Joey
Sehr aktives Mitglied
Ja... das kann sein. Mich persönlich interessiert nur nicht sehr wie andere argumentieren. Ich komme ja auch locker damit klar wenn mir mal jemand irgendetwas unterstellen will, nur ziehe ich umgekehrt natürlich meine Schlüsse aus solchen Situationen. Und einer davon ist, dass jemand der mir z.B. unterstellt ich wolle Schwarze herabsetzen indem ich sie auf Laufstärke reduziere, möglicherweise mehr rassistische Tendenzen in sich haben muss um überhaupt auf sowas zu kommen als ich, der ich an sowas kein bisschen dachte.
Ja, diese Art der Projektion nach Freud spielt möglicherweise auch eine Rolle bei solchen Diskussionen.
Weißt Du... ich habe mehrere Adoptivkinder in meiner Familie/Verwandtschaft. Alles "Mischlinge" und dunkle Haut. Einer von ihnen hat auch Afro-Amerikanische Vorfahren. Und der zog uns Kinder beim laufen immer ab und da gabs dann schnell die Theorie, seine Überlegenheit käme durch sein "afrikanisches Blut". Und vollkommen egal ob das nun stimmt oder nicht ist der wesentliche Punkt dabei: Das wurde voller Bewunderung gesagt, im schlimmsten Fall mal neidisch... aber nie herabsetzend und wurde so auch nie verstanden. Wir sind einfach entspannt mit all den Unterschieden umgegangen. Und genau das ist m.A.n. am Besten weil es einfach natürlich ist.
Auch da stimme ich Dir zu. Die Frage ist aber: Wann ist es natürlich, wann ist es nur ein harmloses Klischee und wann wird dieser Umgang mit diesen Unterschieden schädlich? Die Grenzen dazwischen sind fließend. Aber EIN Kriterium, wann sowas schädlich wird, ist, wenn dadurch die betroffenen Menschen behindert werden.
Nehmen wir beispielsweise wieder den Leistungssport. Wenn da nun das Klischee "Schwarze laufen schneller" dazu führt, dass nur noch schwarze Läufer in Sprotvereinen zugelassen werden und zu Wettkämpfen geschickt werden, und die weißen Läufer dürfen nicht einmal ihr Können zeigen. Dieses Beispiel mag lächerlich weit hergeholt erscheinen - mit Absicht - der Punkt ist aber: Klisches haben Menschengruppen immer wieder arg geschadet. Beispielsweise den Afroamerikanern. Da gab es sogar auch "Statistiken" in den 50ern, die angeblich zeigten, dass diese Bevölkerungsgruppe weitaus weniger intelligent wäre - wobei die betreffenden "Wissenschaftler" dabei in fast jede Stolperfalle der statistischen Datennahme und Interpretation hereingefallen sind, in die man nur tapsen kann - angefangen von der alles andere als repräsentativen Datennahme etc.
Ich kenne mich sowieso nicht gut genug damit aus um klare Aussagen zu machen. Aber es gibt dazu viele Artikel und es wird geforscht und es gibt Wissenschaftler die solche Aussagen machen. Beispiel:
Durchaus interessant.