Was ist jetzt das Problem, dass gar nicht berichtet wird oder für Dich zu spät? Nicht, dass ich auf das falsche antworte.
Sogar die linke TAZ hat darüber am 21. berichtet:
http://www.taz.de/!5321088/
Ich denke das größte Problem bei dem Thema ist alleine schon die Vorstellung darüber, wie die Medien Manipulieren oder "Lügen". Pegida hat das Bild geprägt, dass es natürlich nur eine jüdische Weltfinanz schafft, solch eine Presse zu steuern und das sie permanent nur lügen und alles was sie sagen nur dem Zweck der Manipulation dient. Das die Medien aber noch von ganz anderes Seite unter Kontrolle stehen können, zeigte ja damals schon "die Anstalt", wie über Think Tanks die Medien regelrecht infiltriert worden sind. Auch bei der Berichterstattung selbst, ist es oft nicht so einfach. Es sind oft sehr subtile manchmal auch schwer erkennbare Verdrehungen von Wahrheiten. Das Beispiel in der Ukraine mit den "gefundenen" Handgranaten ist dafür ein gutes Beispiel. Telepolis hinterfragt diesen Fund, weil es neutral berichtet, während die Süddeutsche, genau wie alle Mainstreammedien, seit Beginn des Maidans ganz klar für die Ukraine und gegen Russland Stimmung machen und daher den Fund als "Wahrheit" verkaufen.
Natürlich lügen die Medien nicht immer, aber immer dann, wenn es drauf ankommt.
Aber vor allem haben die Medien eben die Macht, die Wahrnehmung der Massen zu steuern. So ist es ein Skandal, wenn Assad Fassbomben auf sein eigenes Volk wirft, während es legitim ist, wenn die USA mit "normalen" Bomben auf fremde Völker schießen. In 15 Jahren gab es jetzt einen einzigen Bericht über die Uranmunition, die die Alliierten benutzten und welch unfassbaren Auswirkungen das vor allem auf die Kinder hat. Wo ist da die Neutralität, wo ist da die objektive Berichterstattung? Wo sind die Reporter, die solche Skandale aufdecken? Wer bestimmt denn sonst darüber, was ein Skandal ist und was nicht?
Wenn Wulff 200 Euro unterschlägt, ist es ein Skandal. Wenn Madeline Albright sagt, dass die Sanktionen gegen Hussein den Tod von 500 000 Kindern wert waren, wird geschwiegen. Petrys Aussage, mit der Schusswaffe kennt jeder. Aber wie viele wissen über die Selbstschussanlagen in der Türkei bescheid? Es geht nicht nur darum, dass Fakten weggelassen oder verdreht werden, sondern auch darum welche Gewichtung auf welches Thema gesetzt wird.
Du sagst, die TAZ hat über diesen Lauf berichtet. Das ist EIN EINZIGER BERICHT, und das nach einer Woche, in der gesamten Medienlandschaft. Wie viele haben diesen Bericht gelesen? Hundert? Fünfhundert? Es gibt einen Grenzwert, und ich denke die Medien kennen den sehr gut, ab wann eine Öffentlichkeit wirklich über ein Thema informiert wird und ab wann es auch wirklich in das öffentliche Bewusstsein gelangt. Ein paar Berichte reichen dazu nicht aus. Das sind nur Alibiartikel um zeigen zu können, dass man es doch "veröffentlicht" hat. Aber wirklich veröffentlicht - also ins öffentliche Bewusstsein gebracht - wird meist nur, was die Bevölkerung ablenkt. Dass diese Politikerin einen gefälschten Lebenslauf hatte, dass ist wichtig. Das aber in einem Kriegsland zehntausende, vielleicht sogar noch wesentlich mehr Menschen aufstehen um für den Frieden zu kämpfen, das ist nicht wichtig? Wo sind die ganzen Reporter aus dem Ausland, die die beteiligten Interviewen? Wo die massiven Bericht darüber, dass die Ukrainer endlich Frieden wollen und für den Frieden einstehen? Das sie wollen, dass das Morden aufhört und das sie vom rechten Sektor und von der Putschregierung an ihrem vorhaben behindert werden?
Oder müssen wir jetzt doch erst den Feind (Putin) vernichten, bevor wir Frieden haben dürfen?