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Lincoln
Guest
Eine Salzdose in der Zucker drin ist, machts auch nicht besser......
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Ich hab ja auch nichts von Propaganda gesagt, somdern dass man im Threadtitel das Wort Propaganda durch Aufklärung ersetzen sollte
Eine Salzdose in der Zucker drin ist, machts auch nicht besser......
Richtig, aber wenn man das Salz nicht versteht und nicht daraus lernt, kann das Salz ablenken.
Wie war das eigentlich mit dem KZ Mauthausen, in der Nähe von Linz? Ich gehe mal davon aus, dass auch die östereichische Bevölkerung genau gewusst hat, was da so passiert.
Klar, nicht dass Deutschland noch so Leuten Waffen verkauft wie denen, die damals den Hitler bekriegt haben. Nie wieder Krieg! Das ist die einzig vernünftige Lehre aus unserem verlorenen Krieg.Oder anders gesagt, nachdem was Deutschland vor 70 Jahren angestellt hat, hätte es nie einer der größten Kriegswaffenlieferanten weltweit werden dürfen.
Ich halte dieses "wir haben nix gewusst" sowohl für das Gro der damaligen deutschen, als auch der österreichischen Bevölkerung für eine Schutzbehauptung.
Klar, nicht dass Deutschland noch so Leuten Waffen verkauft wie denen, die damals den Hitler bekriegt haben. Nie wieder Krieg! Das ist die einzig vernünftige Lehre aus unserem verlorenen Krieg.
Mit welcher Begründung? Es gibt monströse Systeme, die auch dann, wenn sie keine Eroberungs- oder Vernichtungskriege führen, die Menschen in ihrem Einflussbereich massenmörderischer Unterdrückung aussetzen, und es gibt weniger monströse Systeme, die gelegentlich dagegen Krieg führen, aber in jedem Fall davon profitieren wollen. Natürlich sind deren Appelle Heuchlerei - sonst müssten sie viel mehr Kriege führen - und natürlich führen auch sie nicht das Paradies auf Erden herbei.Es sollte auch kein Krieg vom deutschen Boden mehr ausgehen, nicht einmal eine Beteiligung daran .....
Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Bevölkerung wusste was da los war. Die Nazis veranstalteten im Feb. 1945 mit entflohenen russischen Häftlingen die sogenannte "Mühlviertler Hasenjagd". Es gibt einen sehr bewegenden österreichischen Film darüber.
Zu einigen der sogenannten Außenlager (verstreut in ganz Oberösterreich) mussten die Häftlinge in Treks zu Fuß marschieren, auch durch Ortschaften, viele starben auf diesen Märschen vor Erschöpfung oder wurden von der Begleitmannschaft zu Tode geprügelt oder erschossen.
Das Lager im Ibner Moor (siehe Ludwig Laher) wurde auch nicht von Außerirdischen betrieben, genau so wenig wie die KZs und Internierungslager in Deutschland. Ebenso hing das Warschauer Ghetto nicht im luftleeren Raum.
In Deutschland und Österreich wurden zig tausende von Zwangsarbeitern eingesetzt, die unter den unmenschlichen Bedingungen starben wie die Fliegen. Ich bin ziemlich sicher, dass die Menschen in der Umgebung der Großbaustellen und den Fabriken dieser Umstand nicht entgangen ist.
Auch in Buchenwald wurden die Häftlinge lange Zeit durch die Stadt vom Bahnhof zum Lager getrieben und in aller Öffentlichkeit misshandelt.
"In den Tagen nach dem antijüdischen Pogrom im November 1938 deportierte die SS 10.000 jüdische Männer in das KZ Buchenwald. Sie kamen unter anderem aus Breslau, Dresden, Frankfurt, Bielefeld, Aachen sowie aus ganz Thüringen. Mit der Reichsbahn wurden sie zum Weimarer Hauptbahnhof transportiert, wo sie von SS-Leuten und Hilfspolizisten durch den Tunneldurchgang getrieben und zusammengeschlagen wurden. Die Misshandlungen fanden in aller Öffentlichkeit statt. In den Anfangsjahren kamen die meisten Buchenwald-Häftlinge am Hauptbahnhof an, zuletzt große Transporte aus Polen im Oktober 1939. In der Folgezeit wurde der Güterbahnhof genutzt. "- See more at: http://www.buchenwald.de/498/#sthash.Z7ixYVa0.dpuf"
Es gibt einen sehr bewegenden Roman von Jorge Semprun - "Die große Reise", darin schildert er seine Deportation von Frankreich nach Deutschland ins KZ Buchenwald.
Er beschreibt er unter anderem in einer kurzen Sequenz, wie sie (die Gefangenen, zusammengepfercht in einem Viehwagon), während des Transports, in einem Bahnhof im Moselgebiet von Kindern mit Steinen beworfen und von Erwachsenen beschimpft werde. Dabei resümiert er in etwa folgendermaßen - " Wir sind Gefangene, weil unser Geist frei bleibt. Ihr seid in Freiheit und doch gefangen."
Ich halte dieses "wir haben nix gewusst" sowohl für das Gro der damaligen deutschen, als auch der österreichischen Bevölkerung für eine Schutzbehauptung. Ob sie über Details wie die medizinischen Versuche bescheid wussten, kann ich nicht beurteilen, aber dass mit den verschwundenen jüdischen Mitbürgern, all diesen Häftlingen, den Behinderten, den Romas und Sintis und all den anderen Betroffen etwas wirklich Grausames und Schlimmes passierte, ja, da bin ich überzeugt, dass das bekannt war.