Russland greift Ukraine an

Wenn Putin seinen Angriffskrieg verkackt - und alles sieht danach aus - ist er politisch erledigt. Es ist eine einfache Rechenaufgabe: Was hat der Ukraine-Raubzug an Nutzen gebracht und was an Schaden?

Nutzen: gar nichts.
Schaden:
-Russische Wirtschaft im freien Fall.
-Imageschaden für den Rest des Jahrhunderts

Putin wird entweder ein Hochverratsprozess gemacht oder er landet eben in Den Haag.

Ich halte eine solche Wendung der Dinge für durchaus wahrscheinlich.

Es ist schon möglich, dass es so laufen könnte, was aber wiederum impliziert, dass russische Putschisten dafür verantwortlich sind.
 
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Denke allerdings, dass wir nicht generell und automatisch vorwerfen sollten, dass sie Putin unterstützen (wollen).

Man kann ihnen allerdings vorwerfen, dass sie entweder einen vollständigen Ergolg Putins billigen oder nicht erkennen, dass ihr Wunsch automatisch darauf hinauslaufen würde. Letzteres glaube ich allerdings nicht, denn diese Leute wurden und werden immer wieder nach konkreten nachvollziehbaren Erklärungen gefragt, wie sie sich das vorstellen. Eine gute Antwort kam da noch nicht. Stattdessen immer nur das Stichwort der "Verhandlungslösung", was die oben erwähnte Billigung verstecken soll.

Generell wird man Putin nicht von außen absetzen können, ohne den Eindruck zu hinterlassen, dass man Russland möglicherweise als Staat vernichten will

Und darum will man Putin von außen auch nicht absetzen. Er wird verhaftet werden, sobald er den Boden eines Staates betritt, der bei diesem Haftbefehl mitmacht; und das sind ziemlich viele Staaten. Anstrengungen dahingehend, Putin im eigenen Land festzunehmen, finden nicht statt und werden glaube ich auch nie stattfinden.

Putins Ergreifung ist sehr wahrscheinlich nur mir einem Einmarsch kompatibel. Nach dem was ich hier und da lese im Netz, wünschen sich genug Leute auch die Kapitulation Russlands. Wie damals hier, mit Deutschland. Das ist nicht realistisch, denn das wäre in Wirklichkeit ein atomarer Weltkrieg.

Nein. Eine Kapitulation Russlands würde nur bedeuten, dass sie von all ihren Keiegszielen ablassen, sich aus der Ukraine zurück ziehen und bestenfalls noch Reperationen zahlen werden. Zur Kapitulation Deutschlands waren die Alliierten Truppen schon tief im Land, und es wurde zuerst in die vier Besatzungszonen aufgeteilt.

Sowas ist mit Russland nicht geplant. Niemand erwägt, die territoriale Integrität Russlands (anhand der Grenzen, wie sie von den UN ratifiziert sind) nachhaltig zu verletzen.
 
Man kann ihnen allerdings vorwerfen, dass sie entweder einen vollständigen Ergolg Putins billigen oder nicht erkennen, dass ihr Wunsch automatisch darauf hinauslaufen würde. Letzteres glaube ich allerdings nicht, denn diese Leute wurden und werden immer wieder nach konkreten nachvollziehbaren Erklärungen gefragt, wie sie sich das vorstellen. Eine gute Antwort kam da noch nicht. Stattdessen immer nur das Stichwort der "Verhandlungslösung", was die oben erwähnte Billigung verstecken soll.

Keine Ahnung, vielleicht denken sie, dass das eben schlicht nicht ihre Expertise ist quasi? Aber möglich prinzipiell?

Andere vertreten vielleicht eine Gesinnungsethik, oder denken, dass es anders schlimmer kommt, und die unwahrscheinliche Verhandlungslösung immer noch die beste Alternative gegenüber einem Atomkrieg und/oder über Jahre andauerndem normalen Krieg ist.

Nicht, dass ich das denke wie gesagt, aber ist mein Versuch mich da reinzuversetzen. Ich glaube nicht, dass die Mehrheit davon (Gesamtgruppe derer, die gegen Waffenlieferungen sind) denken, dass Putin berechtigt war diesen Krieg zu beginnen hier. Und dass man gerade dagegen ist, weil es Putins Sieg, den man sich wünscht, gefährdet.

Ich hatte vor einiger Zeit aber auch mal diesen Beitrag gepostet: https://www.esoterikforum.at/threads/russland-greift-ukraine-an.239264/page-1123#post-7209979

Das wäre dann quasi die Fraktion, die es nicht versteht, dass bei Konflikten nicht beide irgendwie schuld sind und zum reden gebracht werden müssen. Auch nicht unbedingt pro Putin, ideologisch.

Ich kann mir vieles vorstellen, und natürlich gibt es auch Putinversteher, die ihre Position als Friedenstauben tarnen.

Aber ist doch so, dass es noch in den 90ern schwer war, überhaupt Militärhilfe Deutschlands durchzuwinken. Gibt immer noch kategorische Pazifisten, simpel. Gab auch Leute, die keine Waffen gegen ISIS liefern wollten, und deren Fans sind hier wohl noch seltener...

Zuletzt bist du vielleicht zu optimistisch, was die Rationalität von Positionen betrifft, die Leute vertreten. Viele Leute sind weit emotionaler in Bezug auf ihre Positionen als ich uns beide umgekehrt einschätze zum Beispiel. Wobei ich nicht sage, dass Emotionen keine Rolle spielen bei mir. Aber gut, für manche fühlt es sich vielleicht schlicht verkehrt an, wenn Menschen mit unseren Waffen auf andere Menschen schießen. Eine halbgare rationale (aber letztlich irrelevante) Begründung wird dann mit "Verhandlungslösung" gegeben. Was das betrifft, kannst du dir vielleicht das Trolley-Problem anschauen https://de.wikipedia.org/wiki/Trolley-Problem. Viele würden die Weiche nicht betätigen (frag mich nicht was ich machen würde, ich weiß es nicht, auch wenn die Betätigung der Weiche logisch ist), weil sie sich dadurch nun in Verantwortung für den Tod einer Person sehen. Genauso bedeutet eine Waffenlieferung dann also, dass man direkt verantwortlich für den Tod von Soldaten in der Ukraine ist, während man vorher fein raus war.

Und darum will man Putin von außen auch nicht absetzen. Er wird verhaftet werden, sobald er den Boden eines Staates betritt, der bei diesem Haftbefehl mitmacht; und das sind ziemlich viele Staaten. Anstrengungen dahingehend, Putin im eigenen Land festzunehmen, finden nicht statt und werden glaube ich auch nie stattfinden.

Würde immer noch riskant sein. Aber Putin wird es wohl auch nicht riskieren wollen, und insofern dürfte es effektiv sein.

Ich denke nicht, dass man ihn wirklich festhalten könnte. Absurd hohes Risiko auf eine Nichtreaktion Russlands zu wetten.

Nein. Eine Kapitulation Russlands würde nur bedeuten, dass sie von all ihren Keiegszielen ablassen, sich aus der Ukraine zurück ziehen und bestenfalls noch Reperationen zahlen werden. Zur Kapitulation Deutschlands waren die Alliierten Truppen schon tief im Land, und es wurde zuerst in die vier Besatzungszonen aufgeteilt.

Das wäre keine russische Kapitulation, genauso wie der amerikanische Rückzug aus Vietnam keine Kapitulation war.

Reparationen kann man so jeweils nicht bekommen. Ok, es sei denn das ist mit Dingen verbunden, an denen Russland ein Interesse hat. Reparationen sind sonst aber nur durchsetzbar, wenn man ernsthaft mit einer Fortsetzung eines Krieges drohen kann. Vietnam und Ukraine können und konnten aus ähnlichen (USA und Russland sind Atommächte), aber auch verschiedenen Gründen (Vietnam konnte nicht über den Pazifik) den Krieg nicht fortführen. Russland wird nur zahlen, wenn es etwas davon hat.

Sowas ist mit Russland nicht geplant. Niemand erwägt, die territoriale Integrität Russlands (anhand der Grenzen, wie sie von den UN ratifiziert sind) nachhaltig zu verletzen.

Weil es nicht durchsetzbar ist wegen Atomwaffen. Andernfalls würde die Situation vermutlich entweder wie im Irak oder Afghanistan, oder auch wie in Ex-Jugoslawien aussehen.

Theoretisch gefährlich ist es, wenn zu viele Leute in den Bevölkerungen sowas fordern. Es ist 100% zu erwarten, dass die meisten Ukrainer sich revanchieren würden, wenn möglich, und Putin nicht im Amt lassen würden, den Tschetschenen ihren Staat ermöglichen würden usw.

Falls es gelingt die Ukraine stark genug zu machen, irgendwas zu probieren, wird man gleichzeitig potentiell schauen müssen, wie man das dann auch deeskaliert. Sollte machbar sein, aber ist doch klar, dass die Emotionen da viel mehr hochkochen als hier, logischerweise.
 
Ganz schön mutig der kleine Putin.

 
Sobald die Briten eine Zeitmaschine erfunden haben, reisen sie zurück in das Jahr 2020 und werden sich rächen..
 
(...)

Ich kann mir vieles vorstellen, und natürlich gibt es auch Putinversteher, die ihre Position als Friedenstauben tarnen.

Schon klar, dass es viele Hintergründe gibt, warum man die militärische Unterstützumng der Ukraine ablehnt. Uch ich glaube auch nicht, dass die alle Putin toll finden; sie spielen ihm nur in die Hände. Darum passt dann die Bezeichnung "Putin-Freunde" doch; mindestens so lange, wie sie erklären, wie das ganze vonstatten gehen soll ohne dass Putin seine ganze Wunschliste abhaken kann.

Zuletzt bist du vielleicht zu optimistisch, was die Rationalität von Positionen betrifft, die Leute vertreten. Viele Leute sind weit emotionaler in Bezug auf ihre Positionen als ich uns beide umgekehrt einschätze zum Beispiel. Wobei ich nicht sage, dass Emotionen keine Rolle spielen bei mir.

Die Emotionen spielen bei allen eine große Rolle - auch bei uns beiden. Mit den Emotionen wird die Situation ja bewertet bzw. der Soll-Zustand festgelegt, den man sich wünscht.

Das wäre keine russische Kapitulation, genauso wie der amerikanische Rückzug aus Vietnam keine Kapitulation war.

Näher an eine Kapitulation will aber niemand Putin/Russland bringen. Niemand plant den Einmarsch oder die Eroberung. Das ist nicht das Kriegsziel der Ukraine.

Weil es nicht durchsetzbar ist wegen Atomwaffen. Andernfalls würde die Situation vermutlich entweder wie im Irak oder Afghanistan, oder auch wie in Ex-Jugoslawien aussehen.

Ja, möglicherweise.
 
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