Überarbeitung von Kinderbüchern - notwendig oder Zensur?

"Schwarzer" und erst recht "Farbiger" ist saublöd. Niemand hat im Grunde eine schwarze Gesichtsfarbe im eigentlichen Sinne, außer er malt sich schwarze Farbe ins Gesicht. Wenn man schon einen Begriff braucht, warum nicht "dunkelhäutig"? "Weiße" gibts streng genommen auch nicht, außer sie sind tot. Hier könnte man dann "hellhäutig" sagen, das triffts eher.

Aber vermutlich hast du recht und schon bald wird dann auch der Begriff "dunkelhäutig" obsolet, weil die Correctness-Polizei da auch wieder rassistische Resentiments hinter vermutet. :rolleyes:

Tommy, wenn du dir die ersten Videos von Lucia angesehen hättest, würdest du wissen dass Schwarze in Deutschland Schwarze genannt werden wollen.
Es geht nicht um Hautfarben, es geht um das Stigma hinter den verschiedenen Bezeichnungen.
 
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Nur Schwarzer können sich selbst definieren und entscheiden was sie genannt werden wollen, da hilft es doch nicht von einem weissen Deutschen zum anderen zu rennen und ein Umfrage zu machen. Ganz egal was diese sagen oder denken, es hat nichts damit zu tun was Schwarze denken und wollen.

Was aber nichts an der Sprachverwirrung ändert, die inzwischen einige Menschen (auch mit hellerer Hautfarbe) empfinden.
Da gibt es den Menschen X mit dunklerer Haut, der gerne "Schwarzer" genannt werden möchte, desweiteren gibt es den Menschen Y mit dunklerer Haut, der gerne "Farbiger" genannt werden möchte, weil "Schwarzer" für ihn nun wirklich nicht gehe. X hingegen empfindet "Farbiger" als Zumutung.
Und was sagt man nun? Ist nun X oder ist Y mehr berechtigt, den passenden Begriff zu bestimmen?

Ich mag den Begriff "Dame" nicht. Soll ich nun bei jedem WC einen Aufstand üben, weil ich mich als Frau und nicht als Dame fühle und ich das Wort "Dame" als diskriminierend empfinde?
 
Versuch das Thema doch nur einmal aus der Sicht dunkelhäutiger Menschen zu sehen.Wenn du ein schwarzes Kind hättest dass in eine Kindergartenklasse mit nur Weissen gehen müsste und deshalb ausgerenzt wird, weil es anders aussieht,und zur gleichen Zeit werden auch noch Bücher vorgelesen die Kinder wie ihn als 'Neger' bezeichnen, würdest du dass gut finden? Die Footnote und das Gespräch das dann folgt kann doch zu nichts Gutem führen. Wieso muss das Wort denn überhaupt den Kindern vorgestellt werden? Nur weil es Geschichte ist? Ich seh darin einfach keinen Sinn.Darauf zu bestehen sehe ich eh als fehlendes EInfühlungsvermögen.

Das ist ein gutes Beispiel. Zuerst mal: Ich verstehe schon, dass der Begriff verletzend sein kann. Aber gerade Dein Beispiel macht deutlich wo das Problem wirklich liegt: Im echten Rassismus. Das Kind wird wegen seiner Hautfarbe ausgegrenzt. Der Begriff in einem Kinderbuch ist aber nicht ursächlich dafür. Mein Ansatz als Vater wäre dann nicht das Kinderbuch das da vorgelesen wird, sondern die Frage, in was für ein Umfeld ich mein Kind da befördert habe. Das würde ich verändern wollen und Möglichkeiten suchen das zu tun.

Verändern wir kurz das Beispiel: Angenommen, da ist ein schwarzes Kind unter vielen Weißen. Es wird aber kein bisschen ausgegrenzt und erfährt keinen Rassismus. Wäre das Buch dann noch ein Problem?

So oder so, wäre in der Frage was Bücher und Begriffe betrifft mein Ansatz, einem schwarzen Kind zu erklären, dass der Begriff von z.B. Astrid Lindgren nicht herabsetzend gemeint war und das Sprache sich verändert, wie auch einem weißen Kind dasselbe zu erklären, ohne das Thema mit einer derartigen Bedeutung aufzuladen wie das gerade geschieht. Denn da wird tatsächlich Ursache und Wirkung verdreht.
 
Tommy, wenn du dir die ersten Videos von Lucia angesehen hättest, würdest du wissen dass Schwarze in Deutschland Schwarze genannt werden wollen.
Es geht nicht um Hautfarben, es geht um das Stigma hinter den verschiedenen Bezeichnungen.

Ich habe mir die Videos angesehen. Ich kann die Ansichten dort auch nachvollziehen. Aber es macht keinen Sinn, ständig Zeugen zu suchen, die die eigene Meinung bestätigen. Es gibt in allen Gruppen Vertreter jeglicher Ansichten. Es gibt auch Schwarze, die gegen die Veränderungen in Kinderbüchern sind. Es gibt mit Sicherheit nicht wenige Schwarze, die den Begriff "Schwarze" als diskriminierend empfinden.

Es gibt keinen vollkommenen Konsens was Begrifflichkeiten betrifft. Aber es gibt ganz sicher einen tieferen Kontext: Kein Mensch will diskriminiert werden. Die momentane Debatte verlagert daher ein wirkliches Problem an eine plakative Oberfläche... das ist nicht effektiv und nicht konstruktiv.
 
Bitte um Differenzierung!

Völlig klar. Das habe ich hier ja auch gelernt, dass "Schwarzer" der korrekte Begriff ist, ich dachte Farbiger und Schwarzer wäre wieder out.
Nur ist Schwarzer genau genommen der gleiche Begriff wie "Neger". Und ihr behauptet ja immer, wenn man "Neger" sagt, ist man ein Rassist und ich habe darauf geantwortet, das entscheidet nicht das WORT, ob man Rassist ist, sondern die Gesinnung.


Schwarzer und Farbiger sind saudumm weshalb brauchst du diese Begriffe ? Warum nicht einfach Dunkelhäutig ? wenn überhaupt ?!?:rolleyes:
 
Das ist ein gutes Beispiel. Zuerst mal: Ich verstehe schon, dass der Begriff verletzend sein kann. Aber gerade Dein Beispiel macht deutlich wo das Problem wirklich liegt: Im echten Rassismus. Das Kind wird wegen seiner Hautfarbe ausgegrenzt. Der Begriff in einem Kinderbuch ist aber nicht ursächlich dafür. Mein Ansatz als Vater wäre dann nicht das Kinderbuch das da vorgelesen wird, sondern die Frage, in was für ein Umfeld ich mein Kind da befördert habe. Das würde ich verändern wollen und Möglichkeiten suchen das zu tun.

Verändern wir kurz das Beispiel: Angenommen, da ist ein schwarzes Kind unter vielen Weißen. Es wird aber kein bisschen ausgegrenzt und erfährt keinen Rassismus. Wäre das Buch dann noch ein Problem?

So oder so, wäre in der Frage was Bücher und Begriffe betrifft mein Ansatz, einem schwarzen Kind zu erklären, dass der Begriff von z.B. Astrid Lindgren nicht herabsetzend gemeint war und das Sprache sich verändert, wie auch einem weißen Kind dasselbe zu erklären, ohne das Thema mit einer derartigen Bedeutung aufzuladen wie das gerade geschieht. Denn da wird tatsächlich Ursache und Wirkung verdreht.

Du vergisst dass durch den Hinweis auf die Geschichte der Diskriminierung und des Rassismus das Thema immer wieder in den Vordergrund gelangt. Wir könnten ja auch einnehmen dass keiner der Kindergartenkinder Vorurteile hat. Und dann werden sie darauf hingewiesen dass es einmal eine Zeit gab wo es anders war, welche Ideen setzt man damit in den Kopft der Kinder?
Ich habe ein wirklich gutes und sachliches Video zu Rassismus in Deutschland gefunden, dass die Verharmlosung von Rassismus anspricht.
http://www.youtube.com/watch?v=EK4ZKnmBfUI
 
Hallo Bornfree. Das ist deine Meinung, kann ich so akzeptieren. Allerdings sollte man seine Meinung schon auch auf Fakten gründen, wenn man ernst genommen werden will. Daher meine Frage: Weshalb nicht?
Weil ich den Beweis dafür dass Politische Korrektheit funktioniert in den USA sehe. Nur wenn man selbst Umgang mit Menschen hat , die anders sind als man selbst, kann man Vorurteile abbauen. Dadurch dass eine bestimmte Quote von Schwarzen am Arbeitsplatzt geschaffen wurde, hatten sie überhaupt am Anfang die Chancen diese Plätze überhaupt gehabt. Die Arbeitnehmer hätte sie sonst nicht angestellt. Wenn man sich am Arbeitsplatz mit anderen anfreunden kann, wirkt sich dass auch auf das Privatleben aus.Habe vor kurzem einen Report auf CNN gesehen, dass 25% der neu geschlossenen Ehen gemischte Ehen sind, also Weisse mit Latein Amerikanern, Schwarzen oder Asiaten. Die Kinder dieser Ehen werden viel wenige Probleme mit Rassismus haben als ihre Eltern.Es wird heute als normal angesehen.
Eine Umfrage hier in Deutschland ergab dass fast die Hälfte der Kleingewerbe keine Ausländer anheuern wollen, da sie davon ausgehen dass die anderen Arbeitnehmer nicht damit zu Recht kommen.EIn Quote fände ich gar nicht so schlecht.
 
Du vergisst dass durch den Hinweis auf die Geschichte der Diskriminierung und des Rassismus das Thema immer wieder in den Vordergrund gelangt.
Verschweigen soll die Alternative sein?

Wir könnten ja auch einnehmen dass keiner der Kindergartenkinder Vorurteile hat. Und dann werden sie darauf hingewiesen dass es einmal eine Zeit gab wo es anders war, welche Ideen setzt man damit in den Kopft der Kinder?
Du glaubst also, dass aus nicht-rassistischen Kindern rassistische Kinder werden, wenn ihnen klar wird, dass Rassismus existiert/e?


Ich habe ein wirklich gutes und sachliches Video zu Rassismus in Deutschland gefunden, dass die Verharmlosung von Rassismus anspricht.
http://www.youtube.com/watch?v=EK4ZKnmBfUI
Ja.. das ist gut. Dir scheint aber gar nicht aufzufallen, dass der genau so argumentiert wie ich es tue. Erstens spricht er die tieferen Ursachen an, die psychologischen Ursachen, die so ziemlich jeder in sich hat und dass das Thema breiter ist als "nur" Rassismus.

Er spricht z.B. an, wie Begriffe assoziiert werden und nennt etwa das Beispiel, das heute der Name "Kevin" als "Unterschichtenname" assoziiert wird und ein Kind mit diesem Namen dann schon anders behandelt wird. Er sagt aber nicht, deshalb sollte der Name nicht mehr benutzt werden. Die Argumentation läuft ja darauf hinaus, zu verstehen, was Rassismus überhaupt ist, woraus Rassismus entsteht.

Insgesamt legt er das Thema sehr breit an, schaut in die Tiefe, und kommt der Realität damit wirklich nahe. Die Kinderbuch-Debatte ist gegen das was er sagt eine Scheindebatte die an der Oberfläche kratzt.
 
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Du glaubst also, dass aus nicht-rassistischen Kindern rassistische Kinder werden, wenn ihnen klar wird, dass Rassismus existiert/e?



Ja.. das ist gut. Dir scheint aber gar nicht aufzufallen, dass der genau so argumentiert wie ich es tue. Erstens spricht er die tieferen Ursachen an, die psychologischen Ursachen, die so ziemlich jeder in sich hat und dass das Thema breiter ist als "nur" Rassismus.

Er spricht z.B. an, wie Begriffe assoziiert werden und nennt etwa das Beispiel, das heute der Name "Kevin" als "Unterschichtenname" assoziiert wird und ein Kind mit diesem Namen dann schon anders behandelt wird. Er sagt aber nicht, deshalb sollte der Name nicht mehr benutzt werden. Die Argumentation läuft ja darauf hinaus, zu verstehen, was Rassismus überhaupt ist, woraus Rassismus entsteht.

Insgesamt legt er das Thema sehr breit an, schaut in die Tiefe, und kommt der Realität damit wirklich nahe. Die Kinderbuch-Debatte ist gegen das was er sagt eine Scheindebatte die an der Oberfläche kratzt.

Nicht verschweigen, man kann darüber später reden wenn die Kinder älter sind und sie es besser verstehen.
Das Video erklärt aber auch dass man Rassismus ansprechen muss um es zu bewältigen. Und das macht man nicht wenn man es nur in anderen sieht oder glaubt dass es nur vereinzelnde Fällte von Rassismus gibt. Ich kenne leider viele Rassisten, die glauben nur Neonazis sind Rassisten, da sie sich nicht bewusst sind was Rassismus eigentlich ist.
Die Kinderbuch Debatte wäre eine Scheindebatte, wenn nichts anderes unternommen wird. Ich seh es nur als einen Anfang. Und bin enttäuscht dass es bei so einer Kleinigkeit schon so viel Widerstand gibt.
 
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