etwas zu bezeichnen...kein thema. nur wenn man über jahre verschiedenes mitverfolgt kann man entdecken...das oft extrem viel energie in definitionen, verstehen wollen investiert wird, der fokus überwiegend auf dem menschen gegenüber liegt bis hin zur idealisierung d.h. der fokus auf alles mögliche gelenkt wird, nur selten oder erst relativ spät auf sich selbst. dorthin....wo das eigentliche geschehen statt findet...in einem selbst und was es mit einem macht.
Die Frage die sich mir hier stellt ist ob das nicht ein zwangsläufiger und in folge dessen natürlicher Prozess ist, den wir durchlaufen - jeder eben in seinem eigenen Tempo. Aus meiner - eher psychologisch/philosophischen - Sicht leben wir in einem kulturellen Umfeld was unsere biologischen Systeme (Stichwort neuronale Netze) sehr früh durch ein Belohnungssystem dahingehend konditioniert, dass wir anhand von Beobachtungen Dritter lernen. Diese Beobachtungen beschreiben wir auch verbal und dazu benutzen wir duale Sprache, die unsere Welt in gute und böse teilt, etwas was wir im Ursprung ( bei der Geburt) nicht haben. Anfangs haben wir ja nur das Erfahrungslernen ohne Sprache?!
Je mehr wir auf diese konditionierte Art gelernt haben und je mehr Sprache wir können, desto mehr versuchen wir diese Technik (beurteilen / urteilen / hierarchisierung) eben nachdem wir bestimmte Erfahrungen gemacht haben auf diese anzuwenden, schlicht weil wir keine anderen Tools kennen.
Eine einschneidende Erfahrung die wir dann machen und die wir nicht benennen können, weil uns die Sprache dazu fehlt führt dazu, dass die meisten Versuchen eben wieder über "Dritte" eine Möglichkeit zu finden die zu bezeichnen in der Hoffnung das man sie besser versteht wenn man sie bezeichnet hat. Das ist der Kopf - wie Du richtig feststellst klar.
Wie können wir andere Tools entwickeln ohne die "alten" zu verwenden? Und wie können wir uns ohne Sprache austauschen?Aus meiner Sicht geht das nur mit Try and Error oder?
die frage ist halt.... wie will ich etwas mit dem verstand begreifen wo bisher die dazu gehörige erfahrung fehlt? und somit beginnt für viele das unaufhörliche gedankenkarussel.
Ja, weil wenn man eine Erfahrung gemacht hat und andere eben noch nicht, man vermutlich diese eine für umfassender halten wird als sie es möglicherweise am Ende tatsächlich ist. Das kann man aus meiner Sicht aber nur verstehen indem man die erste Erfahrung erst mal annimmt und in das eigene Erfahrungssystem einordnet.
Was in Diskussionen - aus meiner Sicht - zu Frustrationen führt ist, das wir anderen über verbalen Austausch nur einen sehr begrenzten Einblick in ein individuelles Erfahrungssystem eines anderen Individums haben. Das frustriet dann, wenn wir erwarten, dass wir aufgrund eines Begriffs wie beispielsweise Dualseele eine Hierarchie aufstellen können in der wir den anderen über oder unter uns einsortieren können. Diese Hierarchie scheint für mich aber nur ein weiterer Versuch dessen zu sein was Du oben beschrieben hast: eben vom erleben weg zur reinen Definitionsarbeit, die für das Erfahrungslernen keinen Sinn macht.
dabei wäre doch das effektivste zu schauen.... was wird in einem selbst bewegt, welche prinzipien, welche bisherigen glaubensmuster, werte ect geraten plötzlich ins wanken oder werden freigelegt usw....
ja. da vermute ich wie du glaube ich an anderer Stelle schon geschrieben hast, dass viele von uns einfach erst wieder lernen müssen sich überhaupt selber richtig wahrzunehmen ohne das es Egozentrisch/narzistisch wird. Wir brauchen quasi jemanden der wenn wir ihn ins Visir nehmen uns ständig auf uns selbst zurückwirft. So wie ich das bis jetzt verstehe ist eine Dualseele ja so jemand. Und je nachdem wir stark wir das "wegschauen" trainiert haben brauchen wir unterschiedliche Zeit das zu erfassen. In der Zeit lernen wir wohl nur über try and error. Ist jedenfalls bislang meine Erfahrung.
hierarchie...ja, so empfinde ich es ähnlich. und zugleich geht es um liebe und bewertungsfreiheit. paßt für mich nicht zusammen. wie so vieles sich seltsam enttarnt
Meine Erfahrung ist, wenn ich mich hin und wieder von diesem Hierarchiezwang, der für mich auch in diesem Thread hier durchscheint, befreien kann, kann ich mich selber besser wahrnehmen. HIerarchien sind "Kopf" oder nicht? Und um Erfahrungen zu machen brauche ich sie da? Brauche ich sie um Erfahrungsbeschreibungen zu lesen? Doch nur wenn ich versuche aus den Erfahrungen anderer zu lernen, oder? Hilft mir das? Oder ist das nicht gerade das was mich weiter von meiner Authentizität weg führt?
Spannend.