Kriegsführung kann man studieren, aber der Erhalt oder das Schaffen von Frieden lernt man nirgendwo. Da fängt es schon mal an. Wie deeskaliert man eine Situation? Ist jetzt ein blödes Beispiel aus der Pädagogik, aber wenn ein Junge einen anderen angreift würde man dem Angegriffenen sicher keinen Stock in die Hand drücken um sich zu wehren.
Verstehst du wie ich es meine?
Es gibt noch einiges mehr, was man in einer solchen Situation NICHT tut:
Man sagt dem angegriffenen Jungen nicht, dass er die volle Solidarität hat, aber man könne nicht helfen, damit der Angreifer nicht noch andere Kinder verhaut.
Man sagt dem angegriffenen Jungen nicht: "Ergebe Dich lieber, dann hört der Angreifer schon irgendwann auf. Das ist besser als sich zu wehren und so die Prügellei zu verlängern."
Erst recht sagt man letzteres nicht, wenn abzusehen ist, dass die Kapitulation des angegriffenen Jungen nicht nur ein Knacks im Ego nach sich zieht sondern auch andere weitreichende Folgen mit sich bringen würde - z.B. wenn die Forderungen des Angreifers sind: "Du sollst Dich nicht mit Joey vertragen und Dein Pausenbrot mit ihm teilen! Du sollst mein Sklave sein und nur noch tun, was ich sage!"
Soviel dazu zu versuchen die Situation mit Alltags-Streitigkeiten zu analogisieren.
Bleibt weiter die Frage: Was macht man stattdessen?
Wenn ich einen realistischen Weg sehen würde, mit dem man Putin zwingen könnte in Verhandlungen wirklich einen fairen Kompromiss einzugehen und nicht einfach all seine Forderungen druchdrückt, was er kann, wenn die Ukraine wehrlos ist... ich wäre sofort dafür das zu probieren bzw. umzusetzen.
Ich sehe leider nur keinen solchen Weg, und die Leute, die sich ein Ende der Waffenlieferungen wünschen, haben da noch nichts derartiges erklärt, was wirklich vielversprechend und realistisch durchführbar wäre.