Transsexualität wirft spirituelle fragen auf

:thumbup:

Leider wahr.
Hübsch sind da auch immer Sätze wie "Ich hab ja nichts gegen die, aber..." Das fängt allein schon bei gesellschaftlicher Akzeptanz an und hört beim gesetzlichen auf.
Ich warte auch noch auf den Tag, an dem es einfach nur selbstverständlich ist so zu leben, wie man es fühlt. Wo frau die Freundin öffentlich küssen kann, ohne die gerümpften Nasen um sich herum. Homosexuelle Paare die gleichen Rechte haben wie heterosexuelle und solche leidigen Dikussionen der Vergangenheit angehören...

:thumbup:JA !!!! oder sind ma no immer im Mittelalter ( im Denken ) ?
 
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Ich weiß warum ich lesbisch bin. Weil ich eben viele männliche Energien in mir habe und mit typisch männlichen Wesen nicht klarkomme.

Hm, so einfach ist das bei Dir? Und wie geht das dann mit den erotischen Vorstellungen zusammen - die sind doch ganz unabhängig von einem "klarkommen"?

Klarkommen tu ich auch nur mit Männern. Von Männern erfahre ich Mitgefühl, Verständnis, Anerkennung, Wertschätzung - oft sogar ganz überraschend ohne dass ich irgendwas dafür getan hätte. Da kann ich mich offenbaren, darf sagen was ich denke, darf mich so zeigen wie ich wirklich bin, und werde auch so akzeptiert (naturlich nicht immer).
Von Frauen dagegen, kommt überhaupt nichts zurück, keinerlei Verständnis oder Akzeptanz; da passiert kein Geben+Nehmen egal wie ich mich drum bemühe, sondern nur Narzissmus, die (praktisch unerfüllbare) passive Forderung "glücklich gemacht" zu werden (und überhaupt eine furchtbare Passivität), und dabei ständig unterschwellig die Botschaft "du bist nicht gut genug".

Nur eben: meine erotischen Vorstellungen, das was ich prickelnd und erregend finde, wo ich mir Zärtlichkeit und lustvolle Nähe wünsche, diese Vorstellungen und Phantasien richten sich auf Frauen.

Ich hatte plötzlich diesen typischen Wunsch. Haus, Kind Hund - den ich bei Männern nie hatte. Nach dem Gefühl suchen sehr viele Menschen.

Naja, das ist Geschmackssache. Auf so ein Gefühl täte ich gar keinen Wert legen. Mir wär viel mehr das Gefühl wichtig, mich offenbaren zu können -so wie ich bin- und akzeptiert zu sein.
 
Das ist Unsinn. Es interessiert niemand mit wem du fi*st. Was willst du dabei für eine "Gleichstellung"?
Und vor allem: was bringt dich auf die Anmaßung, dein Sexualleben wäre so verdammt wichtig, dass du die ganze Gesellschaft damit belästigen willst (und das sogar noch am Arbeitsplatz)?

Du, Stoppchen mal, es geht hier nicht darum, daß jemand einen anderen mit seinem Sexualleben belästigt. Ich könnte jetzt auch sagen, ich fühl mich belästigt, weil überall in der Werbung, im Fernsehen und weißte nicht wo, Heteropaare auftauchen, meist halbnackt, man überall den Heterosexuellen Lebensstil um die Ohren gehauen bekommt, ob man nun will oder nicht. Und welche Gleichstellung gemeint ist, stand bereits da: Fangen wir mal mit der rechtlichen an: Homosexuelle Paare können zusammen kein Kind adoptieren, das mit keinem von beiden verwandt ist und die eingetragene Lebenspartnerschaft ist nicht der Ehe gleichgestellt (da sind andere Länder schon viel weiter). Und weiter im gesellschaftlichen: über ein Heteros wild knutschend im Park, sagt man "das ist aber ein schönes Paar" Unsereins wird mit schiefen Blicken belegt oder angepöbelt.
Gleichstellung heißt nicht nur, daß es nicht strafbar ist als Homosexueller seine Sexualität praktisch auszuüben, Gleichstellung heißt, daß ein Lebensstil so normal ist, wie der andere, nichts exotisches, nichts besonderes, mit gleichen Rechten, gleichen Pflichten und ohne schiefe Kompromisse.

Ich finde das aber störend und belästigend: ich möchte nicht ständig mit Sex konfrontiert werden.

Ich auch nicht, aber momentan klingst du in deiner Meinung etwas einseitig. Außerdem hat ein politischer Kampf um die gleichen Rechte nichts mit Sex zu tun.


Ach nein? Solange die Leute noch nichtmal Sex und Liebe auseinanderhalten können?

Hachja, davon gibt es leider so einige...

~~~

So, hiermit. Musste gerade auchmal sein.
 
Naja, das ist Geschmackssache. Auf so ein Gefühl täte ich gar keinen Wert legen. Mir wär viel mehr das Gefühl wichtig, mich offenbaren zu können -so wie ich bin- und akzeptiert zu sein.

Ich hab es einfach versucht in Worte zu fassen. Aber scheinbar kann man das nur begreifen, wenn man selber so fühlt. Kennst du das Sprichwort. Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht? Ich dacht es ist Liebe, ich dachte das war meine sexuelle Erfüllung damals. War es aber nicht. Ich wusste bei dieser einen Frau 10000% ich will nur eine Frau haben. Weil sie genau das war, was mir immer gefehlt hat. Eben der Topf zum Deckel oder wie man sagt. Und JA ich war dann auch wieder wie ich bin. Bis zum 16 Lebensjahr trug ich Shirts und weite Hosen. Dann versuchte ich mich anzupassen, weil ich dachte ich musste es. Ich rannte wie eine Tussi rum. Mitte 20 kam ich dann erst drauf, dass ich das alles nicht bin. Es ist alles sehr schwer in Worte zu fassen. Fakt ist, dass es viele Homos gibt, die erst mit 50 drauf kommen, vorher verheiratet waren und auch Kinder haben. Was ist mit all denen?
 
@Psisnake
Ich kann das schon nachvollziehen, was Caroline schreibt. Sicher merkt man, wodurch man erregt wird. Ich weiß zwar jetzt nicht, wie das bei dir ist, aber die Punkte nach denen man einen Partner sucht, hab ich jetzt immer weitreichender empfunden, als das reine Sexuelle.

Gleiche Frage an Dich wie an Caroline - selbstverständlich sind, wie Du sagt, die Punkte weitreichender als nur das Sexuelle.

Nun gibt es da einmal "das Sexuelle" - wobei das ja auch nicht nur "das Sexuelle" ist, also das was einen anmacht, was prickelt - sondern ebenso auch Zärtlichkeit, der Wunsch nach körperlicher Nähe, danach, in einer Umarmung endlos zu verharren - und zumindest bei Männern scheint es so zu sein, dass damit eine klare geschlechtliche Orientierung verbunden ist - dass man sich das mit einer Frau vorstellt und wünscht (oder eben, wenn man homo ist, mit einem Mann). Das geht mir so, das scheint PsiSnake ähnlich zu empfinden, und andere Männer auch. Ich weiss nicht wie das bei Frauen ist...

Und dann gibt es das Miteinander, das Gemeinschaftliche, das Interesse an- und Verständnis füreinander, das Akzeptieren des Partners und das Erfahren von Akzeptanz, den Wunsch Ideen und Gedanken miteinander zu teilen, sich einander anzuvertrauen, seine "Seele füreinander zu öffnen" - also das was man üblicherweise Liebe nennt.
Das hat mit dem Körperlichen gar nichts zu tun, aber ich finde es ist mindestens genauso wichtig. Und wenn das nicht gegeben ist, dann pfeiffe ich auf Sex.

Und mir geht es so, dass dieses "Miteinander" nur mit Männern entsteht; von Frauen wird es nicht erwiedert, also das funktioniert aus irgendwelchen Gründen nicht. Und unter den Umständen finde ich Sex natürlich auch uninteressant.
Die erotischen Vorstellungen jedoch bevorzugen (meistens) ein bestimmtes Geschlecht.

Also: selbstverständlich geht es bei der Partnersuche um mehr als nur sexuelle Vorlieben, aber die sexuellen Vorlieben sind das was (meistens) auf ein bestimmtes Geschlecht festgelegt ist. Und deswegen finde ich das was PsiSnake geschrieben hat, schon relevant, denn an dem Punkt ist man von vorneherein festgelegt - und leidet ggfs. entsprechend darunter, wenn das nicht zu verwirklichen ist.
Ich hab jedenfalls keine Lösung für das Problem gefunden.

Und eigentlich hatte der Thread ja auch ein anderes Thema. Ich hab an anderer Stelle schonmal irgentwo geschrieben, daß wir, die wir uns in unserem Körper mehr oder minder zuhause fühlen uns das nicht vorstellen könne, was ein Transsexueller wirklich empfindet. Und weil wir nicht die gleiche Empfindung haben, können wir darüber auch nicht urteilen.
Und da hilft es auch wenig eine hochesoterische Wissenschaft, oder eine hochwissenschaftliche Esoterik auszukramen, weil man damit dann nämlich wieder richtig schön über das reale Leben hinwegschwebt.

Naja, die Fragestellung war ja ganz explizit nach einer spirituellen Betrachtung.
Und wenn Spiritualität nicht die Phänomene des Lebens erklären kann und praktisch anwendbar ist, dann taugt sie m.E. nichts - Spiri ist ja kein LifeStyle oder Hobby, sondern die innere Erkenntnis der Existenz als Ganzes.
 
ums mal auf den punkt zu bringen, ich mag die wissenschaft nicht. da wird gelogen betrogen belogen und gekakkt notfalls. ein paar seltene exemplare gehen sogar über leichen.

Dann verstehst Du unter Wissenschaft etwas anderes als ich. Ich verstehe unter Wissenschaft das ehrliche Streben danach, den Wissensschatz der Menschheit zu mehren. Denn das ist eines der wenigen Dinge, die der Mensch tatsächlich uneigennützigerweise tut, aufgrund seiner natürlichen Neugier.

Dass der reale Wissenschaftsbetrieb dann aber oft ganz anders aussieht, spätestens wenn Geld ins Spiel kommt - das ist eh klar, darüber brauchen wir nicht zu reden.
 
Und dann gibt es das Miteinander, das Gemeinschaftliche, das Interesse an- und Verständnis füreinander, das Akzeptieren des Partners und das Erfahren von Akzeptanz, den Wunsch Ideen und Gedanken miteinander zu teilen, sich einander anzuvertrauen, seine "Seele füreinander zu öffnen" - also das was man üblicherweise Liebe nennt.

Ich sagte es ja bereits. So wirklich öffnen konnte ich mich bei einem Mann nie. Ich wollte nie mit einem Ideen und Gedanken austauschen und ihm schon gar nichts anvertrauen. Ich verspürte einzig die Verliebtheit. Wobei man auch in eine Topfpflanze verliebt sein kann. Das war vielleicht auch nur oberflächige Verliebtheit. zb. wenn ich eine geile Frau seh und komm dann drauf es ist ein Mann. Auch so ein Grenzthema *g*

Ich hab mich schon in meiner Jugend gefragt, warum alle Brad Pitt so geil fanden. Wenn Männer oben ohne Rumglaufen sind, hat mich das nicht angemacht. Ich fand aber auch in der Jugend viele Frauen fesch und sehr liab. Aber noch nicht auf der erotischen Ebene. Aber sie haben mich mehr angezogen damals schon, als Männer eben. Ich wusste es aber nicht, weil ich es nicht einordnen kann. Das Thema Homosexualität kannte ich damals noch nicht mal. Ich dachte im Jahr 1996 alle Lesben haben kurze Haare (das typische Klischee halt) deswegen dachte ich auch nie, dass ich das sein könnte.

Ich hatte mit einer Frau noch keine richtige Beziehung und war mit ihenn noch nicht im Bett. Aber ich hatte zwei sehr innige platonische Beziehungen. Ich war verliebt, die eine weiß ich nicht (die is ja verschwunden) die zweite war nicht verliebt. Ich hab mit der zweiten ein halbes Jahr fast zusammen gewohnt. Es kam mir wie eine Beziehung vor. Nur eben, dass das sexuelle fehlte. Ich fühlte mich wohl und geborgen. Und ich fand sie geil. Nur sie mich nicht. Shit happens *gg* Bei Frauen passt halt einfach das Gesamtpaket.

Wenn das schon alles so kompliziert ist, will ich wirklich nicht fühlen, was Transsexuelle alles mitmachen. Man kann und sollte es einfach akzeptieren wie es ist.
 
Ich hab es einfach versucht in Worte zu fassen.

Es ist doch auch super und freut mich für Dich! :)

Weil sie genau das war, was mir immer gefehlt hat. Eben der Topf zum Deckel oder wie man sagt. Und JA ich war dann auch wieder wie ich bin. Bis zum 16 Lebensjahr trug ich Shirts und weite Hosen. Dann versuchte ich mich anzupassen, weil ich dachte ich musste es. Ich rannte wie eine Tussi rum. Mitte 20 kam ich dann erst drauf, dass ich das alles nicht bin.

:thumbup: Super!
Und hast Du die dann "behalten"? So wie ich verstanden hab, eher nicht.
D.h. jetzt hast Du ein Gefühl für das was für Dich das Ideal ist, und suchst einen Menschen/eine Frau die Dir genau das wieder erfüllt. Richtig?
Das ist dann nicht so ganz unproblematisch, weil jeder Mensch anders ist, und konkrete Vorstellungen und Ideale sich selten genau so erfüllen wie man sie sich vorstellt.
Auf jeden Fall wünsch ich Dir, dass du auf Deiner Spur bleibst und das verwirklichst was Du bist. :)

Fakt ist, dass es viele Homos gibt, die erst mit 50 drauf kommen, vorher verheiratet waren und auch Kinder haben. Was ist mit all denen?

Das ist traurig.
Es ist überhaupt traurig, wenn Menschen versuchen ein vorgegebenes Klischee zu erfüllen.
 
Du, Stoppchen mal, es geht hier nicht darum, daß jemand einen anderen mit seinem Sexualleben belästigt.

Ja siehe oben, mein Beispiel - da betreibt eine Company innerbetriebliche Reklame für Schwule, Lesben und Transgenders - und erklärt dazu, dass Verschiedenartigkeit ein kreativer Gewinn für die Firma ist.
Gleichzeitig hat die Company aber ein Riesenproblem mit erstarrten Hierarchien, Machtstrukturen und unterdrückerischen Mechanismen, und mit einem durchweg funktionalisierten und stereotypisierten Menschenbild.
Gegen letzteres kämpfe ich tagtäglich an - ich finde aber den Kontrast, der da entsteht, einfach nur grotesk. Vor allem: ich möchte mich an der Arbeit gar nicht damit auseinandersetzen, wie andere Leute mutmaßlich liebe machen - ich möchte meine Kraft auf die tatsächlich bestehenden Probleme und Mißstände richten (unsinnige Arbeitsabläufe, inkompetente Entscheider, usw.usf.), anstatt auf derartige Scheinschauplätze abzulenken.

Sinngemäß ähnliches gilt womöglich auch für die gesamte Gesellschaft - da ist so einiges im argen, was die freie Entfaltung des Menschen behindert und unterdrückt.

Ich könnte jetzt auch sagen, ich fühl mich belästigt, weil überall in der Werbung, im Fernsehen und weißte nicht wo, Heteropaare auftauchen, meist halbnackt, man überall den Heterosexuellen Lebensstil um die Ohren gehauen bekommt, ob man nun will oder nicht.

Naja, die sind halt dummerweise in der Mehrheit, und dann werden sie auch mehrheitlich in den Medien auftauchen - und wir können nichtmal sagen dass sie auf dem falschen Dampfer sind, sondern die fühlen sich ja ganz wohl auf ihre Art.
Es ist halt die Frage wieviel Minderheitenschutz man haben will...

Gleichstellung heißt nicht nur, daß es nicht strafbar ist als Homosexueller seine Sexualität praktisch auszuüben, Gleichstellung heißt, daß ein Lebensstil so normal ist, wie der andere, nichts exotisches, nichts besonderes, mit gleichen Rechten, gleichen Pflichten und ohne schiefe Kompromisse.

Jein. Ich für meinen Teil bin als Minderheit zufrieden, wenn man mich mein Ding so machen läßt wie ich will, und mich nicht schikaniert oder verfolgt oder behindert.
Eine darüberhinausgehende explizite Akzeptanz der "anderen" zu fordern, halte ich für überzogen - denn die können völlig berechtigt den Standpunkt vertreten dass es ihnen schlichtweg gleichgültig ist.

Ich bin absolut für Vielfalt - in (fast) jeder Hinsicht - aber Vielfalt braucht bestimmte Spielregeln, damit sie funktionieren kann.
Und eine dieser Spielregeln ist, dass niemand mich in meinem so-sein einschränken darf, dass ich aber andersrum auch von niemand verlangen kann dass er irgendein Interesse an meinem so-sein hat.

Was das Familien-Debakel angeht, da finde ich, gleiches Recht für alle: dann sollte auch gleich das Monogamie-Gebot gekippt werden und Vielehen/Wahlverwandtschaften zugelassen, sodass jeder Mensch frei ist, in eben der Beziehungsstruktur zu leben, die er selber gestalten mag.
Idealerweise würde "der besondere staatliche Schutz, unter dem die Ehe steht", auch gleich gekippt werden - ich finde nämlich, dass es den Staat gar nichts angeht, welche art Lebensgemeinschaft man leben möchte, und er da erst recht nicht dreinzureden und irgendwelche Vorgaben zu machen hat.

Nur scheitert das leider daran, dass die Menschen offensichtlich nicht fähig sind, ihren Beziehungskram selber verantwortungsbewusst zu regeln, ohne einen staatlichen Aufpasser - dann hätten wir Ehedramen mit Mord und Totschlag, vernachlässigte Kinder usw.usf.
Es ist da also nicht eigentlich ein Problem irgendwelcher "rechtlicher Gleichstellung", sondern es ist vielmehr ein grundsätzliches Problem mit der Dämlichkeit vieler Menschen, die ein Eingreifen des Staates und also Reglementierungen überhaupt erst erforderlich macht.

Ich gebe ausserdem zu bedenken: spätestens wenn das Staatswesen endgültig pleite ist (und das dauert offenbar nicht mehr lang), dann werden hier die Warlords herrschen, genauso wie anderswo. Und dann ist deine "rechtliche Gleichstellung" auch ziemlich irrelevant geworden.
 
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