Russland greift Ukraine an

Was denn verhandeln?
Ohne Gebietsabtritte wird es nicht gehen. Russland will nunmal kein Gesamtes Ukrainisches Land haben. Russland will zumindestens Gebiete nicht mehr unter ukrainischer Führung haben

Und falls (ich weiß nicht, ob es der Fall ist) Russland zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt damit einverstanden wäre in Verhandlungen, dass ein kleineres Ukraine unter Selenski weiterbestehen darf, so liegt das auch wieder nur an der bereits demonstrierten Verteidigungsfähigkeit der Ukraine. Ohne Waffen geht da gar nichts.

Ursprünglich (und eventuell immer noch so) wollte Russland Kiew einnehmen, Selenski ermorden, durch eine Marionettenregierung austauschen, und gleichzeitig Gebiete im Osten an Russland anschließen.
 
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Verhandeln kann man nur, wenn man auch eine gewisse Verhandlungsbasis hat.
Ohne dieses, nützt auch ein Neutraler Vermittler nichts.
Solange die Untaten der Ukraine in Donezk und Donbas als russische Propaganda abgetan wird nützt das vielleicht wirklich nichts.
Eine neutrale Haltung ist auch fast unmöglich weil alles was nicht gelb-blau trägt als prorussisch gilt.:rolleyes:
 
Gestern hab ich mir die Verleihung des Kamerapreises angeschaut. Prämiert wurde auch dieser Film, der im August 2021 bereits gedreht wurde:


"Seit Ausbruch des Krieges in der Ostukraine sind über 1,5 Millionen Menschen aus den selbsternannten Republiken Donezk und Lugansk in andere Landesteile geflohen. Einige der Binnenflüchtlinge hat es ausgerechnet an den Ort verschlagen, den viele meiden: die Fallout-Region um Tschernobyl. Auch Wadym Minsjuk und Jurij Andrejew versuchen genau dort einen Neuanfang, wo die radioaktive Wolke nach der Reaktorkatastrophe am 26. April 1986 niederging und Felder, Wälder, Straßen mit Strontium und Cäsium verseuchte. Direkt neben der Sperrzone um Tschernobyl baut Wadym Minsjuk seine neue Firma auf. Dort schmilzt er jetzt Schlacken zu Metall, um genug Geld für seine Familie zu verdienen. Vor dem Krieg waren er und seine Frau erfolgreiche Unternehmer, mit Umsätzen in Millionenhöhe – genau wie Jurij Andrejew."

"Rund 200 Tage war er in Gefangenschaft der Separatisten
. (Anmerkung von mir: und wurde dort schwer gefoltert).
Inzwischen kann der Landwirt wieder seinen Lebensunterhalt mit Sonnenblumen und Getreide verdienen – allerdings in der Fallout-Region von Tschernobyl.

Das Filmteam fand es damals etwas übertrieben, dass er sich in seinem Keller einen Bunker eingerichtet hatte. Leider wurden sie von der Realität belehrt.

In einer anderen Reportage wurde berichtet, dass sich die russischen Truppen bereits seit Jahren immer mehr vorgraben, teilweise Gelände vermint haben, so dass Frauen, wenn sie rausgegangen sind um die Wäsche aufzuhängen, in diese Minen geraten sind. Kinder, die dort spielten, vermutlich auch.
Selenskyj warnt ja auch nicht erst seit gestern.

Ich find es sehr wichtig, sich diese Zusammenhänge wirklich bewusst zu machen. Der Krieg ist für Teile der Ukraine nicht erst seit dem 24. Februar da! Sie werden schon lange drangsaliert.
 
Ich weiß nicht genau wie ich das ausdrücken kann ohne, dass mir Dinge unterstellt werden.
Ich versuche es mal: Russland wurde in eine Ecke gedrängt und verhält sich wie ein bockig Kind. Ein gefährliches bockiges Kind. Das macht es so schwierig. Aber jahrelang wurde antirussische Propaganda betrieben von westlicher Seite. In fast jedem Hollywood Schinken sind die Bösewichte Russen.

Sehe ich nicht so. Das war während dem kalten Krieg der Fall - der schien aber schon länger vorbei zu sein. Mir fällt kein Holywood-Film jüngerer Vergangenheit - also nach etwa 2000 - in bzw. mit dem antirussische Propaganda betrieben wurde.

Und auch in der Realität war schon gut eine Annäherung zu sehen. Ich schrieb schon davon: USA, Europa und Russland haben zusammen die ISS gebaut. Deutschland hielt trotz diverser Warnungen an der Zusammenarbeit mit Northstream 2 fest - was aus vielerlei Hinsicht ein Fehler war, aber eben eben Vertrauen und Zusammenarbeit signalisierte.

Und dieses Vertrauen und Zusammenarbeit werden wir auch für die Zukunft brauchen? Die Frage ist: Wie gut können wir einem Land vertraten, was mal eben ein Nachbarland angegriffen hat? Wie gut könnten wir dem noch vertrauen, wenn Russland in der Ukraine all seine Ziele durchsetzt?

Ich bin der Meinung, dass diplomatischen Geschick wichtig ist. Man muss Russland und die Ukraine an einen Tisch bekommen und jemand Neutrales leitet die Gespräche.

Wie das? Das ist auch wieder nur der Wunsch nach einer diplomatischen Lösung, aber ohne konkreten Vorschlag, wie genau diese herbeigeführt werden kann, so dass das Ergebnis auch wirklich fair ist.

Sowas wird seit Wochen ausdauernd versucht. Macron telefoniert noch relativ regelmäßig mit Putin, Nehammer war da, Gutterres, der dann auch auf seinem nachfolgenden Besuch in Kiew einen Angriff life miterleben konnte. Gerhard Schröder hat versucht seinen persönlichen Freund umzustimmen - wenn es ihm gelungen wäre, wäre er mein persönlicher Held geworden. Es ist ihm aber nicht gelungen; ich weiß noch nicht mal, ob er Putin bei seinem Aufenthalt in Moskau überhaupt gesehen hat.

Es ist nicht abzusehen, dass Russland sich still an ein Verhandlungstisch setzen wird. Und erst Recht wäre das nicht absehbar, falls die Ukraine wehrlos bleibt. Dann wird Russland sich wahrscheinlich nur mit der bedingungslosen Kapitulation zufrieden geben. Sein Ansehen vor der Völkergemeinschaft ist Putin egal, bzw. er nutzt die eintretende Missgunst dafür, sich weiter als Märtyrer zu wähnen.

Wie genau also würdest Du Putin dazu bewegen wollen, an einem Verhandlungstisch Platz zu nehmen, einen Kompromiss auszuhandeln und auch anzunehmen, der auch den Namen "Kompromiss" verdient? Welches Druckmittel hätte die Ukraine? Welches Druckmittel hätte die neutrale, leitende Partei?
 
Meinung hier in der Gruppe erarbeitet? Ich bekomme einen Kropf....andere Meinungen werden niedergebügelt. So sieht das aus. Was glaubst du weshalb hier immer nur dieselben User schreiben?
Na, Du kannst ja Deine Meinung hier zig mal posten und Alice Schwarzer auch.
Böderweise gibt es gegen die Sache, nur humanitäre Hilfe zu leisten, eine ganze Reihe stichhaltiger Argumente, ( die dann andere zig mal als Antwort posten würden),
davon eines ist, dass Herr P. nicht nur die ungeschützte Ukraine sofort einnehmen würde ( wie er es vor hatte), sondern auch noch in Moldau und die baltischen Staaten einmarschieren würde, um das "großrussische "Reich wiederherzustellen, wie er es deutlich erklärt hat.

Wie er es mit der Krim bereits gemacht hat. Wie er den verdammten Krieg in Tschetschenien und in Georgien führte... Zu all dem hat der Westen und die Nato geschwiegen. Und der gute Herr hat es als Aufforderung verstanden, nur so weiterzumachen.
 
Solange die Untaten der Ukraine in Donezk und Donbas als russische Propaganda abgetan wird nützt das vielleicht wirklich nichts.
Eine neutrale Haltung ist auch fast unmöglich weil alles was nicht gelb-blau trägt als prorussisch gilt.:rolleyes:
Dass auch unabhängige ukrainische Bataillone (z.B. das Ajdar Bataillon) Straftaten gegen die Bevölkerung begehen, ist bekannt.
Aber das gilt genau so für die dort regierenden pro-russischen Einheiten.

 
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