Ich kenne jemanden mit einem schweren Asperger-Syndrom, der auch eine Arbeit hat und auch Freunde.
Ich würde mich nicht so sehr an ein Krankheitsbild halten, das ja nicht einmal bei dir diagnostiziert wurde. Das kann einen nämlich sehr einschränken in der Wahrnehmung. Es gibt durchaus eine Chance auf Weiterentwicklung.
Ja, ich war/bin auch nicht mehr so wie ich als kleines Kind war. Erste Klasse der "Depp" der auf dem Pausenhof die ganze Zeit ohne für andere nachvollziehbaren Grund herumspringt usw. Wie ich schon sagte, ich konnte flüssig lesen, malte wie wesentlich ältere Kinder, war sonst intelligent, und die wollten mich trotzdem nicht in die erste Klasse lassen. Mutter hatte es als Lehrerin durchgesetzt. Was auch immer der Grund (diagnostiziert oder nicht), ich war selbst als kleines Kind nicht "normal".
Insgesamt wusste ich sowieso nicht, dass ich überhaupt eine "Krankheit" (ich denke nicht, dass Asperger eine ist wirklich) habe, und war trotzdem anders. Habe nicht versucht mich damit einzuschränken, denke auch nicht, dass ich das jetzt tue. Es ist nur gut einen Grund zu wissen, weshalb man so ist.
Aber PsiSnake ist ganz anders als das PsiSnake-Kind. Natürlich war letzteres noch "erfolgreich" (gut in der Schule halt). Aber habe mich natürlich über die Zeit auch angepasst und generell verändert.
Das Gemobbt-Werden ist natürlich keine schöne Erfahrung, das passiert Menschen, die anders sind. Und eine Affinität zum Opfer-Sein haben. Ich kann mich auch dran erinnern, wie manche in der Schule ekelhaft zu mir waren, aber ich hatte meine Freundinnen und ich dachte mir, diese Zeit geht auch vorbei. Ich habe auch eine Affinität zum Opfer-Sein, aber jetzt lasse ich das nicht mehr zu. Es kommt auf einen selber an. Dass man sagt, man steht dafür nicht mehr zur Verfügung.
Klar, das ist auch lange her bei mir, war aber zusätzlich auch komplett allein. Ich sehe es auch nicht so, dass das die Ursache ist, zumindest nicht ursprünglich, für meine Isolation. Wäre eigentlich besser gewesen, weil leichter zu ändern. Aber ja, denke, dass ich gemobbt wurde, weil ich anders war. Und nicht, dass ich anders wurde, weil ich gemobbt wurde. Geholfen hat es natürlich auch nicht, aber wie gesagt, denke letztlich nicht, dass es das ist.
Na bitte, das ist ja schon was! Und es ist ja immer so, dass sich Ähnliches zusammentut. Du hattest deinen kleinen Kreis gehabt, wo du gut damit konntest. Wer sagt, dass man mit jedem können muss?
Schrägerweise war ich in der Pubertät noch am sozialsten (eventuell normalsten auch?). Vielleicht hat es da geholfen, dass man da am ehesten bereit ist sich anzupassen. Aber war alles auch eingeschränkt und am Ende nicht nachhaltig.
Heute kann ich eher nach der Uhrzeit fragen als früher, aber die "Verbindung" nach draußen ist noch geringer geworden.
Du bist eben ein Einzelgänger, na und? Und auch du kannst dich integrieren, wenn du das willst. Du müsstest nur eine Nische finden, wo du das auch wirklich willst. So wie du hier schreibst, kannst du dich gut mitteilen, und das kannst du anderswo sicher auch. Ich glaube es liegt bei dir am Willen. Momentan siehst du nichts, wo du sein willst. Daher deine (vermeintliche) Resignation.
Keine Ahnung, vielleicht kann ich es zeitweise so aussehen lassen als ob. Das halte ich aber dann nicht durch, und/oder es gibt mir schlicht nichts mehr. Es ist beides, du hast auch nicht unrecht. Ich glaube nicht daran, und dazu gehört, dass ich auch nichts da fühle oder sehe (Vision). Da ist nichts... Ich war auch im Studium nicht genug dabei jeweils. "Was mache ich hier überhaupt" dachte ich oft genug.... Und ist nicht so, dass mich die Sachen nicht interessiert hätten. Was nicht funktionierte war die Integration in die soziale Situation da.
Klingt jetzt auch depressiv vielleicht. Aber wie gesagt, ich habe zumindest wieder an den Sachen teilweise Spaß, die ich allein mache.
Zuletzt, ich hatte Deutsch LK, und gute Noten da. Konnte mit 4 Jahren schon flüssig lesen. Ja, ich bin in der Hinsicht normaler als manche dachten, die Kommentare abgegeben haben wie "Der kann ja reden". Aber das ist am Ende nicht wirklich der Punkt.