Einen Aspekt, warum Erinnern wichtig ist, beschreibt Ludwig Laher , Autor des Romans „Herzfleischentartung“ (über ein Arbeits – u. Zigeuneranhaltelager im südlichen Innviertel). Sein Roman endet mit der großen Amnestie von 1955 durch den Bundespräsidenten, welche fast alle NS-Verbrecher auf freien Fuß setzte, und den Nachkriegskarrieren der alten NS-Eliten in den Großparteien:
„Mein Roman „Herzfleischentartung“ bricht aber damit nicht ab, denn tot sind die Opfer im umfassenden Sinn erst dann, wenn die Täter ihr letztes Ziel erreicht haben, nämlich die Erinnerung zu zerstören und die Opfer somit aus der Geschichte zu eliminieren. Mein Text bricht auch 1945 nicht ab, denn die sogenannte Stunde Null ist keineswegs jene Zäsur, die radikal mit der rassistischen Barbarei bricht“
Es geht also weder um eine katzbuckelnde, servile Haltung, noch um Generationen übergreifendes Schuldbewusstsein sondern um ein würdiges Gedenken der Opfer und ein Erinnern an die Entstehungsgeschichte, um zukünftiger Barbarei zumindest den Weg zu erschweren.
Ums Geld geht es gar nicht - Deutschland hat seit Kriegsende ca. 71 Mrd. Euro an Reparations - u. Opferentschädigungszahlungen geleistet (Quelle: Süddeutsche Zeitung, März 2015); zum Größenvergleich: das deutsche Militärbudget belief sich 2013 auf 33,3 Mrd. Euro (
http://www.bundeswehr-monitoring.de...um-14-auf-rund-333-milliarden-euro-13152.html)