Systeme, die auch dann, wenn sie keine Eroberungs- oder Vernichtungskriege führen, die Menschen in ihrem Einflussbereich massenmörderischer Unterdrückung aussetzen, und es gibt weniger monströse Systeme, die gelegentlich dagegen Krieg führen, aber in jedem Fall davon profitieren wollen. Natürlich sind deren Appelle Heuchlerei - sonst müssten sie viel mehr Kriege führen - und natürlich führen auch sie nicht das Paradies auf Erden herbei.

Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass ein in Auschwitz inhaftierter Jude a) nicht sagen würde: "Besser Holocaust als Krieg!" und b) kein Problem damit hätte, in einem mäßig monströsen System zu leben, anstatt in einem übermonströsen System zu sterben. Den Opfern der Nazis nützte der Krieg. Pazifismus wäre den Tätern zugute gekommen. Aber es braucht nicht einmal den Verweis auf Nazideutschland. Kein Bürger, der von seiner Regierung schlimmer als ein Sklave behandelt wird und unter permanenter Todesdrohung steht, käme auf die Idee, zu behaupten, es gebe nichts Schlimmeres als Krieg. Die Vorstellung, der Frieden sei für alle Beteiligten immer die bessere Wahl, kann nur den Hirnen von Menschen entstammen, deren schlimmste Angst darin besteht, sich nicht täglich Zigaretten kaufen zu können.
 
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Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Bevölkerung wusste was da los war. Die Nazis veranstalteten im Feb. 1945 mit entflohenen russischen Häftlingen die sogenannte "Mühlviertler Hasenjagd". Es gibt einen sehr bewegenden österreichischen Film darüber.

Zu einigen der sogenannten Außenlager (verstreut in ganz Oberösterreich) mussten die Häftlinge in Treks zu Fuß marschieren, auch durch Ortschaften, viele starben auf diesen Märschen vor Erschöpfung oder wurden von der Begleitmannschaft zu Tode geprügelt oder erschossen.
Das Lager im Ibner Moor (siehe Ludwig Laher) wurde auch nicht von Außerirdischen betrieben, genau so wenig wie die KZs und Internierungslager in Deutschland. Ebenso hing das Warschauer Ghetto nicht im luftleeren Raum.
In Deutschland und Österreich wurden zig tausende von Zwangsarbeitern eingesetzt, die unter den unmenschlichen Bedingungen starben wie die Fliegen. Ich bin ziemlich sicher, dass die Menschen in der Umgebung der Großbaustellen und den Fabriken dieser Umstand nicht entgangen ist.
Auch in Buchenwald wurden die Häftlinge lange Zeit durch die Stadt vom Bahnhof zum Lager getrieben und in aller Öffentlichkeit misshandelt.
"In den Tagen nach dem antijüdischen Pogrom im November 1938 deportierte die SS 10.000 jüdische Männer in das KZ Buchenwald. Sie kamen unter anderem aus Breslau, Dresden, Frankfurt, Bielefeld, Aachen sowie aus ganz Thüringen. Mit der Reichsbahn wurden sie zum Weimarer Hauptbahnhof transportiert, wo sie von SS-Leuten und Hilfspolizisten durch den Tunneldurchgang getrieben und zusammengeschlagen wurden. Die Misshandlungen fanden in aller Öffentlichkeit statt. In den Anfangsjahren kamen die meisten Buchenwald-Häftlinge am Hauptbahnhof an, zuletzt große Transporte aus Polen im Oktober 1939. In der Folgezeit wurde der Güterbahnhof genutzt. "- See more at: http://www.buchenwald.de/498/#sthash.Z7ixYVa0.dpuf"

Es gibt einen sehr bewegenden Roman von Jorge Semprun - "Die große Reise", darin schildert er seine Deportation von Frankreich nach Deutschland ins KZ Buchenwald.
Er beschreibt er unter anderem in einer kurzen Sequenz, wie sie (die Gefangenen, zusammengepfercht in einem Viehwagon), während des Transports, in einem Bahnhof im Moselgebiet von Kindern mit Steinen beworfen und von Erwachsenen beschimpft werde. Dabei resümiert er in etwa folgendermaßen - " Wir sind Gefangene, weil unser Geist frei bleibt. Ihr seid in Freiheit und doch gefangen."

Ich halte dieses "wir haben nix gewusst" sowohl für das Gro der damaligen deutschen, als auch der österreichischen Bevölkerung für eine Schutzbehauptung. Ob sie über Details wie die medizinischen Versuche bescheid wussten, kann ich nicht beurteilen, aber dass mit den verschwundenen jüdischen Mitbürgern, all diesen Häftlingen, den Behinderten, den Romas und Sintis und all den anderen Betroffen etwas wirklich Grausames und Schlimmes passierte, ja, da bin ich überzeugt, dass das bekannt war.


http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2001/erste7664.html

Gellately hat auch die Presse von damals ausgewertet. Hier wurden die KZs nicht etwa versteckt, sondern in Fotoreportagen dargestellt. In Dachau gab es sogar einen Tag der offenen Tür.


Gellately erklärt: "Die Anwohner der KZs, etwa in Dachau, waren stolz auf ihr KZ. In der Überschrift einer Lokalzeitung heißt es etwa, das KZ sei der Wendepunkt für die Dachauer Geschäftswelt."


Und immer wieder damals: Berichte über Konzentrationslager. Sie waren äußerst populär - zur Bekämpfung angeblicher Verbrecher. Massentötungen haben die Nazis in den dreißiger Jahren keineswegs verheimlicht. Oft fanden Hinrichtungen sogar mitten im Ort statt wie in Köln, damit mehr Leute zusehen konnten. Und manche Deutsche verlangten nach noch mehr Toten - egal aus welchen Gründen.


Gellately weiß: "Es gab Forderungen nach der Todesstrafe. Einige boten sich sogar als ehrenamtliche Henker an. Im Krieg etwa ging es oft darum: Was tun mit Frauen, die Sex mit Polen hatten? Die Einheimischen wollten sie gleich mit hängen. Aber Hitler und Himmler wollten davon nichts hören."


Auch die Judenverfolgung wurde nicht nur von oben angeordnet. Henny Brenner, eine Holocaust-Überlebende, wuchs in Dresden auf und musste damals den Judenstern tragen. Ihr Albtraum waren nicht nur die Nazis, sondern ganz normale Deutsche: ...

Gellately hat viele Mitschuldige gefunden: zahllose Denunzianten aus der Bevölkerung. Angestellte denunzierten ihre Chefs, Ehemänner ihre Frauen. Und Nachbarn denunzierten alle, die nicht spießig genug waren. Nur zwölf Prozent ihrer Opfer hat die Gestapo selbst ermittelt.

Schott: "Die Gestapo hatte relativ wenige Mitarbeiter und keine informellen Mitarbeiter wie die Stasi später in der DDR, das heißt: ohne Zuträger von außen wäre sie völlig machtlos gewesen, hätte sie nichts machen können."

Hitlers willige Helfer handelten nicht nur aus politischen Motiven. Viele Deutsche förderten die Vernichtung der Juden aus selbstsüchtigen Interessen.

Rassenwahn und Massenmord. Viele beteuern noch heute: Wir wussten von nichts. Die Wahrheit ist eine andere weiß Gellately: "Die Deutschen wussten sehr viel, die wussten es sehr früh, und die haben sehr viel mehr erfahren können, als wir vielleicht manchmal denken."

(das sind nur wenige Ausschnitte aus dem Link)



Meine Großmutter beteuerte mir gegenüber früher: "Wir wußten nichts". Mein Großvater wurde darüber sehr wütend: "Wir wußten es alle". Meine Großmutter entgegnete: "Aber doch nicht so ... ".
Mein Urgroßvater regte sich oft lautstark auf und wurde von seinen Söhnen ruhiggestellt - nicht aus Angst vor der Gestapo (die war weit weg), sondern aus Angst vor Denunziationen der unmittelbaren Nachbarn.



 
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